Online-Untersuchung Spionage im Netz

Keine Firewall ist stark genug, um die von Innenminister Schäuble geforderte Online-Spionage abzuwehren. Zu dieser Ansicht kam der Chaos Computer Club. Akzeptieren sollten User die Eindringlinge dennoch nicht.

Online-Untersuchungen: Schäubles Spione haben freie Bahn im Netz.

Online-Untersuchungen: Schäubles Spione haben freie Bahn im Netz.

Nach Ansicht des Chaos Computer Clubs (CCC) kann der einfache Computerbenutzer sich praktisch nicht gegen die von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble geforderten heimlichen Online-Durchsuchungen von Rechnern wehren. "Übliche Antivirenprogramme und Firewalls sind machtlos. Die Ermittler werden Schwachstellen nutzen, etwa im Mailprogramm oder Browser", sagt Constanze Kurz vom CCC der Zeit .

Schäuble hatte die Durchsuchungen nach Kritik im Bundestag vorerst gestoppt. Nach Ansicht der CCC-Expertin Kurz hat aber jeder User durchaus das Recht, sich gegen derartige Eindringlinge zur Wehr zu setzen. "Gegen so etwas darf man sich wehren", sagt sie.

Angriffe der Behörden auf Rechner des CCC erwartet sie nicht: "Die Ermittler werden es sich zweimal überlegen, uns anzugehen. Die Gefahr ist einfach zu groß, dass wir den Online-Spion aufspüren." Vergleiche des Vorgehens des CCC mit den Behördenplänen wies sie zurück: "Wenn der CCC in Systeme eingedrungen ist, dann um Sicherheitslücken aufzudecken - und nicht um jemanden auszuspionieren."

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Leser-Kommentare
    • kavau
    • 10.05.2007 um 12:41 Uhr

    man starte von einer Live-CD/DVD. Die kann nicht verändert werden. Ist zwar umständlich aber dafür ein ganz einfaches Mittel die Jungs alt aussehen zu lassen. Und das weiß natürlich auch jeder, der für solche Online-Durchsuchungen interessant genug ist. Falls man den Beteuerungen derjenigen glaubt, die vorgeben das die OD nur bei gaaaanz schweren Strafdaten eingesetzt werden soll. Terroristen und Profi-Kriminelle werden sicherlich auch nicht von ihrem Hausanschluss online gehen. Dafür gibt es ja Hot Spots und ungesicherte WLANs.

    • keox
    • 10.05.2007 um 17:28 Uhr

    also telefonieren und briefe schreiben würde ich mir kneifen.

    es hilft nur eines: fahrrad fahren - zumindest bis es eine fahrrad-maut gibt - und das umgehende erlernen der alten knotenschrift der inka.

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  3. Anstelle passiver Abwehr durch Firewalls oder ähnlichem könnte es auch eine 'Aktive Abwehr geben'. Das wären zum Programme die verdächtige Dateien vortäuschen. Filzt der BND den Rechner stößt der elektronische Fander auf diese Dateien und kassiert sie. In Wirklichkeit enthalten die Dateien jedoch zerstörerischen Programmcode der dann zum Beispiel die Festplatte des BND-Server verwüsten könnte oder Schlimmeres sobald er in irgendeiner Form ausgepackt oder gelesen wird. Denn was ein Hacker macht kann man auch umkehren, sozusagen die Granate zurückschicken und im gegnerichen Lager explodieren zu lassen. Außerdem könnte man gezielt versuchen die BND-Server zu Hacken und auszuschalten. Weiterhin könnte man den Rechner mit unbedeutenden Datendateien zumüllen die man verdächtig macht durch entsprechende Namen, aber in denen nur Müll steht z.b. eine Abschrift der Bibel oder ähnliches. Das alles noch verschlüsseln damit die Herren möglichst viel zu tun bekommen. Hat der BND dann die 10.000te Datei entschlüsselt und festgestellt das es wiedermal ein Einkaufzettel war oder die die Seiten 100-500 aus dem Telefonbuch von Tokyo werden die Herren so richtig Freude an Ihrer Arbeit bekommen. Heutige Festplatten rechnen in Gigabyte, da kann man jede Menge Unrat draufpacken ohne die Funktion des Computers merkbar einzuschränken.

    • keox
    • 10.05.2007 um 17:57 Uhr

    natürlich muß alles technisch mögliche getan werden, die staatliche schnüffelei und kontrolle zu unterbinden, keine frage.

    wichtiger allerdings ist die auseinandersetzung mit der frage nach dem charakter dieses staates.

    wem nutzt er? wessen interessen setzt er durch? welche möglichkeiten gibt es, seine macht zu begrenzen?

    • Anonym
    • 11.05.2007 um 17:34 Uhr
    7. \N

    Mir gefaellt hier sehr gut, wie die ZEIT ueber ein akutes Problem berichtet und anschliessend in Form einiger Kommentare eine Ideenschmiede dagegen entsteht. Ich wuerde das durchaus 'wehrhafte Demokratie von unten' nennen.

    @Flagranti: Abgesehen, davon dass statt BND BKA stehen muss, ist der Beitrag Zuckerguss.

    MfG

  4. Jeder fortgeschrittene oder beruflich geschulte Anwender kann das aber sehr wohl, und das gilt erst recht für Terroristen und die organisierte Kriminalität.

    Eine Browser-Schwachstelle hilft z.B. gar nichts, wenn sie nur in einer virtuellen Maschine ausgenutzt werden kann. Darin gibt es logischerweise nichts zu durchsuchen. Ein Spassvogel könnte hier sogar noch ein paar schöne Grüsse für das BKA deponieren.

    Ich traue mir persönlich zu, mit 1 Woche Arbeit mein Heimnetz und meinen Arbeitsrechner so zu organisieren, dass die Staatshacker mindestens 1 Jahr brauchen, um in meinen Rechner vom Internet aus einzubrechen. Natürlich unter der Voraussetzung, dass ich in dem Jahr nichts an der Konfiguration ändere...

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    Viele werden dann auf Linux und Co ausweichen.
    Das Verschlüsseln der Festplatte macht auch Sinn, um sich dagegen zu wehren.

    Viele werden dann auf Linux und Co ausweichen.
    Das Verschlüsseln der Festplatte macht auch Sinn, um sich dagegen zu wehren.

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