Koalitionsstreit Ärger ohne Ende

Kurz nach dem G8-Gipfel sorgt SPD-Chef Beck mit weiteren Vorwürfen gegen CDU und CSU für neuen Streit in der Koalition

Die Union hänge dem Neoliberalismus an, der eine "Ideologie ohne Erdung" darstelle, kritisierte Beck in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeinen Zeitung . Den Menschen, die für ihre Kinder gute öffentliche Schulen wollten, habe der Neoliberalismus nichts zu sagen. Zudem gehe die Union über diejenigen hinweg, die Schutz vor Willkür und Diskriminierung im Wirtschaftsleben erwarteten.

In seinem Beitrag kritisiert Beck, elementare Spielregeln der sozialen Marktwirtschaft lösten sich immer mehr auf. Geregelte Verhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern würden "durch die einseitig ausgeübte Vormachtstellung der Kapitalgeber ersetzt". Das Ziel sei "verantwortungsbewusstes Kapital in Arbeitnehmerhand", schreibt er. "Wir wollen deshalb ein umfassendes Modell der Mitarbeiterbeteiligung." So müssten etwa abgesicherte Auszeiten vom Beruf für die Weiterbildung und für die Familie zum Normalfall werden.

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In einem Fernsehinterview hatte Beck am Wochenende weiter gesagt, Freiheit dürfe nicht gegen soziale Verantwortung gestellt werden. "Das lese ich aber an vielen Stellen aus dem CDU-Programm heraus." Dem wolle er die Vorstellung der SPD von Freiheit und Gerechtigkeit entgegensetzen. Am G-8-Gipfel in Heiligendamm kritisierte er, dass vieles im Unklaren geblieben sei. "Was mir fehlt ist Substanz. Da ist noch viel nachzuarbeiten", sagte Beck.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla konterte, die Äußerungen Becks zeigten, dass in der Koalition die SPD für Mäkeleien zuständig sei. Der "kluge und beharrliche Führungsstil" von Kanzlerin Angela Merkel habe sich in Heiligendamm bewährt.

Leser-Kommentare
  1. großmuuter warum siehst du wie ein wolf aus
    besonders nachdem schröder dich gef., oh nein !, ich meinte, geliebt hat ?!!

    spd ist tot. und es ist gut so.

  2. Der SPD- Vorsitzende Beck hat der Union vorgeworfen ihr Parteiprogram atme die "Luft des Neoliberalismus". Herr Beck möchte sich hier von der CDU abgrenzen und die Dürchsetzung des Mindestlohn, nächste Woche, vorbereiten. Nach unten offene Löhne sind eine zentrale Forderung des Neoliberalismus.
    Der Neoliberalismus wurde in den 80er Jahren von R.Reagen un M.Thather in ihren Ländern politisch salonfähig gemacht und hat seit dem einen Siegeszug in Europa angetreten. T. Blair hat die sozialen Verwerfungen des Neoliberalismus in seinem "New Deal" abgemildert. Er ist aber ,so der renomierte, französiche Soziologe Bourdieu, ein "Rot lakierter Neoliberaler".
    Zur Vorbereitung der Sozialstaatsreformen der "Agenda 2010 " verfassten G. Schröder und T.Blair 1999 das sog. "Blair-Papier". Es folgte eine parteiinterne Diskussion zum Begriff der sozialen Gerechtigkeit. All dies atmete die Luft des Neoliberalismus. Herr Beck´s Kritik am neuen Parteiprogram ist zugleich auch Selbstkritik am Blair-Papier und des darauf folgenden Kurswechsel.

    Ist dies der Beginn eines Kurswechsel der SPD?

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