Streikbrecher-Lohn Alles Verräter?

Das jüngste Gerücht: Die Telekom zahlt jedem Streikbrecher 50 Euro. Darf die das? Und: Dürfen Mitarbeiter das Geld annehmen? Oder verkaufen sie dann ihr Gewissen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Die Deutsche Telekom macht ihren Mitarbeitern ein unmoralisches Angebot, berichtet an diesem Mittwoch empört die tageszeitung : Sie bietet allen Streikbrechern 50 Euro am Tag, wenn sie regulär zur Arbeit kommen. Angeblich, so ist zu hören, hat das Management damit schon Erfolg. An manchen bestreikten Standorten sollen bis zu einem Viertel der Telekom-Mitarbeiter zum Dienst erschienen sein.

Aber ist es wirklich unmoralisch, wenn ein Unternehmen im Arbeitskampf dafür bezahlt, dass die Gegenseite geschwächt wird?  Immerhin gibt es keine Streikpflicht, jeder Mitarbeiter kann sich frei entscheiden. Sollte die Telekom, wie die taz ironisch vorschlägt, nicht sogar mehr bieten für alle, die sofort aufhören, zu streiken - und für die, die sich erst morgen dazu entschließen, weniger. Das könnte das Streikende doch beschleunigen?

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Und was gilt für die Mitarbeiter - dürfen sie das Geld annehmen? Schließlich ist keiner zur Solidarität gezwungen. Oder sogar so: Der Streikbrecher nimmt die 50 Euro und teilt sie mit den Streikenden, um deren Kasse aufzufüllen. Ist's dann kein "Judas-Lohn" mehr?

Welche Antwort haben Sie auf unsere Fragen? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung! Im Kommentarfeld unter diesem Artikel können Sie sie aufschreiben.

 
Leser-Kommentare
    • sfahr
    • 16.05.2007 um 17:21 Uhr

    as macht die Telekom wunderbar. In der Streikkasse ist ja auch ein ganzer Batzen Geld, um Lohnausgleich zu betreiben. Und wenn die Solidaritaet zwischen Arbeitern sowieso nur 50 EUR Wert ist, dann ist das ganze Gewerkschaftsgehabe doch sowieso nur intelektuelles Getue. Zu guter letzt noch meine Erfahrung als Bandarbeiter bei Mercedes-Benz: Verpetzen von "Kollegen" beim Vorgesetzten, weil einer sich ein paar Minuten mehr ausruhte, war an der Tagesordnung - tolle Solidaritaet!

  1. Damit zeigt sich dann auch, wie wichtig den Mitarbeitern dieser Streik ist. Die Gewerkschaften verlieren dadurch weiter an Macht, was gut ist, damit die endlich mal von ihrem hohen Ross herunterkommen und sich um die wichtigeren Dinge kümmern.

    Wenn der Plan der Telekom, Mitarbeiter in eine tochterfirma für weniger Geld und mehr Arbeitszeit zu verlegen, nicht durchgesetzt wird, wenn eben einige Stellen gekürzt. Das fänd ich die deutlich schlechtere Alternative... Aber die Gewerkscahftsfuzzis haben das Denken eh schon vor Jahren verlernt..

  2. Für lausige 50 Euro unterminieren diese Menschen die Aktionenen gegen einen skupelosen Arbeitgeber.

    Wer außer den Gewerkschaften kann ihnen denn noch helfen ?

    PS : Der größte Feind der Gewerkschaften sind die Ausbeuter.........

  3. Es ist leider bittere Wahrheit :

    Mitarbeiter bekommen 300-500 Euro Judaslohn und Teamleiter 3000 Euro geboten, um ihre Mitarbeiter gefügig zu machen........

    • sfahr
    • 16.05.2007 um 19:22 Uhr

    Ganz nach mhwl1955:
    Der größte Feind der Gewerkschaften sind die Arbeiter.

  4. Was soll das ganze Gehäme?
    Zerschlägt verdi das gesamte Porzellan ist das in Ordnung, wehrt sich die Telekom ist sie ein "skrupelloser Arbeitgeber".
    Die meisten Kommentare zu der ganzen Auseinandersetzung Telekom - Verdi zeigen doch, dass die Kommentatoren von wirtschaftlichen Zusammenhängen nicht mehr verstehen als die Verdifunktionäre.
    Im übrigen würde es dem ganzen Land gut tun, wenn die Funktionäre dieses Klubs mal richtig was auf die Nase bekämen, damit sie wieder auf dem Boden der Wirklichkeit landen.

    • Anonym
    • 16.05.2007 um 21:22 Uhr

    Ich finde durchaus, dass man die Leute, welche die 50 Euro annehmen, als Verraeter bezeichnen kann. Es sind solche, denen kurzfristiges Eigeninteresse mehr wiegt, als das gemeinsame, berechtigte Bestreben nach ein paar Prozent mehr Lohn. Stichwort Berechtigung: Was nuetzt Deutschland eigentlich der Wirtschaftsaufschwung, wenn sich seine Buerger (bzw hier die Beschaeftigten) nichts davon kaufen koennen? Steuereinnahmen des STaates (obwohl nuetzlich) und steigende Managergehaelter alleine reichen nicht.

    Auch wenn es paradox klingt: Trotz dadurch weiter sinkender Mitgliederzahlen koennte es verdi von der Glaubwuerdigkeit her guttun, die Streikbrecher von der Mitgliedschaft auszuschliessen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    An Morido:
    Was passiert wohl, wenn die Stellen zwar nicht ausgelagert, dafür aber einige von ihnen gestrichen werden. Dann wird das "sicher weniger leisten können" auf ein paar wenige konzentriert und am besten noch totgeschwiegen.

    Was die Telekom macht kann man nicht als "ausbeuten" bezeichen, denn ausgebeutet wird man erst, wenn man von seinem Lohn nicht leben und nicht sterben kann, sozusagen. Viel mehr versucht die Telekom, als ehemaliges Staatsunternehmen endlich rentabel zu wirtschaften, um mit den Konkurrenten mithalten zu können. Dafür kann sie unter anderem Kosten reduzieren, wo es geht. Die Arbeitsplätze auszulagern (und für weniger Gehalt zu beschäftigen) finde ich dabei wesentlich sozialer, als z.B. die ersatzlose Schließung eines ganzen Standortes (siehe Allianz).

    Klar ist es nicht besonders toll für die Mitarbeiter, aber schaut man sich einmal die Alternativen an, ist der Plan der Telekom vermutlich der beste (Gegenvorschläge nehme ich gerne an)

    An Morido:
    Was passiert wohl, wenn die Stellen zwar nicht ausgelagert, dafür aber einige von ihnen gestrichen werden. Dann wird das "sicher weniger leisten können" auf ein paar wenige konzentriert und am besten noch totgeschwiegen.

    Was die Telekom macht kann man nicht als "ausbeuten" bezeichen, denn ausgebeutet wird man erst, wenn man von seinem Lohn nicht leben und nicht sterben kann, sozusagen. Viel mehr versucht die Telekom, als ehemaliges Staatsunternehmen endlich rentabel zu wirtschaften, um mit den Konkurrenten mithalten zu können. Dafür kann sie unter anderem Kosten reduzieren, wo es geht. Die Arbeitsplätze auszulagern (und für weniger Gehalt zu beschäftigen) finde ich dabei wesentlich sozialer, als z.B. die ersatzlose Schließung eines ganzen Standortes (siehe Allianz).

    Klar ist es nicht besonders toll für die Mitarbeiter, aber schaut man sich einmal die Alternativen an, ist der Plan der Telekom vermutlich der beste (Gegenvorschläge nehme ich gerne an)

    • Hipper
    • 16.05.2007 um 21:30 Uhr

    ....das wäre die angemesse Entlohnung für derartige Tätigkeiten..

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  • Kommentare 38
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