Bundeswehr Wohin mit dem Ehrenmal?
Am Ministerium oder beim Parlament: Wo soll das Ehrenmal für gefallene Soldaten stehen? Verteidigungsminister Jung hat sich festgelegt. Dafür erntet er Kritik, auch aus der CDU.
Für Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) ist die Standortfrage geklärt. Er möchte das Ehrenmal für die gefallenen Soldaten und zivilen Mitarbeiter der Streitkräfte an seinem Dienstsitz in Berlin sehen. "Die Entscheidung des Ministers steht", sagte sein Sprecher Thomas Raabe. Jung sei zwar für gute Argumente durchaus offen, er strebe aber keine Mehrheitsentscheidung im Parlament an.
Auch der Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan sagte, dass der richtige Ort für das Ehrenmal der Sitz des Verteidigungsministeriums im Berliner Bendlerblock sei. "Wir schulden den toten Angehörigen der Bundeswehr ein ehrendes Gedenken dafür, dass sie ihr Leben für den Schutz von Freiheit und Frieden in unserem Land gegeben haben", sagte Schneiderhan.
Verteidigungspolitiker von SPD, FDP und Grünen fordern indes mit Vehemenz, dass das Mahnmal nicht im "Hintergarten" des Verteidigungsministeriums, sondern am Bundestag errichtet wird. Dort sei es öffentlich besser zugänglich. "Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Daher muss das Denkmal seinen Platz am Reichstagsgebäude finden", sagte etwa der SPD-Verteidigungsexperte Johannes Kahrs. Inzwischen stellen sich auch die ersten Christdemokraten öffentlich gegen das Vorhaben des Verteidigungsministers. So plädierte der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Klimke für einen Standort "zwischen Reichstag und Bundeskanzleramt".
Auch der Generalsekretär der FDP, Dirk Niebel, wandte sich, wie vor ihm schon andere FDP-Politiker, gegen den Standort Verteidigungsministerium: "Ich will nicht, dass das versteckt im Bendlerblock steht", sagte er und schlug stattdessen das Westportal des Reichstags vor. Der Verteidigungsexperte der Grünen-Fraktion, Winfried Nachtwei, der wie die FDP einen Standort am Reichstag favorisiert, sagte, Jungs frühe Standortentscheidung sei "ausgesprochen unsensibel". Es gehe um eine "Frage öffentlicher Erinnerung", die mit einer breiten Debatte einhergehen müsse.
Zeitungsberichten zufolge will Jung seinen Entwurf für das geplante Ehrenmal im Juni zunächst dem Verteidigungsausschuss und anschließend der Öffentlichkeit vorstellen. Die Grundsteinlegung solle noch in diesem Herbst erfolgen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Entscheidung über den Standort bisher offen gehalten.
Neben der Frage nach dem Standort ist auch eine Debatte darüber entbrannt , wie das Denkmal gestaltet werden soll. Zeitungsberichten zufolge ist geplant, auf dem Mal die Namen der Toten aufzulisten. Es sei daran gedacht, ihre Namen mit Hilfe elektronischer Technik zu übertragen, um freizuhaltenden Raum zu vermeiden, berichtet die Leipziger Volkszeitung unter Berufung auf Informationen aus Kreisen der Organisatoren des künstlerischen Gestaltungswettbewerbs.
- Datum 31.05.2007 - 05:51 Uhr
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- Quelle ZEIT online, dpa, Reuters
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"Wir schulden den toten Angehörigen der Bundeswehr ein ehrendes Gedenken dafür, dass sie ihr Leben für den Schutz von Freiheit und Frieden in unserem Land gegeben haben"
Habe ich etwas verpasst oder zählt nun der Kampf gegen den Terror schon als "Grenzverteidungung"? Nunja. Es ist ja wohl mehr als verständlich, dass der Verteidigungsminister das Mahnmal im Hinterhof behalten will. Sonst sieht ja die Bevölkerung, wie stark Deutschland in Kriegshandlungen Weltweit eingebunden ist. Soviel zu der Gewaltverzichtserklärung Deutschlands...
MkG jstr
auch mitten unter die bürger. ans brandenburger tor, an den reichstag oder sonst an exponierter stelle. man hat sich auch nicht gescheut die jungen leute dorthin zu schicken im namen aller deutschen nun hat man soviel anstand zu zeigen die auch nicht verschwinden zu lassen in irgend einem innenhof eines ministeriums. das soll schließlich kein siegestor werden sondern ein gedenkort.
eines ist sicher, sollte es jemals ein denkmal für die opfer der scheingefechte zwischen "unseren parteien geben, es müßte einigermaßen riesig sein.
ca 80 millionen opfernamen fordern ihren platz - und wenn es nur auf dem ehrenmal ist.
ach das is doch bloß noch schäbig die gefallenen als "argumente" zu benutzen für die politische debatte über sinn und unsinn dieses einsatz. dinge wie anstand sind für lafontaine wohl auch nur "tugenden eines kz-aufsehers"
Es handelt sich einfach wie immer nicht um einen Einsatz der vom "Deutschen Volk" (wie ich diese Begrifflichkeit doch hasse!) gewollt ist, sondern ein Einsatz der von einem Parlament legitimiert ist. Das ist der Grund für mich zwar ein Mahnmal, jedoch ohne Anspruch auf den Satz "Im Krieg für das Vaterland" zu fordern. Es gibt keine Kriege für das Vaterland, weil sie eben nicht durch selbiges gewollt sind.
MkG Jonas
Es handelt sich einfach wie immer nicht um einen Einsatz der vom "Deutschen Volk" (wie ich diese Begrifflichkeit doch hasse!) gewollt ist, sondern ein Einsatz der von einem Parlament legitimiert ist. Das ist der Grund für mich zwar ein Mahnmal, jedoch ohne Anspruch auf den Satz "Im Krieg für das Vaterland" zu fordern. Es gibt keine Kriege für das Vaterland, weil sie eben nicht durch selbiges gewollt sind.
MkG Jonas
Es handelt sich einfach wie immer nicht um einen Einsatz der vom "Deutschen Volk" (wie ich diese Begrifflichkeit doch hasse!) gewollt ist, sondern ein Einsatz der von einem Parlament legitimiert ist. Das ist der Grund für mich zwar ein Mahnmal, jedoch ohne Anspruch auf den Satz "Im Krieg für das Vaterland" zu fordern. Es gibt keine Kriege für das Vaterland, weil sie eben nicht durch selbiges gewollt sind.
MkG Jonas
Kein deutscher Bürger kann gezwungen werden Soldat zu werden. Ich war es auch nicht. Sodaten werden aus- und fortgebildet, um Krieg zu führen. Krieg schlließt den Tod ein. Kein deutscher Soldat wird gezwungen mit der Bundeswehr ins Ausland zu gehen. Einsatz in Krisengebieten kann für jeden einzelnen Soldaten auch den Tod bedeuten. Aber, z.B.: der Dachdecker fällt vom Dach und bricht sich das Genick oder der Außendienstmitarbeiter fährt seinen PKW an den Baum und stirbt am Unfallort, der langjährig tätige Tanklastwagenfahrer stirbt - seit vielen Jahren unbemerkt - an Krebs, etc. Deshalb meine ich: Wenn, dann ein Mahnmal für alle Bürger, die im Rahmen der Ausübung ihres Berufes sterben. Keine Bevorzugung für Soldaten, die im Gegensatz zu anderen Berufen, auch mit einige Privilegien ausgestattet werden, weil ihr Beruf im Einsatzfall mit besonderen Risiken ausgestattet ist. Oder: Haben deutsche Soldaten eine Zusage nicht im Krieg zu sterben?
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