Die Europäische Union will dem Iran im Atomstreit ein "doppeltes Moratorium" vorschlagen.  Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana kündigte am Donnerstag vor einem Treffen mit
dem iranischen Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani in Madrid an. Dies solle den Iran verpflichten, den Prozess der Urananreicherung stoppen. Im Gegenzug könnten die Vereinten Nationen ihre Sanktionen gegen Teheran aussetzen, sagte Solana der spanischen Nachrichtenagentur EFE. bbbb

Auf dieser Grundlage könnten beide Seiten offizielle Verhandlungen über eine Lösung im Atomstreit beginnen. "Dies wird nicht leicht werden", betonte Solana. "Die iranische Position ist sehr festgefahren." Laridschani betonte demgegenüber, der Iran lehne jede Vorbedingungen ab. "Wir sind zur Aufnahme von Verhandlungen nur bereit, wenn dafür keine Bedingungen gestellt werden", sagte der Unterhändler bei seiner Ankunft in Madrid.

Solana repräsentiert bei den Gesprächen die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats (USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich) sowie die deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Bisher hatten alle Gespräche mit dem Iran keinen Durchbruch gebracht.

Dabei verdächtigt in dem Atomstreit vor allem der Westen den Iran, Atombomben entwickeln zu wollen. Teheran weist das entschieden zurück und betrachtet die Forderung nach einer Aufgabe der Urananreicherung als nicht akzeptabel. Die Außenminister der sieben führenden Industriestaaten und Russland drohten dem Iran am Mittwoch
mit verschärften Sanktionen, falls Teheran im Atomstreit nicht einlenkt.