Venezuela Angekündigte ScheidungSeite 2/2
Er kann es sich derzeit noch leisten. Venezuela ist der achtgrößte Ölexporteur der Welt. Dank des schwarzen Goldes beglich Chávez die insgesamt 26 Milliarden US-Dollar, die die bolivarische Republik dem IWF schuldete. Und die Einnahmequelle scheint vorerst auch nicht zu versiegen. Erst vor einem Monat ließ er die ausländisch betriebenen Ölfelder in Orinoco-Becken durch Tausende von jubelnden Arbeitern besetzen und verstaatlichte kurzerhand die größten Ölreserven in der westlichen Hemisphäre. Die enteigneten Privatunternehmen wie die US-Konzerne ConocoPhillips , Exxon Mobil , aber auch die britische BP oder die französische Total wissen bis heute noch nicht, ob sie wirklich alle Kompensationszahlungen von Caracas bekommen. Wir machen vom Recht Gebrauch, die Naturressourcen zu Gunsten des Volkes zu verwalten, erklärte im Februar Venezuelas Energieminister Rafael Ramírez die Aktion. Am Montag folgten auf die Worte auch Taten: Am Tag der Arbeit besetzte das venezolanische Militär die Ölfelder.
So sichert sich Hugo Chávez für die kommenden Jahre Einkünfte von mindestens 29 Milliarden US-Dollar, die er auch dringend braucht, um seine Petrodiplomatie und seine sozialistisch orientierte Wirtschaftspolitik überhaupt am Leben halten zu können. Er verpulvert die begrenzten Einkünfte in Propaganda, Militär, Sozialausgaben und für den Kauf alliierter Nachbarländer, welche ihn bei seiner bolivarischen Revolution helfen können. Investitionen in Technologie und Infrastruktur kommen in seinem Programm allerdings zu kurz.
Das könnte ein Eigentor werden, denn der karibische Ölbaron macht nichts, um die Abhängigkeit von den Rohstoffen zu reduzieren. Und irgendwann, in ferner Zukunft, versiegen die Quellen, könnten die Ölpreise sinken oder werden Ethanol und Biodiesel zur überstarken Konkurrenz. Doch das kümmerte die Anhänger vom Presidente am Montag vorerst wenig. Der Mann, der in seinem roten Hemd in gewohnt aggressiver Art vom Podest gegen den US-Teufel George W. Bush wetterte, kündigte die Erhöhung des Mindestlohnes und der Pensionen um 20 Prozent an. Und in drei Jahren soll auch nur noch sechs Stunden pro Tag in Venezuela gearbeitet werden.
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- Datum 03.05.2007 - 08:01 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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endlich jemand, der sich nicht nur durch worte sondern durch taten auszeichnet. die sogenannte freie welt kann trotz ihrer 'freien' medien nicht vom eigentlichen thema ablenken: die revolution wird kommen, auch zu uns!
Spanische Begriffe ins Deutsche zu uebertragen ist manchmal nicht einfach.
Da man von dem Namen Bolivar ausgehen muss, heisst das im Falle Venezuelas ' República Bolivariana' und nicht 'Rebúplica Boliviana', was dann naemlich eine Republik Boliviens waere. Daher ist ' bolivarische Revolution' oder 'revolución bolivariana' richtig.
Sie schreiben, Chavez betreibe eine 'bolivianische Revolution'. Das irritiert mich. Kann es sein, dass Sie stattdessen die 'bolivarische Revolution' meinen, benannt nach dem südamerikanischen Befreiungskämpfer Simon Bolivar?
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