Schule Schachzug gegen zappelige SchülerSeite 2/2
Als Heilsbringer gegen schlechte deutsche Bildungsdaten will Hauptschullehrer Lengwenus Schach aber nicht verstanden wissen: „Es gibt viele Dinge, die Schule weiterbringen könnten, und Schach ist ein Baustein. Es darf aber kein Zwang sein. Die Definition von Spielen basiert auf Freiwilligkeit.“ Aber er könne die Ergebnisse aus seinem Alltag bestätigen: „Was mich immer wieder verblüfft: Wenn die Schüler Schach spielen, hat man auf einmal die Ruhe, die man sich bei Deutsch und Mathe immer wünscht.“
Der beruhigende Effekt von Schach fällt auch in Klassenraum 63 auf. Als würde jemand langsam am Lautstärkeknopf drehen. Kai und Paul, die sich während der ersten Züge noch geneckt haben und auf den Stühlen hin und her rutschten, sind jetzt schweigend in ihre Partie vertieft. Die schnellen Schritte zu Beginn sind wohlüberlegten Zügen gewichen. Paul beißt auf seine Lippe, Kais Augen wandern auf dem Spielfeld von links nach rechts. Er sitzt in der Falle. „Schach.“ Vorhin, in der Theorie, konnte Kai der drohenden Niederlage noch ausweichen, jetzt will es ihm nicht mehr gelingen. Er ist Schachmatt. Die von ihm geforderte Revanche muss allerdings eine Woche warten – bis zur nächsten Stunde Schulschach im Christianeum.
Informationen zum Schulschach und Schulschachpatent:
http://www.schulschach.de/
http://www.schulschachstiftung.de/
http://www.schachbund.de/
Informationen zur Schacholympiade 2008, der drittgrößten Sportveranstaltung der Welt nach Olympischen Spielen und Schwimm-WM:
http://www.schacholympiade.de/
„Fritz & Fertig“, Schachlernspiel für Kinder (wird auch in Schulen verwendet):
http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_(Schach)
http://www.chessbase.com/shopd/product.asp?pid=374&user=%20&coin=
- Datum 06.06.2007 - 12:42 Uhr
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Natürlich freue ich mich immer wieder, wenn "mein" Sport mal wieder in den Medien auftaucht.
Andererseits kommen mir als demjenigen der bei uns das Schülerschach betreut immer mal wieder Leute in die Quere, die scheinbar vom Schach wahre Wunder erwarten.
Deshalb noch eine Anmerkung an alle Eltern:
Schach kann die Konzentration fördern.
Auch sehr "aktive" Jugendliche entwickeln manches Mal eine verblüffende Ausdauer und Begeisterung für's Spiel.
Aber Schach ist mit Sicherheit kein Mittel, um Konzentrationsstörungen zu "behandeln".
Bringen sie ihre Kinder ruhig mal vorbei, wir freuen uns über jeden. Auch über laute, unruhige, "zappelige" Kinder. War ja selber so einer.
Aber wenn ihre Kinder keinen Spaß dran haben, wenn ihnen der Betreuer relativ deutlich zu verstehen gibt, dass ihr Kind keinen Spaß am Spiel hat und den Betrieb eher aufhält - dann haben sie bitte ein Einsehen. Auch sind fast alle Betreuer _keine_ pädagogisch geschulten Fachkräfte sondern "nur" begeisterte Spieler die gerne mit Kindern arbeiten.
Letztlich ist es ein (unglaublich faszinierendes, forderndes, vielseitiges) Spiel.
Oh, und noch was nebenbei, auch Schachspieler können Tanzen und Tänzer Schach spielen. Bin selbst in beiden Welten zuhause, wenn auch jeweils nur "professionelles Mittelmaß" (HGR B Latein / ~1600 DWZ). Und beides sind tolle Sportarten.
Am besten die Kinder alles ausprobieren lassen...
... Michael Rehder,
es ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, wenn Schach zappeligen Schülern zu mehr Konzentrationsfähigkeit und Ruhe verhilft. Das haben Sie ja auch schön hervorgehoben.
Aber warum müssen Sie- als Journalist der Zeit doch ein Journalist mit Anspruch- dabei so viele Klischees in diesen paar Zeilen unterbringen, daß sogar Sabine Christiansen stolz auf Sie wäre? Wann begreifen auch Sie, daß
- nicht jeder Student schlummert, erst recht nicht Physik-Studenten
- nicht jeder Schachspieler ein pickliger, eigenbrötlerischer Streber mit Hornbrille ist
- es keine "Schach-Etikette" gibt
- nicht jeder Schachspieler eine zahme Memme ist (oder was auch immer das Gegenteil eines "wilden Kerls" ist)
- nicht jeder Artikel über Schach mit "schachmatt" enden muß?
Vermutlich sollten Sie mit ihren Bolzschuhen besser Streetsoccer spielen.
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