Linke Oskar auf dem Pulverfass
Der frühere SPD-Chef Lafontaine ist am Ziel. An diesem Wochenende entsteht die neue vereinte Linkspartei unter seiner Führung. Die Zeit seiner politischen Rekonvaleszenz geht damit zu Ende.
Wer in diesen Tagen Oskar Lafontaine begegnet, der erlebt einen fröhlichen und selbstbewussten, aber ein wenig zu viel redenden älteren Herren. Er ist zu Scherzen aufgelegt und zu Belehrungen. Aber was soll man anderes erwarten von einem Menschen, der jetzt 63 Jahre alt ist, seit 40 Jahren nichts anderes macht als Politik und der fast alle Höhen und Tiefen eines Politikerlebens durchlaufen hat.
Nun scheint Lafontaine vor einem neuen Höhepunkt zu stehen. Am Wochenende werden in Berlin seine kleine WASG und die Linkspartei.PDS miteinander fusionieren. An diesem Freitag treffen sich noch einmal die Delegierten zu getrennten Sitzungen, am Samstag dann konstituiert sich die neue Partei. Sie wird den Namen „Die Linke“ tragen. Die Fusion könne nicht mehr schiefgehen, sagt Lafontaine, „die Sache ist gelaufen“.
Zwei Parteien werden also an diesem Wochenende von der politischen Bildfläche verschwinden. Die eine entstand in Westdeutschland und hat eine recht kurze, aber lebhafte Geschichte hinter sich. Die Geschichte der anderen Partei ist sehr viel länger; sie wurde von Klassenkämpfen und Kaltem Krieg, von historischen Irrtümern und Verbrechen und dem Zusammenbruch ihres Staates geprägt. In den vergangenen 17 Jahren schließlich durchlebte sie die Transformation von einer Staats- zu einer ostdeutschen Regionalpartei. Die neue Partei soll nun eine gesamtdeutsche werden und nach dem Willen von Lafontaine schon bald die dritte politische Kraft des Landes. Vor allem aber soll die neue Partei die deutsche Politik verändern.
„Die Linke“ ist, wenn man so will, das Baby von Oskar Lafontaine. Zusammen mit dem PDS-Vorzeigemann Gregor Gysi hat der Saarländer zwei Jahre lang für dieses Projekt gekämpft, gekungelt und gestritten. Seit im Frühsommer 2005 die rot-grüne Regierung gescheitert war und Lafontaines alter Widersacher Gerhard Schröder überstürzt Neuwahlen ausrief, arbeiten die beiden an dieser Mission.
Mit Erfolg, so scheint es. Lafontaine und Gysi sind im Herbst 2005 zusammen in den Bundestag eingezogen. Damals mussten sie noch ein paar wahlrechtliche Tricks anwenden, damit Mitglieder von PDS und WASG auf einer Liste für den Bundestag kandidieren konnten. Anschließend übernahmen sie gemeinsam den Vorsitz der Fraktion. In Bremen konnte die neue Linke vor ein paar Wochen schon vor ihrer Gründung in das erste westdeutsche Landesparlament einziehen. Nun vollzieht sich der letzte Akt der Parteiwerdung.
- Datum 15.06.2007 - 03:04 Uhr
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Tolle Sache, oder? Es gibt wieder eine KPD wie zu alten Zeiten, egal wie sie sich diese Woche gerade nennt. Und schon redet Gysi von einer künftigen Fusion mit der SPD. Aber wie sollte man dann eine solche Partei nennen? Wie wäre es denn mit SED? Ach ja, das hatten wir ja schon mal. Fehlt nur noch der Stacheldraht ums Ganze, damit die Leute nicht wieder alle wegrennen können.
Dass die SPD Oskar Lafontaine als Verräter ansieht, ist verständlich, wenn man die Parteiräson betrachtet. Berücksichtigt man die politischen Inhalte, ist Oskar Lafontain der Einzige, der Rückgrat hat und allen massiven Anfeindungen zum Trotz, seinen Überzeugungen treu geblieben ist. Dass er jetzt an der Spitze der Linken weitermacht ist nur konsequent.
Spätestens seit dem Regierungswechsel 1998 ist die bundesdeutsche Politik geprägt von der Kapitulation gegenüber der Wirtschaft und seiner streng kapitalistischen Orientierung. Jede korrektive Gegenstimme wird seither entweder als populistisch, unmodern oder rückwärtsgewandt diffamiert. Sozialpolitische Reformen waren genau genommen ein schrittweiser Abriss der Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft, die man der Bevölkerung als "Modernisierung des Sozialstaats" verkaufte. Diese Politik hätte einer konservativ-liberalen Regierung vor ihrer Klientel gut zu Gesicht gestanden, waren sie doch die vordergründigen Gewinner dieser Politik. Der Sozialdemokratie muss man allerdings Verrat am eigenen Wahlvolk vorwerfen. Da hilft es auch nicht von "Sachzwängen" zu sprechen. Eine gesellschaftliche Ordnung wird immer von Menschen geschaffen und können von eben diesen auch wieder korrigiert werden, wenn man es will. Genau eben dieser Wille zum Einsatz für den "kleinen Mann ist der SPD gründlich verloren gegangen, auch wenn sie immer wieder genau das bestreitet.
Im Grunde genommen sind die im Bundestag vertretenden Parteien, mit Ausnahme der Linken, nichts anderes als Blockflöten eines neoliberalen Denkens, das der Marktwirtschaft messianische Wirkung zuschreibt und immer blinder wird gegenüber ihren Konflikten, die den Zusammenhalt der Gesellschaft bedroht. Was ist "modern" an dieser Entwicklung?
Es ist überfällig, dass sich in Deutschland eine politische Kraft etabliert, die dieser Ideologie ein Korrektiv entgegensetzt. Es ist der Linken zu wünschen, dass sie sich nicht in inneren Kämpfen verliert und ihrer wichtigen Aufgabe gerecht wird. Wenn ein Oskar Lafontaine dieser historisch stark belasteten Partei eine nachvollziehbare Richtung geben kann, die den sozialen Ausgleich der gesellschaftlichen Schichten im Auge behält, dann ist ihm nur viel Glück zu wünschen. Leider ist die Hoffnung, dass die anderen Parteien, einschließlich der SPD, es schaffen können, immer unbegründeter.
Sollte diese Clique mit ihren verquasten Vorstellungen zur Wirtschafts- und Sozialpolitik jemals an die Macht kommen, dann Gute Nacht, Deutschland!
In aller Kürze haben Sie alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt. Danke!
In aller Kürze haben Sie alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt. Danke!
Parteivorsitzender, Finanzminister, Parteigründer fehlt nur noch Religionsstifter: seit fünfzehn Jahren vergeudet dieser überaus erfolgreiche Ex-Ministerpräsident seine Talente am falschen Ort in Rollen, für die er nicht das geringste Talent besitzt. Als Saarländer, soviel hätte er mit etwas mehr Verstand im Kopf doch längst herausfinden können, fehlen ihm im "Reich" bei den wirklich harten Auseinandersetzungen, Durchstechereien und Intrigen die Rasierklingen an den Ellenbogen.
was für elendiges geschreibsel. ganze vier seiten,um einen eindeutig ungeliebten politiker madig zu machen.
in nahezu jedem satz dieses von keines gedanken blässe angekränkelten elaborates schwingt ein penetranter unterton:
oscar - find ich doof.
nun gut, das mag ein jeder sehen wie er will, als journalist - also meinungsmacher und multiplikator - aber weiß man, daß dieses artikelchen jenseits aller erkenntnis lediglich rufschädigung betreibt.
warum eigentlich, herr autor?
es wäre sicherlich befruchtender gewesen für die dahin siechende politische kultur in D, hätten Sie sich einmal auf die politischen vorstellungen, konzepte, visionen kapriziert.
aber gut - jeder wie er kann oder mag.
und jetzt noch einen auf den heimweg:
"Aus dem Verantwortungsflüchter, der vor acht Jahren sang- und kommentarlos vom Amt des Bundesfinanzministers und vom SPD-Vorsitz zurücktrat,..." gemeint natürlich der schäbige oscar
dieses zitat offenbart eine weltsicht, um die ich Sie wirklich nicht beneide.
jemand, der lieber kündigt, als jede sauerei mitzumachen ist ein "verantwortungsflüchter"?
also ich wünschte, es gäbe mehr sauereiverweigerer.
aber glückwunsch zu Ihrem stil. mit ein wenig übung sind Sie bald bei der blöd.
Wenn man so den Artikel liest, könnte man meinen, dass es Lafontaine ausschließlich um persönliches geht. Diese Annahme ist höchst Merkwürdig, wenn man Lafontaines Einsatz für Linke Politik verfolgt. Nachdem er seine Person nach seinem Rücktritt völlig zurückgenommen hat, obwohl er offensichtlich vom Wendehals Schröder hintergangen worden ist, und so äußerst Loyal gegenüber der SPD einen Verzicht von Klarstellungen ausgeübt hat, ist die Annahme von persönlichen Gründen als Motivation für sein politisches Wirken fast Absurd.
Resozialisiert werden muss, wenn überhaupt "jemand", die SPD. Lafontaine ist immer seinen Prinzipien treu geblieben und hat sich auch Ehrenhaft verhalten.
Was hier als Populismus von Lafontaine bezeichnet wird, ist im militärischen Beweis vom Verfassungsgericht anders beurteilt worden, und welche Renten erhöht werden sollen, sollte der Artikelverfasser für ein integeres journalistisches Verhalten genauso wie eine genauere Hartz4 sich mal antun.
Es gibt wieder eine Linke Partei in Deutschland, und das ist zu begrüßen. Manche mögen das anders sehen, aber wie schon früher bei den Grünen wird sich zeigen, welche Qualität deren Polemik hat.
In aller Kürze haben Sie alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt. Danke!
Ich sehe es auch so: Es geht Oscar ums Persönliche. Da sind ihm alle Mittel recht.
du wirst uns jetzt sicher drei nennen können, bei denen das nicht so ist, oder?
dieses rumprügeln auf oskar ("uhs oska") erinnert mich daran, wie das vor jahrzehnten auf dem schulhof war: es gibt ein paar dömel, die andere dämel dazu auffordern, ihr mütchen an einem zu kurz geratenen auszulassen.
oskar wurde vor jahrenden mal vom spargel als prügelaugust freigegeben und es gibt immer noch genug dämel, die dieses spiel bis zum erbrechen weiterspielen.
blöd ist nur, daß deutschland mit der linken wird leben müssen. damit, daß die linke irgendwann die sinnentleerte spd überholen wird. nicht dass das ein erstrebenswerter zustand ist - aber das ganze oskarbashing ist nur angstbeisserei einer zur entwicklung eigener ideen absolut unfähig gewordenen spd.
du wirst uns jetzt sicher drei nennen können, bei denen das nicht so ist, oder?
dieses rumprügeln auf oskar ("uhs oska") erinnert mich daran, wie das vor jahrzehnten auf dem schulhof war: es gibt ein paar dömel, die andere dämel dazu auffordern, ihr mütchen an einem zu kurz geratenen auszulassen.
oskar wurde vor jahrenden mal vom spargel als prügelaugust freigegeben und es gibt immer noch genug dämel, die dieses spiel bis zum erbrechen weiterspielen.
blöd ist nur, daß deutschland mit der linken wird leben müssen. damit, daß die linke irgendwann die sinnentleerte spd überholen wird. nicht dass das ein erstrebenswerter zustand ist - aber das ganze oskarbashing ist nur angstbeisserei einer zur entwicklung eigener ideen absolut unfähig gewordenen spd.
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