g8 "Fundamentale Opposition"Seite 2/2

Die Änderungswünsche gehen bis in sprachliche Details. So soll nach dem Willen der US-Regierung die Formulierung gestrichen werden, der Kampf gegen den Klimawandel sei internationale "Pflicht, nicht Wahl". Die Formulierung, die G8 seien besorgt über jüngste Erkenntnisse der Wissenschaft zu Klimawandel strichen die USA ebenfalls. Nach ihrem Vorschlag heißt es nun, die Erkenntnisse würden zur Kenntnis genommen.

Umweltverbände wie Greenpeace und der BUND forderten Merkel auf, ungeachtet des heftigen Widerstands keine unverbindliche Erklärung zu unterzeichnen. Unterstützung erhielten sie durch den Klimabeauftragten Merkels, den Chef des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans-Joachim Schellnhuber. Merkel strebe exakt das an, was aus wissenschaftlicher Sicht geboten sei, sagte Schellnhuber.

"Trotz aller Verhandlungsschwierigkeiten kann es politisch nicht falsch sein, dieses wohlbegründete Ziel zu verfolgen." Das langfristige Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, sei das "überragende Gebot" aus wissenschaftlicher Sicht. Ein fauler Kompromiss diene niemandem. Wenn die von Deutschland angestrebten Langfrist-Ziele nicht erreicht würden, "schlittern wir in eine unkontrollierbare Situation hinein". Die Folge könnten größere ökologische Katastrophen wie das Schmelzen des Grönland-Eises oder der Kollaps des Amazonas-Regenwaldes sein, warnte Schellnhuber.

Von Thomas Krumenacker, reuters

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 28.05.2007 um 15:15 Uhr

    Die Amis handeln richtig. Man sollte sich von den Deutschen nichts aufzwingen lassen. Die Zeit, lässt sich nicht konservieren. Das Wünschdenken erzwingt keine besseren Ergebnisse. Das Eigenleben des Sonnensystems kann man nicht ändern. Nur die Borniertheit der gutmenschlichen Alteuropäer driftet ins Patholigische hin.

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    • Anonym
    • 28.05.2007 um 17:43 Uhr

    Die Zukunft wird zeigen, ob die "Alteuropäer" oder die scheinbar klügeren "Neueuropäer" borniert sind! Die Denkweise "nach mir die Sintflut" scheint mir in's Pathologische abzudriften.

    • Anonym
    • 28.05.2007 um 17:43 Uhr

    Die Zukunft wird zeigen, ob die "Alteuropäer" oder die scheinbar klügeren "Neueuropäer" borniert sind! Die Denkweise "nach mir die Sintflut" scheint mir in's Pathologische abzudriften.

    • Anonym
    • 28.05.2007 um 17:43 Uhr

    Die Zukunft wird zeigen, ob die "Alteuropäer" oder die scheinbar klügeren "Neueuropäer" borniert sind! Die Denkweise "nach mir die Sintflut" scheint mir in's Pathologische abzudriften.

  1. Es kann nicht, ich möchte darauf immer und immer wieder hinweisen, gut und machbar sein, dass eine Welt, die sich noch massiv mit A-Waffen und anderen Waffen bedroht, die noch hochaktiv in dem einen und anderen Krieg verwickelt ist, ohne dass dessen Ende wirklich absehbar ist, sich auf ein Umweltschutz-Ziel einigen kann - das ist wohl logisch!!!

    Und deshalb ist es falsch, sich dieses Ziel vorweg zu setzen. Man muss sich vielmehr die grundlegende Reform der UNO, eine Demokratisierung und Stärkung dieser Institution auf die Fahne schreiben. Dann müssen, und nur so kann dieses gelingen, erst die Sicherheitsprobleme aller halbwegs gelöst werden, was - dann erst - durchaus machbar ist, und dann erst die globalen Umweltprobleme. Das kann man isoliert nicht im Rahmen von G8, auf Dauer auch nicht im Rahmen der EU und auch nicht im nationalen Rahmen.
    Es ist schade, dass dieser Regierung, aber auch den (allermeisten) Globalisierungskritikern hier nichts weiter einfällt! Es gibt heute keine Alternative mehr zu einem wirklichen föderalen Weltstaat (a la BRD oder EU, nur dass er noch besser (und auch vielgestaltiger) sein muss)!
    A-Waffenberge ja - aber keine A-Kraftwerke, KLimaschutz - und Krieg ohne absehbares Ende - das ist Kokolores!

  2. Die Bundeskanzlerin wird wohl nicht darum herumkommen, den US-Präsidenten einmal gehörig zusammenzustauchen und die geballte Kompetenz der Deutschen in puncto Umweltpolitik in den Mittelpunkt zu stelllen.

    Wir brauchen lange Gesichter in Washington, damit endlich erkennbar wird, welche Abgründe sich zwischen der einstigen "Pershing-Partnerschaft" und der auf die Lösung von Zukunftsproblemen ausgerichteten heutigen deutschen Politik auftun. Die Nostalgie der freundschaftlichen deutsch-amerikanischen Beziehungen insbesondere zwischen 1949 und 1989 hilft uns jedenfalls nicht weiter.

    Wenn die beratungsresistente amerikanische Administration einfach nicht hören will, dann muss sie eben fühlen, wie es ist, als Atommacht von den Deutschen mal richtig ausgelacht zu werden. Die USA müssen begreifen, dass sich Deutschland eindeutig gegen jede weitere Atomenergiepolitik ausspricht und will, dass den Worten auch Taten folgen.

    Es ist sehr gut, dass eine CDU geführte Regierung diese Vermittlungsarbeit zu verrichten hat, denn es zeigt sich in Heiligendamm ja auch, wie wenig Merkel bisher von ihren amerikanischen Partnern überhaupt verstanden wurde. Das Ziel der Kanzlerin, die Wirtschaftsallianz zu den USA wiederzubeleben, war hochgesteckt. Vielleicht deutet die Scheidung von Daimler-Chrysler aber sogar an, dass sich auf absehbare Zeit Konkurrenzdenken eher wieder verstärkt.

    Insofern wird es auch wichtig sein, Sarkozy bei der EADS-Neuorganisation nicht allzu sehr entgegenzukommen.

    • Anonym
    • 29.05.2007 um 16:17 Uhr

    @waehlerstimme
    Die Bundeskanzlerin wird wohl nicht darum herumkommen, den US-Präsidenten einmal gehörig zusammenzustauchen und die geballte Kompetenz der Deutschen in puncto Umweltpolitik in den Mittelpunkt zu stelllen.
    Aber klar.
    Schon wieder die Germans der Welt vorschreiber wollen, was richtig ist. Danach haben die 2 Weltkriege gefolgt...
    Keine geballte Kompetenz, sondern die PISA Fakten über die ganz dummen und faulen Deutschen. Die Tschechen, Polen, Ungarn, Österreicher und Slowaken sind da wesentlich besser und weiter. Und die Finnen so wie so...

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