Polen "Eine Beleidung aller Polen"

Bronislaw Geremek, ehemals Solidarnosc-Berater und früherer polnischer Außenminister, probt den zivilen Ungehorsam gegen das Durchleuchtungsgesetz. Es verlangt von mehr als 700 000 Polen, Auskunft über ihre Verwicklungen mit kommunistischen Sicherheitsdiensten zu geben. Ein Interview

Bronislaw Geremek im europäischen Parlament am 25 April 2007

Bronislaw Geremek im europäischen Parlament am 25 April 2007

Das neue Durchleuchtungsgesetz verlangt von bis zu 700.000 Polen, Auskunft zu geben über ihre Verwicklungen mit den Geheimdiensten während des kommunistischen Regimes. Dafür müssen seit Mitte April Politiker, Journalisten, Wissenschaftler, Juristen und selbst Personen der freien Wirtschaft eine Erklärung unterschreiben. Die Angaben werden anhand früherer Geheimdienstakten überprüft, die Ergebnisse samt Namen im Internet veröffentlicht. Wer falsche Angaben macht, erhält ein zehnjähriges Berufsverbot, wer sich nicht durchleuchten lässt, verliert seine Arbeit. Das droht auch dem Europaabgeordneten Bronislaw Geremek, der seine Unterschrift verweigert. Der frühere Dissident greift das neue, wesentlich radikalere Gesetz scharf an. Er hat sich bereits vor Jahren durchleuchten lassen.

ZEIT online: Herr Geremek, sind Sie weiterhin noch Abgeordneter des Europäischen Parlaments?

Bronislaw GEREMEK: Ich weiß es nicht. Zumindest habe ich mein Mandat nicht niedergelegt.

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ZEIT online: Also werden Sie Ihre Funktion weiter ausüben?

GEREMEK: So lange Hans-Gert Pöttering, Präsident des Europäischen Parlaments, mir nicht das Gegenteil sagt, werde ich weiterhin als Abgeordneter arbeiten. Tausende Polen haben mich immerhin dazu gewählt.

ZEIT online: Das hat Ihnen aber die polnische Regierung angedroht, weil Sie sich nicht lustrieren lassen wollten.

GEREMEK: Die regierungsnahe Zeitung Dziennik hat geschrieben: „Bronislaw Geremek hat sein Mandat als Europäischer Abgeordneter verloren.“

ZEIT online: Haben Ihre polnischen Kollegen Sie denn unterstützt?

GEREMEK: Ich habe die Entscheidung, die Erklärung nicht zu unterschreiben, ganz bewusst allein getroffen. Andere haben die Lustrationserklärung unterschrieben, aber die selbe Meinung wie ich. Ich habe es als meine moralische Pflicht empfunden, dieses Risiko auf mich zu nehmen. Beifall oder Unterstützung habe ich nicht erwartet.

Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 02.05.2007 um 8:45 Uhr

    ..hat von dem Gesetz nichts zu befürchten.

    Es gab und gibt in Polen zahlreiche wirtschaftliche und politische Verbrechen die man erst dann erfolgreich verfolgen konnte, nachdem man mehr über die Vergangenheit der Beteiligten wußte.

    Gerade die Freiheit ist eng mit der Wahrheit vebunden und vor der Wahrheit sollte man keine Angst haben. Wahrheit bereinigt, auch wenn sie schmerzhaft ist.

    • Anonym
    • 02.05.2007 um 9:11 Uhr

    Die erste lüge ist schon die, das die meisten Polen ihre Meinung wahren. Und das stimmt nicht. Es gibt sogar in Internet foren, die extrem liberal und Link sind, die ihren besten Freund her Michnik gehören, und wo Menschen immer sie fast vergöttert haben.
    Jetzt die selben Menschen sind nur noch enttäuscht. Es gibt kaum jemanden der hinter ihren Handlungen steht.
    Ihre Autorität haben sie endgültig verloren. Zur recht. Ihre Name wird mit schlimmsten verrate in die polnische Geschichte zusammengebracht. Weil sie sich gegen die Wahrheit, gegen die Bevölkerung und gegen Demokratie gehstalt haben.
    Was ihre Vergangenheit angeht, denn wissen sie auch selber, was sie in 50er Jahre gemacht haben... Das will ich ihm aber ersparen auf ausländischen Forum. So viel Anstand- in Gegenteil von ihnen- habe ich noch.

    Lesen sie doch selber, Herr Professor, wieviel Kritik sie ansammeln. Hier

    http://forum.gazeta.pl/fo...

    und hier

    http://forum.gazeta.pl/fo...

    ...Und das sind Foren von ihren Anhängern, und nicht von Kaczynski Brüder.
    Gebet sie bitte das Mandat ab und hören sie auf ihre Vaterland zur beleidigen.

    Artur L.

    • Anonym
    • 02.05.2007 um 9:14 Uhr

    Die erste lüge ist schon die, das die meisten Polen ihre Meinung wahren. Und das stimmt nicht. Es gibt sogar in Internet foren, die extrem liberal und Link sind, die ihren besten Freund her Michnik gehören, und wo Menschen immer sie fast vergöttert haben.
    Jetzt die selben Menschen sind nur noch enttäuscht. Es gibt kaum jemanden der hinter ihren Handlungen steht.
    Ihre Autorität haben sie endgültig verloren. Zur recht. Ihre Name wird mit schlimmsten verrate in die polnische Geschichte zusammengebracht. Weil sie sich gegen die Wahrheit, gegen die Bevölkerung und gegen Demokratie gehstalt haben.
    Was ihre Vergangenheit angeht, denn wissen sie auch selber, was sie in 50er Jahre gemacht haben... Das will ich ihm aber ersparen auf ausländischen Forum. So viel Anstand- in Gegenteil von ihnen- habe ich noch.

    Lesen sie doch selber, Herr Professor, wieviel Kritik sie ansammeln. Hier

    http://forum.gazeta.pl/fo...

    und hier

    http://forum.gazeta.pl/fo...

    ...Und das sind Foren von ihren Anhängern, und nicht von Kaczynski Brüder.
    Gebet sie bitte das Mandat ab und hören sie auf ihre Vaterland zur beleidigen.

    Artur L.

  1. Schaut her ihr lieben Leute!
    Sogar der 'große Europäer' und 'Weltbürger' Geremek verstößt gegen ein polnisches Gesetz. Und er tut das, weil dieses Gesetz die polnische Gesellschaft beleidigt.
    Hört zu ihr lieben Die Zeit Leser!
    Der selbsternannte polnische Robin Hood Geremek fühlt sich berufen, die ganze polnische Gesellschaft vor Beleidigungen zu schützen.
    In dieser Situation darf Die Zeit natürlich nicht abseits stehen. Ein solcher 'fabelhafter Kämpfer' kommt der großen deutschen Wochenzeitung wie gerufen. Diese unerwartete Gelegenheit um Polen zu diskreditieren, muss einfach ergriffen werden.
    Für Hofmann & Co. ist eigentlich jeder erklärte Gegner der polnischen sozial-konservativen Regierung herzlich willkommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den bedauernswerten Gesetzesbrecher Geremek oder den Kommunisten und seit kurzem Demokratieverteidiger Kwasniewski handelt. Für Die Zeit gilt das Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Und dieser ist nicht verpflichtet sich an Gesetze zu halten, die Ihm nicht gefallen.
    Es wäre doch gelacht, wenn verbissene Gegner der Demokratie und der polnischen Regierung keinen Sonderstatus für sich beanspruchen dürften. Schließlich kann jeder mit Unterstützung der deutschen neoliberalen und linksnationalistischen Eliten rechnen, solange sein Wirken der antipolnischen Propaganda dienlich ist.
    Deutschland und Die Zeit brauchen mehr Geremeks.

    • Anonym
    • 02.05.2007 um 10:49 Uhr

    Herr Geremek als Linksfluegel von Solidarnosc Vertreter immer die ehemaligen Kommunisten unterstuezte. Das war ein Vertrag, der die Macht in 1989 teilte. Naturlich ist, dass er nach der Pleite seiner Partei alles kritiziert was die Regierung macht. Vor alem er soll nicht in der Name des Volks sprechen und nicht im Ausland sich beklagen. Ich personlich dieses Durchleuchtunggesetz unterstuze.Niemand jagt auf ihn. Geremek und seine Kollegen waren durch letzte 15 Jahren die Spezialisten fur medialen Vernichtung seiner politischen Feinden.
    Beklagenswert ist sprechen uber Hexenjagd im Deutschland, das Durchleuchtung schon seit Jahren fuhrt und fruher dasselbe mit Nazis gemacht hat.
    Und das Letzte: das ist ein Gesetz und Sie sind nicht uber das Herr Geremek.

    • Anonym
    • 02.05.2007 um 11:07 Uhr

    Das stimmt Jankra. Geremek ist nicht für Durchleuchtung Gesetz. War auch nie. In Jahr 1992 hat er zusammen mit Walesa und paar Kommunisten, rausgeschmissen aus denn Parlament Herr Olszewski. Absolut gegen alle Gesetze und Anstand.
    Das haben sie gemacht weil Olszewski wollte unbedingt das durchleuchtung Gesetz einfuhren.
    Sein denn, 17 Jahre lang schreit er am lautestem in alle Medien das er dagegen ist.

    Außerdem das neue Gesetz begrenzt nicht die redefreiheit von presse. Es droht nix dafür auch wenn man mit SB (polnische Stasi) gearbeitet hat.

    • Anonym
    • 02.05.2007 um 12:52 Uhr

    Geremek hat alle Polen sehr schwer beleidigt. In eine Internet Umfrage von 'Gazeta Wyborcza' Zeitung, 87% Polen (70 156 Polen) haben sich gegen die Haltung von Geremek ausgedrückt und nur 13% (10 034 Polen) haben Geremek unterstützt. Daher Geremek hat seines Mandat verloren, um sich im Namen der Polen zu äusern.

    Germek versucht aus einem unbekannten Grund die Lustration in Polen in Luft zu jagen. Das Verhalten Geremeks gefährdet die Demokratie, die Autonomie von Lehre und Forschung und die Presseunabhängigkeit.

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