Es ist eine Zahl mit Symbolgehalt:Um 4,1 Prozent sollen die Löhne in der Metallindustrie von Juni an steigen. Darauf haben sich die IG Metall und die Arbeitgeber der rund 800.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg geeinigt. In einer zweiten Stufe soll das Einkommen von 2008 an um 1,7 Prozent angehoben werden. Festgesetzt wurde eine Laufzeit von 19 Monaten. Ab Juni 2008 gibt es zusätzlich einen befristeten Konjunkturbonus von 0,7 Prozent bis Oktober 2008.

Der Tarifabschluss im wichtigen Bezirk Baden-Württemberg wird wohl zum Vorbild für die Abschlüsse in den anderen Tarifbezirken werden. Insgesamt sind in der deutschen Metallindustrie 3,4 Millionen Menschen beschäftigt. Der Tarifeinigung waren mehrwöchige Verhandlungen und zuletzt Warnstreiks vorausgegangen. Die IG Metall hatte ursprünglich 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt gefordert, die Arbeitgeber hatten zunächst 2,5 Prozent und einen befristeten Konjunkturbonus von weiteren 0,5 Prozent angeboten.

Mit der Einigung erreicht die IG Metall nun ihr erklärtes Ziel, höher als vier Prozent abzuschließen. Für die Arbeitnehmer setzt der Abschluss zudem dieses Zeichen: Auch sie können von der heutigen Achterbahn-Wirtschaft profitieren. Wenn auch nicht über die Maßen. Die Comerzbank rechnet über die volle Laufzeit des Tarifvertrags mit einem realen Lohnzuwachs von 3,25 Prozent, die Deutsche Bank mit 3,5 Prozent.

Die Arbeitgeber können ebenfalls zufrieden sein. Denn die Prognosen für ihre Branche sind überaus gut. Außerdem verzichtet die Gewerkschaft in Zeiten des Aufschwungs auf einen schädigenden Arbeitskampf und beweist, dass sie trotz ihrer ursprünglichen 6,5-Prozent-Forderung durchaus ihre Verantwortung für die Entwicklung der Branche wahrzunehmen weiß.

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