Tibet Stachlige Hilfe

China versucht, das annektierte Tibet mit großem Aufwand zu entwickeln. Doch viele Projekte schaden der Bevölkerung mehr, als dass sie ihr nutzen. Ein Augenzeugenbericht

Nur selten können westliche Besucher ohne offizielle Begleitung nach Tibet reisen. Der Autor arbeitet für eine deutsche Entwicklungshilfeorganisation in China und besuchte kürzlich eine Provinz Tibets, um dort Vertreter örtlicher Hilfsorganisationen zu treffen. Zum Schutz vor Repressalien der lokalen chinesischen Behörden möchte er anonym bleiben. Aus diesem Grund sind auch alle Ortsbezeichnungen und Namen geändert.

Wir fahren durch die Vororte von Serxü, auf Chinesisch Shiqu, einer kleinen Kreisstadt in einem Gebiet, das früher ein Teil der tibetische Region Khampa war. Nach der Besetzung und Annektion Tibets 1950 wurde Khampa auf die chinesischen Provinzen Yunnan, Sichuan, Qinghai sowie die „Autonome Region Tibet“ aufgeteilt. Deswegen liegt Serxü nun in Sichuan. Aus den Lautsprechern des Autos dröhnt aber indische Filmmusik. Die jungen Tibeter lieben sie viel mehr als chinesischen Pop.

Unser Jeep rumpelt mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Ich bitte Kesang Nobo, der eigentlich Mitarbeiter einer tibetischen NGO, aber heute mein Fahrer ist, etwas langsamer zu fahren, falls Kinder auf die Fahrbahn laufen. Denn hier kommen nicht oft Autos vorbei. „Nicht nötig“, erwidert Kesang Nobo, „das hier ist noch so ein Dorf …“

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Noch so ein Dorf: Das heißt, hier wohnen umgesiedelte Tibeter. Jemand in der Kreisregierung muss bei der Durchsicht der Armutsstatistiken festgestellt haben, dass die Stadtbevölkerung mehr verdient als die Bauern mit Feldern in über 3500 Metern Höhe und die Nomaden. Also werden Landbewohner zur Armutsminderung an den Rand einer Kreisstadt umgesiedelt. Baumaterial stellt die Regierung, die Arbeitskraft der Bauer oder Nomade. Nur, erzählt Kesang Nobo, ist es aber leider so, dass der Bauer oder Nomade seine Felder und seine Yaks immer noch oben auf dem Berg hat. Und deswegen die neue Wohnung wieder verlässt, sobald er feststellt, dass es für ihn in der Kreisstadt keinerlei Einkommensquellen gibt. Die neu errichteten Häuser stehen tatsächlich alle leer.

Dies ist kein Einzelfall. Bei dem Besuch verschiedener tibetischer Partner-NGOs mussten wir, Mitarbeiter einer deutschen Entwicklungshilfeorganisation, immer wieder feststellen, dass die mit guten Absichten begonnenen Maßnahmen zur „Entwicklung Westchinas“, wovon der tibetische Kulturraum einen großen Teil einnimmt, häufig ins Leere laufen. Oder sie schaden der Bevölkerung mehr, als dass sie ihr nutzen. Das liegt zum einen daran, dass die einzelnen Maßnahmen nicht sorgfältig genug geplant werden. Und zum anderen daran, dass der betroffenen Bevölkerung keine Mitspracherechte eingeräumt werden.

Einige Beispiele

Weil in den sechziger und siebziger Jahren ganze Regionen Tibets unter der Verwaltung der Volksbefreiungsarmee standen und in dieser Zeit völlig kahl geschlagen wurden, sind dort nun Erosion und in den chinesischen Landesteilen verheerende Überschwemmungen die Folge. Die Zentralregierung beschloss deshalb eine großflächige Wiederaufforstung. An sich eine gute Maßnahme. Die dafür vorgesehenen Hektarzahlen werden auf jede Regierungsebene umgerechnet und schließlich den einzelnen Kreisen zugeteilt. Da das für die Aufforstungsprogramme vorgesehene Geld aber in aller Regel auf ebendiesem Wege verloren geht oder der zuständige Kreisbeamte kein Interesse an der Sache hat, werden nicht die erosionsgefährdeten Hänge bepflanzt. Denn das wäre schwierig und kostenintensiv. Stattdessen wird das Weide- und Ackerland der tibetischen Bauern und Nomaden unten im Tal bepflanzt, das ist viel einfacher und billiger.

Leser-Kommentare
  1. egal ob von china in tibet oder europa in afrika.. die leute wollen weder von uns geschulmeistert werden wie zivilisation auszusehen hat noch unsere almosen oder hilfe. die wollen einfach in ruhe gelassen werden! afrikaner sind stolze menschen. lasst sie doch einfach in ruhe.. weder entwicklungsalmosen die korrupten strukturen nützen noch ausbeuten von dortigen ressourcen und abladen unserer agrar-überproduktion.

    • jaso
    • 12.06.2007 um 12:50 Uhr

    Nun, ... ich war vor kurzem in Tibet.

    So dramatisch und repressiv, wie sich der anonyme Entwicklungshelfer hier schildert, schien mir die Situation vor Ort nicht gewesen zu sein - und ganz besonders nicht gegenüber ausländischen Journalisten.

    Wer sich als Journalist ausgibt, wer einen kritischen Artikel andeutet, hat an der Stelle natürlich versagt. Diese ominöse Anonymisierung erscheint mir in diesem Artikel unnötig aufgeblasen oder ungeschickt. Hier würde ich den so genannten Entwicklungshelfer, der sich um sein Ansehen und seine Arbeit sorgt, viel lieber sprechen, um zu fragen, was ihn zu so was bewegt hat. Ich denke, hier wurde etwas missverstanden.

    Vieles weitere kann ich dagegen bestätigen. Tibet ist suspekt und die chinesische Politik verhält sich höchst sonderbar, nicht nur in Lhasa. Daher, ähnlich Israel, umso faszinierender die Situation.

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    • karl20
    • 12.06.2007 um 17:07 Uhr

    Sie waren also in Tibet. Als Tourist? Haben sie wenigstens einen Tibeter gesehen oder doch nur chinesische Statisten?

    @ "Daher, ähnlich Israel, umso faszinierender die Situation."

    Sie finden es also faszinierend wenn man Menschenrechte mit den Fuessen tretet, wenn ein Land ein anderes besetzt und die einheimische Bevoelkerung entmuendigt, erschiesst oder vertreibt.

    Mit Verlaub, ich moechte sie nicht persoenlich kennnenlernen.

    P.S. Ich habe selten so viele daemliche Kommentare zu einem Zeit Artikel gelesen.

    Karl P.

    • karl20
    • 12.06.2007 um 17:07 Uhr

    Sie waren also in Tibet. Als Tourist? Haben sie wenigstens einen Tibeter gesehen oder doch nur chinesische Statisten?

    @ "Daher, ähnlich Israel, umso faszinierender die Situation."

    Sie finden es also faszinierend wenn man Menschenrechte mit den Fuessen tretet, wenn ein Land ein anderes besetzt und die einheimische Bevoelkerung entmuendigt, erschiesst oder vertreibt.

    Mit Verlaub, ich moechte sie nicht persoenlich kennnenlernen.

    P.S. Ich habe selten so viele daemliche Kommentare zu einem Zeit Artikel gelesen.

    Karl P.

  2. was hat Ihr Beitrag mit dem Thema zu tun? Sie wollen wohl, dass in Tibet etwas nicht gemacht wird, das niemand macht, daran denkt zu machen?
    Ein "Problem" zu loesen wo es keins gibt, ist das die "deutsche Art"?

  3. Man liest Ihr Schreiben, vielleicht nicht so sorgfaeltig wie man es sollte, besonders nachdem man es einem einfaellt, wie wenig Sie wissen.

    Die Welt hat genug Aerger ohne dass "Hilfsarbeiter" oder "Journalisten" mehr erfinden.

    Ich war nicht nur einmal in Lhasa. Und es war nicht schwerer dort hinzukommen als nach Shanghei oder, um es Ihnen klar zu machen, nach Berlin. Nicht mal vor zwanzig Jahren. Und nicht jetzt. [Die Gefahr dort ist das Essen.... Yak zum Fruehstueck und Abendbrot..... oder wegen der duennen Luft die einen Besucher nicht gut atmen laesst, da man nicht daran gewoehnt ist, wie auch schon in LaPaz.]

    Tibet wird Chinesisch. Lhasa auch. Warum? Nicht weil die Orginal-Einwohner verfolgt, getoetet, oder deportiert werden? Nein. Der chinesische Weg ist viel einfacher. Chinesen in Massen kommen dorthin. Viele, oft die gut-geschulten Lhasa Einwohner verlassen es.

    Die Universitaet in Lhasa wurde verbrannt. Vor Jahrzehnten. So, jetzt lernt man von denen die kommen, oder man geht nach China. Ein Beispiel einer Methode, die unverschaemt ist. Aber das heisst nicht dass sie ausschlagend oder nicht ausschlagend ist.

    Die Stroemung einer "neuen" Bevoelkerung macht einen viel groesseren Eindruck. Es kann wie eine Flut werden. Es ist schwerer einem Tsunami als Kugel aus ein paar Gewehren auszuweichen.

    Wenn Sie sich in Europa (und gleich in Deutschland) die Zeit nehmen, ueber Ihre Schulter zu sehen, wuerde Ihnen klar, das Tibet nicht das einzige Land ist, das sich so aendert.
    Wenn Sie (Deutschland) nicht damit fertig werden, erhoehern sich wegen Ihnen und anderen, denen es auch nicht aufzufallen scheint, die Chancen damit nicht fertig zu werden.
    Einwanderung nuetzt wohl immer jedem Staat, jeder Bevoelkerung. Weil meistens Leute kommen, die ueberzeugt sind, dass ihnen die neue Heinmat besser als ihre alte passen und gefallen wird.
    Aber die Bevoelkerung zu die die Einwanderer anziehen/sie locken, muessen sich die Zeit nehmen und den Mut und Verstand haben, sich daran zu "gewohenen". Froh zu sein, dass neue Arbeitskraefte zur Verfuegung stehen, dass man sie integrieren kann. So dass man Einwanderer anstatt zu verfolgen, "begruesst", sich zusammen-schweisst, weil man gemeinsam fuer alle Kindern eine bessere Zukunft schaffen kann und will.

    All das hat wenig mit Schulen und UNIs und Buerokratien zu tun, sondern viel mehr wie man zusammenleben will, was man als gute Ziele betrachtet, und wie man einzeln (aber auch zusammen) dort ankommen kann.

    Und man muss, als ein Staat wissen, wofuer man sich einsetzt, was fuer Werte existieren. Solche Gedanken und Gestaendnisse miessen immer wieder bekannt gemacht undveroeffentlicht werden, so dass Menschen anderswo die an Auswanderung denken, wissen und richtig entscheiden, wo sie hinwollen.

    Eines der groessten Geschenke, die uns die Welt bietet, ist das man dorthin uebersiedeln kann [wenn auch oft nur mit ausserordentlicher Muehe, wie es sich wohl gehoert], wo es einem besser gefaellt als "in der Heimat". Ob das heisst von einem Dorf zum andern, oder von einem Staat zum anderen, vor allem" einer Gesellschaft zu einer anderen, von Diktatur zur Freiheit, von geplanter zu freier Wirtschaft.

    Tibet ist nicht Iraq oder Deutschland. China's Marshall Plan sind ihre freiwilligen Auswanderer nach Tibet. Der DalaiLama ist anderswo. Viele Einwohner aus Lhasa auch.

    Wenn Sie, "Anonym" Mitleid und die Zeit haetten fuer deijenigen, die nicht aus Tibet aussiedeln koennen, dann sollten Sie diesen Leuten helfen. Die Chinesen wuerden ihr nicht im Weg stehen. Wie auch Castro es in Cuba nicht tat.

    Die Schwierigkeit besteht in den Laendern, in die die Auswanderer hinwollen. Und deren Behoerden mit Hilfe deren Bevoelkerungen es ihnen schwer macht einzuwundern, wie einst FDR es den Passagieren der St Louis verboten hat, in Amerika auszusteigen. [Als Amerikaner stehe ich "unsere Fehler" zu, wenn ich sie als Fehler betrachte (einschliesslich des Marshall Plan, der uns -- meiner Ansicht nach, nichts "gekauft" hat, noch in unserer Interesse war).

    Angst zu haben, dass die Heimat verschwindet (wie in Tibet), dazu hat man Recht. Aber nur da zu sitzen und zu jammern, oder sich nur fuer Hilfe einzusetzen fuer die Menschen die in Lagern sitzen, weil sie wieder "nach Hause" wollen, ist nicht nur eine Zeitverschwendung, es ist Unsinn.
    Die Hilfe, die Auswanderer brauchen, ist erwuenscht, aber sie muss sich an das Ziel der Auswanderung richten, nicht an den Staat, aus dem die Fluechtlinge gekommen sind. Sie muss sich sorgen fuer den Fall was aus ihnen wird, wenn niemand sie aufnehmen will. Solche Hilfe hat nichts mit Geld- oder anderen "Geschenken" zu tun. Vielleicht koennte das den deutschen UNI Professoren einmal, hoffentlich bald, einfallen.

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    • karl20
    • 12.06.2007 um 16:35 Uhr

    Ihr Kommentar hier ist nicht viel mehr als Kommunistische Propaganda. Allein schon ihre Aussage das man vor zwanzig Jahren muehelos nach Tibet reisen konnte entbehrt jeder Grundlage. Ich war vor zwanzig Jahren selbst in China und konnte mich zum Teil noch nicht einmal in Staedten frei bewegen. Also erzaehlen sie uns doch bitte keine Maerchen!
    China ist ein Imperialist der Tibet aus strategischen und wirtschaftlichen Interessen okkupiert. Wollen sie uns vielleicht noch weissmachen das sich Millionen von Chinesen freiwillig auf ueber 4000 m ansiedeln, oder aus Liebe zu den Tibetern?

    Karl P.

    • karl20
    • 12.06.2007 um 16:35 Uhr

    Ihr Kommentar hier ist nicht viel mehr als Kommunistische Propaganda. Allein schon ihre Aussage das man vor zwanzig Jahren muehelos nach Tibet reisen konnte entbehrt jeder Grundlage. Ich war vor zwanzig Jahren selbst in China und konnte mich zum Teil noch nicht einmal in Staedten frei bewegen. Also erzaehlen sie uns doch bitte keine Maerchen!
    China ist ein Imperialist der Tibet aus strategischen und wirtschaftlichen Interessen okkupiert. Wollen sie uns vielleicht noch weissmachen das sich Millionen von Chinesen freiwillig auf ueber 4000 m ansiedeln, oder aus Liebe zu den Tibetern?

    Karl P.

  4. ich kritisiere das wir europäer der ganzen welt in unendlicher arroganz seit jeher unsere vorstellung von zivilisation aufzwingen wollen. schulen, behörden, bürokratie, archive, feste gebäude, geld, usw. das haben sich die afrikaner nicht selbst ausgedacht und ich wette mit ihnen es ging ihnen besser bevor die kolonisten kamen. oder den australischen ureinwohnern, den indianern in nord- und südamerika. wer sich nicht angepasst hat an das europäische wurde verfolgt. ähnlich wie sich jetzt die herren aus peking in ihrem annektiertem land benehmen. tibetaner sind spartanisch lebende religiöse menschen gewesen und deren kultur wurde stück für stück zerstört. wieso können sie sich nicht darauf einlassen das selbst grundbegriffe von armut, leid und schmerz andere sind in diesen kulturen als bei uns?? der dalai lhama bittet uns zu helfen das sein volk wieder frei ist und nicht das wir seinem volk mobiltelefone bringen

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    ...warum all dieses Jammern, nur immer der Vorschlag dass man NICHTS machen soll.

    Irgendwelche Gedanken, was "man" machen kann, besser noch: Was SIE machen wollen?

    Kritik ist 2% eines Vorschlages wert. Wirklich.

    Und eine Debatte, ohne sich fuer etwas einzusetzen, ist wie Suppe machen zu wollen ohne Wasser.

    Ist das immer weiter die "deutsche Art"? Wohl wahrscheinlich, wenn man die ZEIT Artikel und Leserbriefe liest. Oft von Leuten, die nur oberflaechliche Eindruecke haben aber denken, dass sie Expert sind.

    Die Tibeter waren Leibeigene des Dalei Lama und der Mönchskaste, die im Wohlstand fast erstickten. [Ein Großteil des Beitrages musste leider entfernt werden, da er nur Vorwürfe und Beleidigungen ohne Begründung und entsprechende Quellenangabe enthielt/ Redaktion]

    nun ich verlinke grundsätzlich keine esotherischen und rechtsextreme Quellen, recherchiert hat (Colin Goldner: Dalai Lama. Fall eines Gottkönigs. Alibri Verlag, Aschaffenburg 1999) eine Buchbesprechung hier http://www.agpf.de/Dalai-...

    Ob die Tibeter den wirklich zurückhaben wollen ?

    ...warum all dieses Jammern, nur immer der Vorschlag dass man NICHTS machen soll.

    Irgendwelche Gedanken, was "man" machen kann, besser noch: Was SIE machen wollen?

    Kritik ist 2% eines Vorschlages wert. Wirklich.

    Und eine Debatte, ohne sich fuer etwas einzusetzen, ist wie Suppe machen zu wollen ohne Wasser.

    Ist das immer weiter die "deutsche Art"? Wohl wahrscheinlich, wenn man die ZEIT Artikel und Leserbriefe liest. Oft von Leuten, die nur oberflaechliche Eindruecke haben aber denken, dass sie Expert sind.

    Die Tibeter waren Leibeigene des Dalei Lama und der Mönchskaste, die im Wohlstand fast erstickten. [Ein Großteil des Beitrages musste leider entfernt werden, da er nur Vorwürfe und Beleidigungen ohne Begründung und entsprechende Quellenangabe enthielt/ Redaktion]

    nun ich verlinke grundsätzlich keine esotherischen und rechtsextreme Quellen, recherchiert hat (Colin Goldner: Dalai Lama. Fall eines Gottkönigs. Alibri Verlag, Aschaffenburg 1999) eine Buchbesprechung hier http://www.agpf.de/Dalai-...

    Ob die Tibeter den wirklich zurückhaben wollen ?

  5. ihren Beitrag kann ich gar nicht verstehen.

    Im Grunde genommen ist die Entwicklungshilfe, die wir kennen, nur ein Versuch, etwas wieder gut zu machen, das wir zerstört haben. Diese Hilfe soll aber natürlich so aussehen, dass wir auch hinterher davon profitieren können. Sehr oft ist das der einzige Zweck. Ich spreche nicht von den kleinen, desorientierten Helfern, sondern von der gross angelegten Milliardenhilfe. Das arme Land soll fitt gemacht werden, für den Handel mit uns. Damit sie den neu erreichten Wohlstand schätzen (falls es überhaupt dazu kommen sollte), müssen wir noch ein bisschen Gehirnwäsche betreiben. Selbstversorger auf dem Land sollen als arbeitslos und arm betrachtet werden, sie sollen sich Coca Cola und ein dickes Auto wünschen usw.

    Ich halte es auch für am besten, wenn wir uns komplett aus der dritten Welt zurückziehen. Wir haben das Leben dort schon sehr gestört, es wird Zeit damit auszuhören.

    Und mit "wir" und "uns" meine ich Deutschland und China, zwei Länder die sich sehr ähneln.

  6. Dieser Augenzeugenbericht ist sehr willkommen. Leider gibt es diese ungeschminkten Bilder der Realitaet vor Ort immer seltener. Henrik Bork, der fuer Spiegel und Zeit geschrieben hat, war einer dieser Berichterstatter fuer China.
    Ob der Verfasser nun fuer eine Entwicklungshilfeorganisation arbeitet oder ein Journalist ist, ist eher nebensaechlich. Natuerlich kann man jeden Artikel dazu nutzen, Grundsatzfragen zu stellen, wie "Gibt es einen Gott, wo es den Tibetern doch so schlecht geht" oder "Ist Entwicklungshilfe grundsaetzlich schlecht". Das duerfte aber weder die Absicht des Verfassers gewesen sein noch sollte es von der Tatsache ablenken, dass es wenige ungeschminkte Berichte aus Tibet gibt.
    Der vorliegende Artikel passt sehr gut in mein eigene Erfahrungen in und mit China, von daher glaube ich nicht, dass hier etwas erfunden wurde.

  7. ...warum all dieses Jammern, nur immer der Vorschlag dass man NICHTS machen soll.

    Irgendwelche Gedanken, was "man" machen kann, besser noch: Was SIE machen wollen?

    Kritik ist 2% eines Vorschlages wert. Wirklich.

    Und eine Debatte, ohne sich fuer etwas einzusetzen, ist wie Suppe machen zu wollen ohne Wasser.

    Ist das immer weiter die "deutsche Art"? Wohl wahrscheinlich, wenn man die ZEIT Artikel und Leserbriefe liest. Oft von Leuten, die nur oberflaechliche Eindruecke haben aber denken, dass sie Expert sind.

    Antwort auf "@jg100rpw "

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