G8-Sicherheit "Der Zaun zieht den Protest an"
Der frühere Innenminister Baum kritisiert das Demonstrationsverbot in Heiligendamm. Besorgt ist er über das präventive Sicherheitsdenken
Der FDP-Politiker Gerhard Rudolf Baum war von 1978 bis 1982 Bundesinnenminister in der damaligen sozialliberalen Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt. In Heiligendamm machte er sich am Mittwoch selbst ein Bild von den Blockaden und den Sicherheitsmaßnahmen. Im Gespräch mit ZEIT online beschreibt er seine Eindrücke.
ZEIT online: Herr Baum, obwohl es lange angekündigt war und obwohl sich die Polizei darauf einstellen konnte, sind Tausende Demonstranten bis an den Zaun in Heiligendamm gelangt und haben die Zufahrten zum Gipfel blockiert. Hat die Einsatzplanung versagt?
Gerhart Baum:
Ja und nein. Es gibt Situationen, wo die Polizei den Demonstranten bewusst lange Leine lässt, um Eskalationen zu verhüten. Auf der anderen Seite war es doch überraschend, wie weit die Demonstranten vordringen konnten.
ZEIT online:
War es falsch, Demonstrationen am Zaun zu verbieten? Hat man ihn damit nicht erst recht zum Symbol der Auseinandersetzungen gemacht?
Baum:
Der Zaun zieht die Demonstranten magnetisch an. Ich habe mit einigen von ihnen gesprochen und sie haben mir gesagt: "Wir wollen absolut friedfertig sein, aber wir wollen über den Zaun." Das ist natürlich ein Widerspruch, der da zum Ausdruck kommt. Aber es zeigt, welche Gegenkräfte der Zaun freisetzt.
ZEIT online:
Das Bundesverfassungsgericht hat das Verbot, am Zaun zu demonstrieren, auch mit Blick auf den für diesen Donnerstag geplanten Sternmarsch, bestätigt.
Baum:
Ja, aber in der Entscheidung der Karlsruher Richter wird deutlich, dass ihnen dabei nicht wohl war und dass sie die Begründung der Behörden anzweifeln. Offenbar hatten die Verfassungsrichter jedoch die Sorge, für Eskalationen mitverantwortlich gemacht zu werden, wenn sie das Verbot nicht bestätigt hätten. Es kann allerdings sein, dass sich die spontanen, nicht angemeldeten Demonstrationen jetzt noch vervielfachen.
ZEIT online:
Steht die Karlsruher Entscheidung nach ihrer Ansicht im Einklang mit dem Brokdorf-Urteil, welches das Demonstrationsrecht ja ausdrücklich auch gegen Sicherheitsbedenken bestärkt hat?
Baum:
Die Verfassungsrichter haben sich sehr schwer getan, der damaligen Grundsatzentscheidung zu folgen. Denn darin heißt es ja ausdrücklich, dass vorsorgende Versammlungsverbote nicht ausgesprochen werden sollten, solange nicht alle anderen Mittel ausgeschöpft sind. Offenbar hat die Polizei das Gericht überzeugt, dass dem so ist.
ZEIT online:
Das Grundgerecht garantiert die Möglichkeit, sich friedlich zu versammeln. Aber gibt es ein Grundrecht, an bestimmten Orten zu demonstrieren, also in diesem Fall direkt am Tagungsort?
Baum:
Das gibt es nicht. Das Demonstrationsrecht beinhaltet allerdings, dass die Demonstranten in der Nähe dessen demonstrieren dürfen, wogegen sie sich richten. Eine Demonstration gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm auf der Zugspitze wäre absurd. Und der Protest muss wahrgenommen werden können durch die, gegen die protestiert wird. Das ist hier absolut nicht der Fall.
ZEIT online:
Aber müssen sich nicht auch die Gipfelgegner fragen lassen, ob es nicht geeignetere Orte und Formen gibt, ihren Protest zu äußern und ihre Anliegen vorzubringen?
- Datum 07.06.2007 - 03:15 Uhr
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"von 1987 - 1982"....
Wo sind die MdB aller Parteien,die sich für den Schutz und die Sicherung der Grundrechte stark machen? Wo wird jenseits von Baum und Geißler noch zivile Courage ausgeübt?
Zu lesen war, Schäuble will rasch an das Gesetz zur online-Überwachung. Keine Frage: Das wird der Show-down
für die Geltung des Grundgesetzes. Betroffen wird sein
Art 1 GG, der nach Art. 79 Abs. 3 GG nicht veränderbar ist.
Ich unterstütze den Kollegen Baum:
WIDERSTAND JETZT!!
ist angesagt. Die Medienverantwortlichen sollten zudem wissen, dass nach dem Verbot der kollektiven Meinungsäußerung (=Versammlungsrecht) der Weg zur Beschränkung, zum Eingriff in die Meinungs- und Pressefreitheit ein kurzer sein mag.
Es erscheint an der Zeit, das Widerstandsrecht des Grundgesetzes auf breiter gesellschaftlicher Ebene bewusst zu machen und in die Gremien und Institutionen zu tragen.
MKVEITS
18 Jahre nach dem Fall der Mauer kehrt die DDR mit schnellen Schritten zurück. Der Zaun von Heiligendamm ist das Menetekel der Republik. Die Wiederinbetriebnahme eines Wachturmes aus der DDR-Zeit könnte wegweisender nicht sein.
"Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber" dichtete einst Bert Brecht.
Die Menschen der DDR hatten keine Wahl, die Menschen der Weimarer Republik kein Vorbild, die Bürger des wiedervereinigten Deutschland keine Entschuldigung für das Entgleiten ihrer Demokratie.
korfstroem
Ihre Analogie ist falsch:
Die DDR benötigte Zäune, damit die Leute nicht abhauten.
Im Westen werden Zäune aufgestellt, um sich nicht eingeladenen "Gästen" zu erwehren.
Der Gipfel der Ironie ist bei Moslems zu finden. Viele hassen den Westen, wollen aber hin.
Ihre Analogie ist falsch:
Die DDR benötigte Zäune, damit die Leute nicht abhauten.
Im Westen werden Zäune aufgestellt, um sich nicht eingeladenen "Gästen" zu erwehren.
Der Gipfel der Ironie ist bei Moslems zu finden. Viele hassen den Westen, wollen aber hin.
Der Wunsch ist wohl vergeblich, auf einen Globus ohne selbsternannte Weltverbesserer, die den Bauern den Weizen zetrampeln und ohne senile Altpolitiker wie Baum und Geißler zu hoffen.
Eine Welt mit Gefühl UND Ratio!
wird sicherlich durch ein Entschädigungsprogramm der EU resubventioniert wie sein Anbau auch.
Wäre das Geld für Zaun und paramilitärisches Aufgebot in eine Rücklage für etwaige Schäden aufgenommen und eine offizielle Delegation von Greenpeace geladen worden, könnten von dem Fonds alle Schäden bezahlt werden und der große Rest für die nächsten fünf Gipfeltreffen verwendet werden.
korfstroem
wird sicherlich durch ein Entschädigungsprogramm der EU resubventioniert wie sein Anbau auch.
Wäre das Geld für Zaun und paramilitärisches Aufgebot in eine Rücklage für etwaige Schäden aufgenommen und eine offizielle Delegation von Greenpeace geladen worden, könnten von dem Fonds alle Schäden bezahlt werden und der große Rest für die nächsten fünf Gipfeltreffen verwendet werden.
korfstroem
Ihre Analogie ist falsch:
Die DDR benötigte Zäune, damit die Leute nicht abhauten.
Im Westen werden Zäune aufgestellt, um sich nicht eingeladenen "Gästen" zu erwehren.
Der Gipfel der Ironie ist bei Moslems zu finden. Viele hassen den Westen, wollen aber hin.
im eigenen Land. So läßt sich die faktische Abschaffung des Demonstrationsrechtes auch beschreiben.
Abgesehen davon war auch die Einreise in die DDR nicht so unbeschwerlich.
Doch Heiligendamm enthält noch eine andere Absurdität:
Während die Staatschefs über die Probleme der Welt debattieren, bangen die Anleger des Hotelprojektes um ihre Anteile. Doch weshalb soll MV anders sein? Am Adlon in Berlin und am Taschenbergpalais in Dresden ist die ausführende Baufirma kaputtgegangen. Die Kölnarena war einer der Grabsteine des größten deutschen Bauunternehmens.
Heiligendamm ist nur die Fassade eines obszönen politischen Schauspiels. Steuergelder werden verpraßt. Polizisten in ausweglose Situationen gesteuert und auf kritische Bürger gehetzt. Neue Machtmechanismen ausprobiert.
Der Zaun von Heiligendamm erinnert an so vieles in der Ex-DDR ...
korfstroem
im eigenen Land. So läßt sich die faktische Abschaffung des Demonstrationsrechtes auch beschreiben.
Abgesehen davon war auch die Einreise in die DDR nicht so unbeschwerlich.
Doch Heiligendamm enthält noch eine andere Absurdität:
Während die Staatschefs über die Probleme der Welt debattieren, bangen die Anleger des Hotelprojektes um ihre Anteile. Doch weshalb soll MV anders sein? Am Adlon in Berlin und am Taschenbergpalais in Dresden ist die ausführende Baufirma kaputtgegangen. Die Kölnarena war einer der Grabsteine des größten deutschen Bauunternehmens.
Heiligendamm ist nur die Fassade eines obszönen politischen Schauspiels. Steuergelder werden verpraßt. Polizisten in ausweglose Situationen gesteuert und auf kritische Bürger gehetzt. Neue Machtmechanismen ausprobiert.
Der Zaun von Heiligendamm erinnert an so vieles in der Ex-DDR ...
korfstroem
"überwinden"
"reaktionär"
"schwarzer block"
...
leute, 68 is lang vorbei
im eigenen Land. So läßt sich die faktische Abschaffung des Demonstrationsrechtes auch beschreiben.
Abgesehen davon war auch die Einreise in die DDR nicht so unbeschwerlich.
Doch Heiligendamm enthält noch eine andere Absurdität:
Während die Staatschefs über die Probleme der Welt debattieren, bangen die Anleger des Hotelprojektes um ihre Anteile. Doch weshalb soll MV anders sein? Am Adlon in Berlin und am Taschenbergpalais in Dresden ist die ausführende Baufirma kaputtgegangen. Die Kölnarena war einer der Grabsteine des größten deutschen Bauunternehmens.
Heiligendamm ist nur die Fassade eines obszönen politischen Schauspiels. Steuergelder werden verpraßt. Polizisten in ausweglose Situationen gesteuert und auf kritische Bürger gehetzt. Neue Machtmechanismen ausprobiert.
Der Zaun von Heiligendamm erinnert an so vieles in der Ex-DDR ...
korfstroem
wird sicherlich durch ein Entschädigungsprogramm der EU resubventioniert wie sein Anbau auch.
Wäre das Geld für Zaun und paramilitärisches Aufgebot in eine Rücklage für etwaige Schäden aufgenommen und eine offizielle Delegation von Greenpeace geladen worden, könnten von dem Fonds alle Schäden bezahlt werden und der große Rest für die nächsten fünf Gipfeltreffen verwendet werden.
korfstroem
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