NPD Der Traum von der QuerfrontSeite 2/2

Der linken Seite des G8-Protests ist diese unfreiwillige Allianz unangenehm. Allerdings steht sie den rechten Avancen auch etwas hilflos gegenüber. Sabine Klemm vom Schweriner Bürgerbündnis etwa sagt: "Das Infomaterial der NPD ist genial!" Es greife die weit verbreiteten Sorgen auf, ohne "die hässliche NPD-Fratze" zu zeigen. Hinzu kommt, dass die Nationaldemokraten inzwischen auf die Apparate einiger Landtags- und zahlreicher Kreistagsabgeordneter zurückgreifen können. Dadurch seien sie zumindest in der betroffenen Küstengegend mit Infomaterial immer "einen Tick schneller", klagt Klemm.

Die Protestforderungen der Rechten und Linken unterscheiden sich semantisch nur geringfügig. Die NPD erkennt man nach wie vor insofern, als die Vokabeln "Volk" und "Heimat" regelmäßig in ihren Globalisierungskritiken auftauchen. Tatsächlich liegt hier die wesentliche Differenz. Das Ziel, das die linken Gipfelgegner ausgeben, ist eine "gerechte Globalisierung". Die Rechten wollen gar keine, ihr Ansatz ist und bleibt ausschließlich nationalistisch. 

Einen Unterschied zu den linken Globalisierungskritikern betonen allerdings auch die Rechten. Rainer Bormann, ein NPD-Abgeordneter aus dem mecklenburgischen Bad Doberan, sagt: Anders als die "Chaoten, die ihre Wut an wehrlosen einheimischen Bürgern auslassen", würde die NPD ganz zivilisiert demonstrieren. Überprüfen könne das jedermann am 2. Juni. An diesem Tag plant die rechte Partei eine eigene Großdemo gegen den G8-Gipfel in Schwerin, bei der die rechten Sympathisanten ordnungsgemäß marschieren werden.  

Der Aufmarsch in Schwerin gilt als die wichtigste rechtsextreme Protestveranstaltung des Jahres. Nicht zufällig findet sie am gleichen Tag statt wie in Rostock die linke Großdemonstration, zu der 100.000 Globalisierungsgegner erwartet werden. Dieser Werbeeffekt ist intendiert: Wenn die Weltpresse auf Deutschland schaut, wird sie Schwerin kaum ignorieren.  

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 29.05.2007 um 20:02 Uhr

    In der Vernichtung ihrer Gegner, sind sich dagegen einig.
    Die einen Industriell, die anderen rustikal, mit dem proletarischen Spaten. Die einen beseitigen die in ihrem "Unwürdigen Leben", die anderen ihre "Klassenfeinde".
    Ach ja;
    die Rhetorik ist ebenso identisch.
    Zum Vergleich:
    Die Länder Libyen, der Iran und Nordkorea sind in ihrer geselschftlichen Ordnung relativ unterschiedlich. Die Propaganda auf der Strasse und in den Medien - absolut gleich.

  1. Wichtig ist erstmal die satte Mehrheit gegen den Neoliberalismus, der Widerstand gegen die Habgier und die Vorbildlichkeit der Deutschen, denen es jetzt sehr ernst ist, mit ihrem Widerstand gegen den Neoliberalismus.

    Die Völker der Welt werden sich ein Beispiel an den deutschen Demonstranten nehmen wodurch jede noch so nationale Bewegung automatisch zur Internationalen wird.

    Es dürften Bilder um die Welt gehen, nach denen man sich die Augen reibt. Küssen als neue Protestform gegen den Polizeistaat wird zwischen Kabul und Kapstadt, Wladiwostok und Washington, Lissabon und Louisiana die Menschen in Verzückung geraten lassen.

    Wenn alle Klischees kollabieren, werden die Mächtigen kapieren, dass es keinen Sinn macht, den eigenen Überfluss zu verteidigen.

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    In einem in der Jugendbewegung Baldur von Schirachs gern gesungenem Lied des deutschen Dichters Baumann hieß es von 1934 bis 1945;

    "Die Freiheit kommt aus Deutschland
    Und bald gehört ihr die Welt!"

    Das Lied begann mit den Worten: "Wir werden weiter marschieren / bis alles in Scherben fällt".

    62 Jahre später lesen wir:

    "Die Völker der Welt werden sich ein Beispiel an den deutschen Demonstranten nehmen wodurch jede noch so nationale Bewegung automatisch zur Internationalen wird."

    Bis alles in Scherben fällt. Beim nächsten Mal gibt es nach dem Zusammenbruch aber kein Wirtschaftswunder und keine Wiedervereinigung, sondern die nukleare Katastrophe. Dann gi8bt es auch diese Webseite nicht mehr.

    In einem in der Jugendbewegung Baldur von Schirachs gern gesungenem Lied des deutschen Dichters Baumann hieß es von 1934 bis 1945;

    "Die Freiheit kommt aus Deutschland
    Und bald gehört ihr die Welt!"

    Das Lied begann mit den Worten: "Wir werden weiter marschieren / bis alles in Scherben fällt".

    62 Jahre später lesen wir:

    "Die Völker der Welt werden sich ein Beispiel an den deutschen Demonstranten nehmen wodurch jede noch so nationale Bewegung automatisch zur Internationalen wird."

    Bis alles in Scherben fällt. Beim nächsten Mal gibt es nach dem Zusammenbruch aber kein Wirtschaftswunder und keine Wiedervereinigung, sondern die nukleare Katastrophe. Dann gi8bt es auch diese Webseite nicht mehr.

  2. Wenn ich mich recht erinnere, war es Peter Glotz der eine sehr umfängliche Analyse erstellte, in der er die Konvergenzen zwischen extrem links und extrem rechts aufzeigte. Wer hier an Horst Mahler denkt und ggfs. auch an Otto Schily, der dürfte m.E. gar nicht so falsch liegen.

    -------------------------------------
    Die Bürde des Menschen sei antastbar!

    • plamen
    • 29.05.2007 um 23:26 Uhr

    Endlich! Mitten im Jahr 2007 entdeckt DZ die Querfront.

    Nun der Artikel ist aber schwach, da weder die Querfront (Stichwort: Kefyia), noch die aktuellen Ereignissen um das G8-Treffen umfassend analysiert wurden. Zum letzen Thema sehe ich z.B. die Nazis im Zugzwang, da durch die ganze Dursuchungspublicity die Proteste in die linke Ecke gebracht wurden. Nicht, dass man von den dummen Schlägern was neues zu erwarten wäre, besonders wenn es denen so gut in OstBRD geht.

  3. In einem in der Jugendbewegung Baldur von Schirachs gern gesungenem Lied des deutschen Dichters Baumann hieß es von 1934 bis 1945;

    "Die Freiheit kommt aus Deutschland
    Und bald gehört ihr die Welt!"

    Das Lied begann mit den Worten: "Wir werden weiter marschieren / bis alles in Scherben fällt".

    62 Jahre später lesen wir:

    "Die Völker der Welt werden sich ein Beispiel an den deutschen Demonstranten nehmen wodurch jede noch so nationale Bewegung automatisch zur Internationalen wird."

    Bis alles in Scherben fällt. Beim nächsten Mal gibt es nach dem Zusammenbruch aber kein Wirtschaftswunder und keine Wiedervereinigung, sondern die nukleare Katastrophe. Dann gi8bt es auch diese Webseite nicht mehr.

  4. 6. Danke

    Hüben wie drüben ist man des gleichen Geistes Kind. Seien wir dankbar das diese Leute noch nicht zueinander gefunden haben und wohl auch aufgrund ihrer selbstherrlichen Ansichten nie werden.

    • Anonym
    • 30.05.2007 um 0:21 Uhr

    Der Autor dieses Artikels muss (wie viele andere auch) unbedingt lernen, die Begriffe "Globalisierungsgegner" und "Globalisierungskritiker" auseinanderhalten. Er benutzt sie abwechselnd um jeweils die Gesamtheit der Demonstranten zu benennen. In Wahrheit aber haben die beiden Woerter eine total unterschiedliche Bedeutung: die einen ("Gegner") lehnen Globalisierung grundsaetzlich ab, was stark ueberwiegend die rechten Demonstranten umfasst - auch wenn der heutige Wohlstand Deutschlands klar auf der Globalisierung mit beruht. Die "Kritiker" dagegen (ueberwiegend die Linken) sehen in ihr dagegen durchaus einen nutzenbringenden Prozess - vorausgesetzt, sie wird richtig gelenkt. Im gleichen Sinne, wie die beiden Worter bedeutend von einander unterscheiden, lassen sich auch die Ziele der beiden Demonstrantengruppen klar auseinanderhalten. Es ist durchaus ein Verdienst von Attac und aehnlichen Organisationen, den Globalisierungsprozess bewusstseinsbildend mitzugestalten und dabei weiter zu denken als bis zur Staatsraeson.

    • Anonym
    • 30.05.2007 um 9:15 Uhr

    Wenn sich (zumindest theoretisch) grundätzlich verschiedene Gruppen so weit annähern ist es womöglich nur eine Frage der Zeit bis sie sich wieder bewusst voneinander distanzieren und weiter in ihren ideologisch motivierten und radikalen Schwachsinn abdriften. Mit ein wenig Glück aber entlädt sich die Konkurrenz in einem Kampf um die besseren Argumente. Das täte beiden Seiten gut.

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