Punk

Im Ohr des Terrors

© Christian Bartsch

Liederabend in der Roten Flora: Matula und Captain Planet erobern Hamburgs autonomes Zentrum. Ein Konzertbericht in 15 Bildern Kaum zwei Wochen ist es her, dass die Rote Flora, Hamburgs Autonomes Zentrum, von sogenannten Bullen Sie nahmen mit, was sie interessant fanden. Das seit Jahrzehnten ehemalige Varietétheater im Schanzenviertel sei zu einem Hort des Terrors und des gewaltsamen Widerstands gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm geworden, hatten die Hüter des Gesetzes vermutet. Erhärtet haben sich die Verdächtigungen bisher nicht. Seither empfängt man in der Flora Besuch noch weniger herzlich als zuvor.
Leser-Kommentare
    • hfalls
    • 22.05.2007 um 19:24 Uhr

    ...für den fast objektiven artikel, der auch beinahe so etwas wie inhalt hat. danke auch für das konsequente ignorieren der dritten band des abends. kann es da einen zusammenhang geben mit der tatsache, dass es einer von jenen musikern war, der des photographen traum einer sensationellen photoreportage aus der höhle des löwen mit hinweis auf ein vorhandenes, vom hausplenum legitimiertes photoverbot (photos von live-performances werden geduldet) zunichte machte? ist ja eigentlich auch wurscht, denn offenbar fühlte die delegation der digitalen ausgabe dieses blattes ja auch nicht wohl am konzertort. der text suggeriert jedoch, dies sei früher einmal anders gewesen oder zumindest sei die schulter der flora nicht gar so kalt gewesen. von einer eroberung des teritoriums durch die conquistadoren der beiden bands kann eigentlich auch nicht die rede sein, denn ihre mitglieder sind im hause keineswegs ortsfremd. möchte der verfasser sich etwa einreden, sie gehören eigentlich nicht dorthin, dort wo unter anderem sexismus und rassismus nicht geduldet werden? möchte er sie lieber in seiner gemütlichen, aber halt auch zahn- und konturlosen indiewelt haben? pech gehabt, denn wie ihre aufnäher schon sagen, sind matula "mehr punk als du und deine freunde".

    das schlimmste allerdingst scheint mir zu sein, dass ein solch polemischer beitrag im mantel des journalismus daherkommt. wenn journalismus jedoch den boden der objektivität bewusst verlässt, dann wird er im allgemeinen nicht mehr journalismus genannt, sondern propaganda. die rote flora und die menschen, die sie gestalten, haben selbstredend kein anrecht auf gekuschel, aber polemische nachrede dürfte die zeit in zukunft ruhig wieder der bild überlassen. zu guter letzt: wer auf gästelisten steht, tut gut daran, sich auch wie ein gast zu verhalten.

    ps: möchte die zeit mich vielleicht als schreiber einstellen? ich verfüge über einen universitätsabschluss und wenn sie von mir noch einmal korrektur gelesen werden, dann enthalten meine texte auch deutlich weniger fehler als dieser hier. hartz iv scheint mir jetzt, wo ich es von innen heraus betrachte, doch kein adäquates lebensziel zu sein...

  1. 2. ach...

    lieber hfalls,

    ich kann kaum einen deiner vorwürfe nachvollziehen. ich hatte nicht die absicht, den ort zu exotisieren oder mit meinem bericht zu polemisieren. vielleicht stellen überschrift und vorspann die galerie in ein schiefes licht, aber das kann keine erklärung für all das sein, was du mir unterstellst.

    dass du dich ärgerst, dass die erste band nicht auftaucht, verstehe ich, schließlich war es deine eigene kombo kurhaus. meine sätze zu eurem auftritt sind dem redigat zum opfer gefallen, das tut mir leid. ganz und gar nichts hat es damit zu tun, dass du uns das vom flora-plenum beschlossene fotoverbot dargelegt hast. ich erinnere mich auch nicht, dass wir uns irgendwie negativ dazu geäußert haben, wir haben es akzeptiert.

    ehrlich gesagt sehe ich das polemische potenzial meiner bildtexte gar nicht. klar sind sie subjektiv. aber warum erwartest du objektivität von mir? das ist doch genau das, was einen in den medien heute so angeht, diese vorgetäuschte objektivität. auf solches papsttum, dass der welt vorbetet, was sie gut und was sie schlecht zu finden hat, habe ich keine lust, das gilt nicht nur für den bereich der musik. deine gleichung „subjektivität im journalismus = propaganda“ ist so einfach wie falsch.

    woraus schließt du, dass wir uns unwohl fühlten? und was ist so schlimm daran, dass der punk hier so ans licht gezerrt wird? ich bin der meinung, alle menschen sollten sich die fabelhafte platte von matula kaufen, die single von captain planet sowieso. ich will niemandem etwas wegnehmen und niemanden gegen seinen willen in meine heile indiewelt integrieren. die leute von der band und renke von zeitstrafe fanden es durchaus in ordnung, dass ich die matula-platte an dieser stelle besprochen habe (http://blog.zeit.de/tontr...).

    und, echt, so manchen satz hättest du dir besser zweimal überlegt: „wer auf gästelisten steht, tut gut daran, sich auch wie ein gast zu verhalten.“ fällt dir auf, aus welcher ecke solche sätze sonst kommen? ganz übel, wirklich.

    gruß, jan kühnemund

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    • hfalls
    • 23.05.2007 um 3:56 Uhr

    die vorwürfe, so wir sie denn so nennen wollen, beziehen sich konkret auf zwei dinge:

    1. es sind einige menschen aus dem publikum nicht glücklich damit auf den photos zu sehen zu sein. gerade die letzten "untersuchungen" der polizei haben ja gezeigt, dass man heute sehr schnell zum/zur terroristIn wird. die ganze aufmachung des artikels erscheint mir so, als ob es nicht um die bands, sondern um den schauplatz des konzertes gehe. möglicherweise liegt das daran, dass jemand da am falschen ende redigiert hat. das mag sein. ich gehe auch mal davon aus, dass die erkennbarkeit der personen auf den photos nicht auf böser absicht beruht, sondern einfach auf unterschiedlichen verständnissen davon, was zu tolerieren wäre an photomotiven und was nicht. um es noch einmal deutlich zu machen: bandmitglieder, sofern diese nichts dagegen habe, was wohl nicht der fall ist: okay. zuschauer, da diese was dagegen haben könnten und teilweise auch haben nicht. auch im namen der betroffenen bitte ich dich, die betreffenden 2-3 photos entweder zu entfernen/ersätzen. du hast ja sicher noch allerhand andere schöne bilder, wo niemand drauf zu sehen ist, die/den es stören könnte. anfangs fühlte ich mich schon sehr verarscht, als ich die photos gesehen habe. daher die pampigkeit. jetzt, wo ich mich etwas abgekühlt habe, denke ich, dass alles wahrscheinlich auf einem missverständnis beruht und hoffe, wir schaffen es, den scheiss aus der welt zu schaffen. zum ding mit der fehlenden band: okay, wenn es weggekürzt wurde, kann ich es verstehen, aber einfach so sah es schon ein wenig nach retourkutsche aus, gerade weil es von euch ja keine direkte widerrede gab. fehlinterpretation meinerseits. tut mir leid.

    2. was ich allerdings doch wirklich nicht gut finde, ganz unabhängig von der photothematik ist folgender satz: "Seither empfängt man in der Flora Besuch noch weniger herzlich als zuvor."

    leider habe ich die (hoffentlich) passenden worte dazu erst im laufe des abends gefunden, aber jetzt weiss ich, was mich daran so sehr aufregt. meiner meinung nach zeichnet sich die rote flora dadurch aus, dass hier stärker als anderswo, menschen als gäste oder sogar teil der strukturen selbst akzeptiert werden, die anderswo entweder sofort von der security entsorgt oder zumindest schief angeguckt werden würden. die bandbreite umfasst hier von menschen mit drogenproblemen (sofern sie diese draußen lassen), als geistig oder körperlich behindert bezeichnete, nichtheteros, wohnungslose, arme und andere menschen, die von der gesellschaft als probleme angesehen werden. der zitierte satz sugeriert jedoch, dass in der flora weniger leute oder leute weniger willkommen wären als in der mehrheitsgesellschaft. das ist in meinen augen schlicht eine verdrehung der tatsachen. das photo dazu schließt vier personegruppen aus: "zivicops, presse, rassisten, sexisten".

    dazu ist folgendes zu sagen: niemand lässt gerne zivilpolizisten oder journalisten in ihr/sein haus, ohne diese hereingebeten zu haben. wenn es einen grund für die polizei gäbe, das haus zu betreten, so hätte sie entweder einen durchsuchungsbefehl (wie neulich) oder aber sie würden sich eh mit gewalt zugang verschaffen (wie neulich). sofern es keinen grund gibt, haben polizisten egal ob in zivil oder in uniform in der roten flora ebenso wenig zu suchen wie etwa bei dir zu hause oder in den redaktionsräumen der zeit. ist das irgendetwas anderes als verständlich?

    journalisten haben nicht generell hausverbot. erst gestern fand in der roten flora sogar eine pressekonferenz statt. aber auch hier gilt: würdest du jemanden in deine wohnung lassen oder auch in dein büro, die/der dort alles filmt oder fotografiert und hinterher irgendetwas über dich schreibt, auf dass du keinen einfluss hast? und vor allem: wenn diese person nicht vorher fragt, ist die wahrscheinlichkeit nicht hoch, dass sie eine eher schlechte meinung von dir hat? natürlich muss es für dich provozierend sein, das zu lesen, aber du weisst so gut wie ich, dass alles was links der spd steht zumindest vom axel springer verlag erwarten darf, ins schlechtestmögliche licht gerückt zu werden, wenn nicht sogar opfer einer lügenkampagne zu werden. hier trifft wohl der spruch vom gebrannten kind ganz gut. das projekt rote flora hat mit der presse nicht wirklich nur gute erfahrungen gemacht, einige der schlechtesten stammen aus journalistischen undercoveraktionen. das heisst nicht, dass es etwas zu verbergen gäbe. aber wie überall gibt es vieles, was niemanden etwas angeht und einiges, was leicht falsch verstanden zu werden, wenn man es den unbedingt will...

    zu rassisten und sexisten sei gesagt, dass dies eine der größten errungenschaften von emanzipatorischen projekten wie der flora. wenn bei der zeit ein redakteur eine praktikantin verbal belästigt, was passiert dann? "naja, die praktikantin ist bald weg und er ist ein guter mitarbeiter..." sowas vielleicht? wenn in der flora jemand jemand anderen verbal (oder auch anders) sexuell belästigt und dies herauskommt (wobei die aussage des opfers genügt!), dann fliegt der täter raus und wenn er die flora damals selbst erstürmt hat. das gleiche gilt für menschen, die rassistische, antisemitische, homophobe oder ähnliche scheisse von sich geben. das ist kein zeichen von mangelnder gastfreundschaft. das ist ein minimalstandard, den die mehrheitsgesellschaft leider nicht in der lage ist, einzuhalten.

    der flora als emanzipatorischem projekt geht es um ein mehr an freiheit. leider gibt es mechanismen im system, die dieses mehr an freiheit fürchten. menschen könnten ja auf falsche gedanken kommen und merken, dass der kapitalismus nicht die lösung, sondern teil des problems ist.

    all das hast du natürlich nicht gemeint, aber ist es das, was der satz in kombination mit dem photo aussagt oder zumindest das, was ich daraus lese...

    mfg,

    hfalls

    ps: das mit der gästeliste: punkt für dich!

    pps: das sind natürlich alles persönliche einschätzungen. ich kann und will nicht für das projekt rote flora sprechen. ich mache mir halt nur so meine gedanken...

    • hfalls
    • 23.05.2007 um 3:56 Uhr

    die vorwürfe, so wir sie denn so nennen wollen, beziehen sich konkret auf zwei dinge:

    1. es sind einige menschen aus dem publikum nicht glücklich damit auf den photos zu sehen zu sein. gerade die letzten "untersuchungen" der polizei haben ja gezeigt, dass man heute sehr schnell zum/zur terroristIn wird. die ganze aufmachung des artikels erscheint mir so, als ob es nicht um die bands, sondern um den schauplatz des konzertes gehe. möglicherweise liegt das daran, dass jemand da am falschen ende redigiert hat. das mag sein. ich gehe auch mal davon aus, dass die erkennbarkeit der personen auf den photos nicht auf böser absicht beruht, sondern einfach auf unterschiedlichen verständnissen davon, was zu tolerieren wäre an photomotiven und was nicht. um es noch einmal deutlich zu machen: bandmitglieder, sofern diese nichts dagegen habe, was wohl nicht der fall ist: okay. zuschauer, da diese was dagegen haben könnten und teilweise auch haben nicht. auch im namen der betroffenen bitte ich dich, die betreffenden 2-3 photos entweder zu entfernen/ersätzen. du hast ja sicher noch allerhand andere schöne bilder, wo niemand drauf zu sehen ist, die/den es stören könnte. anfangs fühlte ich mich schon sehr verarscht, als ich die photos gesehen habe. daher die pampigkeit. jetzt, wo ich mich etwas abgekühlt habe, denke ich, dass alles wahrscheinlich auf einem missverständnis beruht und hoffe, wir schaffen es, den scheiss aus der welt zu schaffen. zum ding mit der fehlenden band: okay, wenn es weggekürzt wurde, kann ich es verstehen, aber einfach so sah es schon ein wenig nach retourkutsche aus, gerade weil es von euch ja keine direkte widerrede gab. fehlinterpretation meinerseits. tut mir leid.

    2. was ich allerdings doch wirklich nicht gut finde, ganz unabhängig von der photothematik ist folgender satz: "Seither empfängt man in der Flora Besuch noch weniger herzlich als zuvor."

    leider habe ich die (hoffentlich) passenden worte dazu erst im laufe des abends gefunden, aber jetzt weiss ich, was mich daran so sehr aufregt. meiner meinung nach zeichnet sich die rote flora dadurch aus, dass hier stärker als anderswo, menschen als gäste oder sogar teil der strukturen selbst akzeptiert werden, die anderswo entweder sofort von der security entsorgt oder zumindest schief angeguckt werden würden. die bandbreite umfasst hier von menschen mit drogenproblemen (sofern sie diese draußen lassen), als geistig oder körperlich behindert bezeichnete, nichtheteros, wohnungslose, arme und andere menschen, die von der gesellschaft als probleme angesehen werden. der zitierte satz sugeriert jedoch, dass in der flora weniger leute oder leute weniger willkommen wären als in der mehrheitsgesellschaft. das ist in meinen augen schlicht eine verdrehung der tatsachen. das photo dazu schließt vier personegruppen aus: "zivicops, presse, rassisten, sexisten".

    dazu ist folgendes zu sagen: niemand lässt gerne zivilpolizisten oder journalisten in ihr/sein haus, ohne diese hereingebeten zu haben. wenn es einen grund für die polizei gäbe, das haus zu betreten, so hätte sie entweder einen durchsuchungsbefehl (wie neulich) oder aber sie würden sich eh mit gewalt zugang verschaffen (wie neulich). sofern es keinen grund gibt, haben polizisten egal ob in zivil oder in uniform in der roten flora ebenso wenig zu suchen wie etwa bei dir zu hause oder in den redaktionsräumen der zeit. ist das irgendetwas anderes als verständlich?

    journalisten haben nicht generell hausverbot. erst gestern fand in der roten flora sogar eine pressekonferenz statt. aber auch hier gilt: würdest du jemanden in deine wohnung lassen oder auch in dein büro, die/der dort alles filmt oder fotografiert und hinterher irgendetwas über dich schreibt, auf dass du keinen einfluss hast? und vor allem: wenn diese person nicht vorher fragt, ist die wahrscheinlichkeit nicht hoch, dass sie eine eher schlechte meinung von dir hat? natürlich muss es für dich provozierend sein, das zu lesen, aber du weisst so gut wie ich, dass alles was links der spd steht zumindest vom axel springer verlag erwarten darf, ins schlechtestmögliche licht gerückt zu werden, wenn nicht sogar opfer einer lügenkampagne zu werden. hier trifft wohl der spruch vom gebrannten kind ganz gut. das projekt rote flora hat mit der presse nicht wirklich nur gute erfahrungen gemacht, einige der schlechtesten stammen aus journalistischen undercoveraktionen. das heisst nicht, dass es etwas zu verbergen gäbe. aber wie überall gibt es vieles, was niemanden etwas angeht und einiges, was leicht falsch verstanden zu werden, wenn man es den unbedingt will...

    zu rassisten und sexisten sei gesagt, dass dies eine der größten errungenschaften von emanzipatorischen projekten wie der flora. wenn bei der zeit ein redakteur eine praktikantin verbal belästigt, was passiert dann? "naja, die praktikantin ist bald weg und er ist ein guter mitarbeiter..." sowas vielleicht? wenn in der flora jemand jemand anderen verbal (oder auch anders) sexuell belästigt und dies herauskommt (wobei die aussage des opfers genügt!), dann fliegt der täter raus und wenn er die flora damals selbst erstürmt hat. das gleiche gilt für menschen, die rassistische, antisemitische, homophobe oder ähnliche scheisse von sich geben. das ist kein zeichen von mangelnder gastfreundschaft. das ist ein minimalstandard, den die mehrheitsgesellschaft leider nicht in der lage ist, einzuhalten.

    der flora als emanzipatorischem projekt geht es um ein mehr an freiheit. leider gibt es mechanismen im system, die dieses mehr an freiheit fürchten. menschen könnten ja auf falsche gedanken kommen und merken, dass der kapitalismus nicht die lösung, sondern teil des problems ist.

    all das hast du natürlich nicht gemeint, aber ist es das, was der satz in kombination mit dem photo aussagt oder zumindest das, was ich daraus lese...

    mfg,

    hfalls

    ps: das mit der gästeliste: punkt für dich!

    pps: das sind natürlich alles persönliche einschätzungen. ich kann und will nicht für das projekt rote flora sprechen. ich mache mir halt nur so meine gedanken...

    • hfalls
    • 23.05.2007 um 3:56 Uhr
    3. darauf

    die vorwürfe, so wir sie denn so nennen wollen, beziehen sich konkret auf zwei dinge:

    1. es sind einige menschen aus dem publikum nicht glücklich damit auf den photos zu sehen zu sein. gerade die letzten "untersuchungen" der polizei haben ja gezeigt, dass man heute sehr schnell zum/zur terroristIn wird. die ganze aufmachung des artikels erscheint mir so, als ob es nicht um die bands, sondern um den schauplatz des konzertes gehe. möglicherweise liegt das daran, dass jemand da am falschen ende redigiert hat. das mag sein. ich gehe auch mal davon aus, dass die erkennbarkeit der personen auf den photos nicht auf böser absicht beruht, sondern einfach auf unterschiedlichen verständnissen davon, was zu tolerieren wäre an photomotiven und was nicht. um es noch einmal deutlich zu machen: bandmitglieder, sofern diese nichts dagegen habe, was wohl nicht der fall ist: okay. zuschauer, da diese was dagegen haben könnten und teilweise auch haben nicht. auch im namen der betroffenen bitte ich dich, die betreffenden 2-3 photos entweder zu entfernen/ersätzen. du hast ja sicher noch allerhand andere schöne bilder, wo niemand drauf zu sehen ist, die/den es stören könnte. anfangs fühlte ich mich schon sehr verarscht, als ich die photos gesehen habe. daher die pampigkeit. jetzt, wo ich mich etwas abgekühlt habe, denke ich, dass alles wahrscheinlich auf einem missverständnis beruht und hoffe, wir schaffen es, den scheiss aus der welt zu schaffen. zum ding mit der fehlenden band: okay, wenn es weggekürzt wurde, kann ich es verstehen, aber einfach so sah es schon ein wenig nach retourkutsche aus, gerade weil es von euch ja keine direkte widerrede gab. fehlinterpretation meinerseits. tut mir leid.

    2. was ich allerdings doch wirklich nicht gut finde, ganz unabhängig von der photothematik ist folgender satz: "Seither empfängt man in der Flora Besuch noch weniger herzlich als zuvor."

    leider habe ich die (hoffentlich) passenden worte dazu erst im laufe des abends gefunden, aber jetzt weiss ich, was mich daran so sehr aufregt. meiner meinung nach zeichnet sich die rote flora dadurch aus, dass hier stärker als anderswo, menschen als gäste oder sogar teil der strukturen selbst akzeptiert werden, die anderswo entweder sofort von der security entsorgt oder zumindest schief angeguckt werden würden. die bandbreite umfasst hier von menschen mit drogenproblemen (sofern sie diese draußen lassen), als geistig oder körperlich behindert bezeichnete, nichtheteros, wohnungslose, arme und andere menschen, die von der gesellschaft als probleme angesehen werden. der zitierte satz sugeriert jedoch, dass in der flora weniger leute oder leute weniger willkommen wären als in der mehrheitsgesellschaft. das ist in meinen augen schlicht eine verdrehung der tatsachen. das photo dazu schließt vier personegruppen aus: "zivicops, presse, rassisten, sexisten".

    dazu ist folgendes zu sagen: niemand lässt gerne zivilpolizisten oder journalisten in ihr/sein haus, ohne diese hereingebeten zu haben. wenn es einen grund für die polizei gäbe, das haus zu betreten, so hätte sie entweder einen durchsuchungsbefehl (wie neulich) oder aber sie würden sich eh mit gewalt zugang verschaffen (wie neulich). sofern es keinen grund gibt, haben polizisten egal ob in zivil oder in uniform in der roten flora ebenso wenig zu suchen wie etwa bei dir zu hause oder in den redaktionsräumen der zeit. ist das irgendetwas anderes als verständlich?

    journalisten haben nicht generell hausverbot. erst gestern fand in der roten flora sogar eine pressekonferenz statt. aber auch hier gilt: würdest du jemanden in deine wohnung lassen oder auch in dein büro, die/der dort alles filmt oder fotografiert und hinterher irgendetwas über dich schreibt, auf dass du keinen einfluss hast? und vor allem: wenn diese person nicht vorher fragt, ist die wahrscheinlichkeit nicht hoch, dass sie eine eher schlechte meinung von dir hat? natürlich muss es für dich provozierend sein, das zu lesen, aber du weisst so gut wie ich, dass alles was links der spd steht zumindest vom axel springer verlag erwarten darf, ins schlechtestmögliche licht gerückt zu werden, wenn nicht sogar opfer einer lügenkampagne zu werden. hier trifft wohl der spruch vom gebrannten kind ganz gut. das projekt rote flora hat mit der presse nicht wirklich nur gute erfahrungen gemacht, einige der schlechtesten stammen aus journalistischen undercoveraktionen. das heisst nicht, dass es etwas zu verbergen gäbe. aber wie überall gibt es vieles, was niemanden etwas angeht und einiges, was leicht falsch verstanden zu werden, wenn man es den unbedingt will...

    zu rassisten und sexisten sei gesagt, dass dies eine der größten errungenschaften von emanzipatorischen projekten wie der flora. wenn bei der zeit ein redakteur eine praktikantin verbal belästigt, was passiert dann? "naja, die praktikantin ist bald weg und er ist ein guter mitarbeiter..." sowas vielleicht? wenn in der flora jemand jemand anderen verbal (oder auch anders) sexuell belästigt und dies herauskommt (wobei die aussage des opfers genügt!), dann fliegt der täter raus und wenn er die flora damals selbst erstürmt hat. das gleiche gilt für menschen, die rassistische, antisemitische, homophobe oder ähnliche scheisse von sich geben. das ist kein zeichen von mangelnder gastfreundschaft. das ist ein minimalstandard, den die mehrheitsgesellschaft leider nicht in der lage ist, einzuhalten.

    der flora als emanzipatorischem projekt geht es um ein mehr an freiheit. leider gibt es mechanismen im system, die dieses mehr an freiheit fürchten. menschen könnten ja auf falsche gedanken kommen und merken, dass der kapitalismus nicht die lösung, sondern teil des problems ist.

    all das hast du natürlich nicht gemeint, aber ist es das, was der satz in kombination mit dem photo aussagt oder zumindest das, was ich daraus lese...

    mfg,

    hfalls

    ps: das mit der gästeliste: punkt für dich!

    pps: das sind natürlich alles persönliche einschätzungen. ich kann und will nicht für das projekt rote flora sprechen. ich mache mir halt nur so meine gedanken...

    Antwort auf "ach..."
  2. Hi. Sehe auch nix negatives. im gegenteil, der artikel bzw. fotostrecke hat lust gemacht das projekt mal zu besuchen und sich mit den bands näher zu befassen.
    nicht immer gleich so negativ losschießen. ist aber leider weit verbreitet in der szene, das credo: ich reg' mich auf, auch wenns nix zum aufregen gibt.
    ein ex-punker

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