«Sollte Iran dem Aufruf des Sicherheitsrates weiterhin nicht Folge leisten, werden wir weitere geeignete Maßnahmen unterstützen», heißt es in einer am Mittwoch in Potsdam von den G8-Außenministern beschlossenen Erklärung. Die Staatengemeinschaft setze sich weiterhin für eine Verhandlungslösung ein, «die den internationalen Anliegen Rechnung trägt». . «Wir betonen jedoch auch unsere gemeinsame Verpflichtung, für das Problem der Proliferationsaspekte des iranischen Nuklearprogramms eine Lösung zu finden», heißt es in der Erklärung. Gemeint ist damit die Verhinderung der Weiterverbreitung von Atomwaffen.

Die G8-Minister äußerten sich «enttäuscht», dass die Führung in Teheran nicht auf das Angebot eingegangen sei, im Gegenzug für einen Verzicht auf die Urananreicherung wirtschaftlich und politisch eng mit der internationalen Gemeinschaft bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie zusammenzuarbeiten. Die Minister forderten den Iran «nachdrücklich» auf, «alle mit der Uran-Anreicherung zusammenhängenden Tätigkeiten auszusetzen, um Verhandlungen zu ermöglichen».

Iran lehnt bislang eine Aussetzung der Urananreicherung als Vorbedingung für Verhandlungen ab und behauptet, dass sein Atomprogramm ausschließlich friedlicher Natur sei. Der Westen drängt jedoch auf einen Stopp der Anreicherung, weil sich das Land sonst möglicherweise während der Gespräche schon genügend Stoff für den Bau einer Atombombe verschafft.

EU-Chefdiplomat Javier Solana trifft an diesem Donnerstag in der Nähe von Madrid mit dem iranischen Chefunterhändler Ali Laridschani zusammen. Die USA hatten sich in den vergangenen Tagen mehrfach dafür ausgesprochen, den Druck auf den Iran zu erhöhen.