Venezuela Angekündigte Scheidung
Venezuela tritt aus dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank aus.
Venezuelas Präsident Hugo Chavez
Hugo Chávez lässt sich symbolische Gelegenheiten nur selten entgehen. So hätte Venezuelas linkspopulistischer Öl-Caudillo für seinen jüngsten Schlag gegen den kapitalistischen Imperialismus auch keinen besseren Zeitpunkt als den 1. Mai aussuchen können: Der Tag der Arbeit eignete sich einfach hervorragend für große Worte gegen die amerikanisch dominierte Weltordnung. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank seien ein Instrument des amerikanischen Imperialismus, um den Völkern eine wilde und ausbeutende Sozial- und Wirtschaftspolitik aufzuzwingen, heizte Hugo Chávez auf der Massenkundgebung im Zentrum von Caracas die Stimmung an.
Er hielt nur kurz inne, um dann ganz nebenbei eine sehr wichtige Entscheidung anzukündigen: Venezuela tritt sowohl aus dem Internationalen Währungsfonds als auch aus der Weltbank aus. Er habe Finanzminister Rodrigo Cabezas bereits Anweisungen gegeben, beiden Organisationen offiziell den Austritt Venezuelas mitzuteilen, warf Chávez seinen begeisterten Anhängern entgegen.
Hugo Chávez wusste, dass er auch über die Landesgrenzen hinaus mit Beifall rechnen konnte. Zumindest der IWF hat in vielen südamerikanischen Ländern einen verheerenden Ruf und gilt vor allem als Instrument der US-Regierung, den Ländern südlich des Río Grande soziale Fesseln anzulegen. Die Milliarden hohe Schuldenlast vieler lateinamerikanischer Länder beim IWF bleibt eines der größten Hindernisse der Region im Kampf gegen die Armut.
Für den IWF kommt der Austritt Venezuelas zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Seit Jahren verliert er an Bedeutung, weil immer weniger Länder Kredite in Anspruch nehmen. Bereits Ende 2005 hatten Brasilien und Argentinien ihre Schulden vorzeitig an den IWF zurückgezahlt, der nun mit dem Ausfall der fest eingeplanten Zinszahlungen zu kämpfen hat. Auch Boliviens Präsident, der ehemalige Kokagewerkschaftsführer Evo Morales, dürfte mit Hilfe der Öl-Milliarden seines Freundes aus Caracas bald in die Fußstapfen seines politischen Ziehvaters treten. Mitte April hatte auch Ecuador angekündigt, seine Beziehungen zum IWF beenden zu wollen. Hintergrund ist die Unzufriedenheit mit den Auflagen bei der Gewährung von Krediten.
So kommt Chávez seinem Ziel einer Südamerika-Bank als regionaler Kreditgeber und IWF-Gegenspieler immer näher. Wir werden nicht mehr nach Washington gehen müssen, zu niemandem, versprach Chávez am Montag seinen Landsleuten - und dem Rest Südamerikas. Anfang April hatte Venezuela bereits bekannt gegeben, dass es alle Schulden bei beiden Organisationen vorzeitig zurückgezahlt habe, um keinerlei Verpflichtungen mehr mit dem IWF und der Weltbank zu haben.
- Datum 03.05.2007 - 08:01 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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endlich jemand, der sich nicht nur durch worte sondern durch taten auszeichnet. die sogenannte freie welt kann trotz ihrer 'freien' medien nicht vom eigentlichen thema ablenken: die revolution wird kommen, auch zu uns!
Spanische Begriffe ins Deutsche zu uebertragen ist manchmal nicht einfach.
Da man von dem Namen Bolivar ausgehen muss, heisst das im Falle Venezuelas ' República Bolivariana' und nicht 'Rebúplica Boliviana', was dann naemlich eine Republik Boliviens waere. Daher ist ' bolivarische Revolution' oder 'revolución bolivariana' richtig.
Sie schreiben, Chavez betreibe eine 'bolivianische Revolution'. Das irritiert mich. Kann es sein, dass Sie stattdessen die 'bolivarische Revolution' meinen, benannt nach dem südamerikanischen Befreiungskämpfer Simon Bolivar?
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