G8 Formelkompromiss

G8-Staaten wollen eine Halbierung des Ausstoßes an Treibhausgasen bis 2050 "ernsthaft in Betracht ziehen". Darauf haben sie sich beim Gipfel in Heiligendamm verständigt

Die Verhandlungen über eine Nachfolgeregelung für das Kyoto-Abkommen sollen im Rahmen der Vereinten Nationen stattfinden - und nicht in einem neuen Kreis der größten Verschmutzerstaaten, wie es US-Präsident George W. Bush vorgeschlagen hatte. Konkrete, gemeinsame Zielmarken zur Reduzierung der CO2-Emissionen, die Deutschland angestrebt hatte, wurden jedoch offenbar nicht vereinbart.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, mit der Vereinbarung sei das derzeit maximal Mögliche für den Klimaschutz erreicht. Der Kompromiss sei «eine richtige Kehrtwende». «Das Höchstmögliche, was zu erreichen war, ist erreicht worden.» Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigte sich dagegen enttäuscht: «Das ist absolut zu wenig.» Verbindliche Ergebnisse hätten festgeschrieben werden müssen.

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Merkel nannte das Ergebnis einen großen Erfolg. Der Kompromiss sei ein starkes Signal für die UN-Klimakonferenz im Dezember auf Bali. «Viele haben sich bewegt», sagte Merkel. Es gebe eine große Gemeinsamkeit der großen Industrienationen. Der Kompromiss sei eine sehr gute Ausbeute.

Vor allem Bush hatte sich nachdrücklich - und offenkundig erfolgreich - gegen konkrete Zielvorgaben im Abschlussdokument des Gipfels gesperrt. Unterstützung erhielt Merkel in Heiligendamm vor allem aus Frankreich, Großbritannien und Italien.

 
Leser-Kommentare
  1. der erste wird schon morgen im feuilleton ein haar in der suppe finden, seine kollegen schreibens alle von ihm ab und abends wird uns das dann im fernsehen eingehämmert. die mediale weltuntergangsspirale dreht sich weiter..

    • Hewolf
    • 07.06.2007 um 16:46 Uhr

    eine berechenbare,sichere wirtschaftliche Katastrophe wird vor2050 weltweit sich ereignen.Sie wird den CO2-Ausstoß automatisch reduzieren:Das Aufgebrauchtsein fossiler Energiequellen!

  2. Lächerlich! Augenwischerei für den Wahlbürger! Vergeigt hat's die (an dieser Stelle wurde der Zusatz "FDJ" - entfernt, da das nichts mit ihrer aktuellen Position zu tun hat/ Redaktion] Kanzlerin. Die von der Bush-Freundin Merkel abgegebene sehr hochgebrezelte Erklärung ("etwas in Betracht zu ziehen") ist ein Unverschämtheit. Der kritschen Situation überhaupt nicht angemessen. Eher voll daneben. Und: die Verlegerpresse spielt bzw. jubelt völlig unkritisch mit. Viele Stammtische unserer demokratisch verfaßten Republik sind da schon weiter.

    • ASeidl
    • 08.06.2007 um 8:59 Uhr

    Nur kurz zum Vergleich, damit man sieht, was für ein Unsinn in Heiligendamm beschlossen und "hochgebrezelt" wurde: Man stelle sich vor, es wäre 1907 und für das Zieljahr 1950 seien die Zielvorgaben. Glaubt jemand, daß sich noch ein Schwein dafür 1914 oder 1918, geschweige denn später, etwa 1933, dafür interessiert hätte?
    Bis 2050 sind noch lockere 43 Jahre - was passiert bis dahin? 86 Kriege, 86 Tsunamis, zahllose Überschwemmungen, Erdbeben, Hungersnöte usw. usw.
    Die wirklich Betroffenen - ich meine die Menschen in der Dritten Welt - haben wirklich andere Sorgen als die paar Abgehobenen in Heiligendamm. 43 Jahre als Zielvorgabe, das bedeutet in Wirklichkeit: "Das Thema interessiert uns überhaupt nicht"!
    100 Mio Euro sind in Heiligendamm sinnlos hinausgeworfen worden, das ist das einzige Ergebnis.

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