"Wenn, dann sollte es auf jeden Fall ein Land sein, in dem europäischer Spitzenfußball geboten wird, wie England, Italien, Spanien oder Frankreich." So definierte Felix Magath vor einigen Monaten seine beruflichen Pläne. Auch einen Job als Nationaltrainer konnte er sich vorstellen. Mehrmals kokettierte er als Bayern-Trainer mit einem entsprechenden Angebot der Fußballverbandes von Puerto Rico – dem Heimatland seines Vaters. 

Nun ist es anders gekommen. Nur wenige Monate nach der Entlassung beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München kehrt Magath als Trainer und Sportdirektor des VfL Wolfsburg in die Bundesliga zurück – zu einem Verein, der wie kein zweiter das Bild eines mittelmäßigen, wenig populären Bundesligamitglieds verkörpert. 

Der 53-jährige Ex-Profi erhält in Wolfsburg einen Dreijahresvertrag bis 2010 mit weitreichenden Kompetenzen. Er ist als "Geschäftsführer" für den gesamten sportlichen Bereich einschließlich des dazugehörigen Personals verantwortlich. "Ich sehe beim VfL Wolfsburg eine gute Perspektive. Mit meiner Erfahrung möchte ich die Mannschaft zu besseren Zeiten führen, als der Verein sie zuletzt hatte", sagte Magath. Zu konkreten Zielen wollte er sich noch nicht äußern: "Ich muss mir zunächst einen Überblick über das Team und den Verein verschaffen. Ich bin aber bereit, mit allen VfL-Profis zu arbeiten. Natürlich möchte ich auch neue Spieler holen."

Wolfsburg ist Magaths siebte Trainer-Station in der Bundesliga nach Bayern München, dem VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, dem 1. FC Nürnberg und dem Hamburger SV. Magath wird seine Arbeit in Wolfsburg am 15. Juni aufnehmen. Derzeit befindet er sich noch im Urlaub in Puerto Rico.

"Mit Felix Magath konnten wir eine der renommiertesten Persönlichkeiten im deutschen Fußball gewinnen", freute sich der neue VfL-Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch. "Er bringt aus seinen bisherigen Tätigkeiten als Manager und Trainer umfangreiche Erfahrungen mit und kann auf zahlreiche nationale und internationale Erfolge zurückblicken."

Internationale Erfolge erwarten die Verantwortlichen von VW und dem VfL nun auch von Magath, der in der Provinzstadt dem glücklosen Klaus Augenthaler nachfolgt. Nach dem Vorbild englischer Clubs kann der 43-malige Nationalspieler als eine Art Teammanager in Wolfsburg weitgehend nach eigenen Vorstellungen schalten und walten. Ein ähnliches Modell hatte Magath bereits 2004 beim VfB Stuttgart praktiziert. Damals führte er die Schwaben unerwartet in die Champions League.