Nahost Britische Flaggen in Flammen

Diplomatische Verstimmung und wütende Proteste: Die Ernennung Salman Rushdies zum Ritter erzürnt die muslimische Welt

Wegen des Ritterschlags für den indisch-britischen Schriftsteller Salman Rushdie hat das iranische Außenministerium den britischen Botschafter in Teheran einbestellt. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Bereits am Dienstag hatte die pakistanische Regierung den britischen Botschafter in Islamabad einbestellt.

Der Ritterschlag sei eine Provokation für eineinhalb Milliarden Muslime, wurde dem Botschafter im Außenministerium vorgehalten. Der Vizepräsident des Parlaments Mohammad-Resa Bahonar sagte, Königin Elizabeth II. habe mit dem Ritterschlag die Gefühle von Muslimen auf der ganzen Welt verletzt.

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In zahlreichen pakistanischen Städten kam es zu Protesten wegen der Ehrung. In Lahore verbrannten rund 150 Islamisten ein Bild der britischen Königin und forderten, Rushdie nach islamischem Recht zu verurteilen: "Die Strafe für einen Gotteslästerer ist der Tod", rief der Chef der radikalen Jugendorganisation Shabab e Milli, Shahid Gilani. In Malaysia demonstrierten Anhänger einer radikal-islamischen Partei vor der britischen Botschaft in Kuala Lumpur. Unter Rufen wie "Zerstört Salman Rushdie" und "Zerstört Großbritannien" forderten sie die Rücknahme der Ehrung.

Rushdie hatte mit seinem Roman Die Satanischen Verse Weltruhm erlangt, besonders nachdem der iranische Revolutionsführer Ayatollah Chomeini 1989 eine Todesdrohung gegen ihn ausgesprochen hatte. Chomeini bezichtigte Rushdie der Gotteslästerung. Der Autor lebte daraufhin neun Jahre versteckt – und bis heute unter starkem Polizeischutz. 1998 distanzierte sich der Iran von dem Aufruf Chomeinis.

Die britische Regierung äußerte sich "tief besorgt" über die Proteste gegen die Ehrung des Autors. Die Äußerung, der Ritterschlag könne Selbstmordattentate auslösen, sei sehr beunruhigend, sagte ein Sprecher des britischen Außenministeriums. Pakistans Minister für religiöse Angelegenheiten, Ijaz ul-Haq, hatte gewarnt, die Entscheidung könnte muslimische Selbstmordattentäter provozieren. "Die britische Regierung hat sehr deutlich gemacht, dass nichts Selbstmordattentate rechtfertigt", betonte der britische Sprecher.

 
Leser-Kommentare
  1. Frieden. Oder wie war das nochmal...

  2. dass der Iram so viel Zeit damit vergeudet die vermeintlichen Feinde des Landes,sprich Islam, zu hassen und zu verfolgen anstatt sich um die wirklichen Probleme des Landes zu kuemmern.Aber ich denke das wuerde die Faehigkeiten der zustaendigen Leute ueberfordern.Also stuerzen sie sich in die willkommene Rushdie Geschichte.

  3. Langsam wird es langweilig!

    Sobald die freie Welt etwas tut/sagt/denkt, was dem Islam nicht gefällt, ist man schwer beleidigt - Flaggen und Strohpuppen brennen. Ach ja: Mord- und Anschlagsdrohungen folgen umgehend (wie ja auch bereits an die Gegner der Kölner Moschee erfolgt).

    Warum heißt es eigentlich jedes mal: "1,5 Mrd Muslime sind beleidigt"? Sprechen die Imame und sonstigen Scharfmacher immer gleich für alle 1,5 Mrd Muslime? Haben die anderen das Denken abgeschaltet und blöken brav alles nach, was ihnen zugerufen wird? Ich habe langsam keine Lust mehr, dieses ständige Säbelrasseln zu ertragen. Der Westen versucht, immer vorsichtiger zu werden bei Äußerungen/Handlungen und ist immer mehr darauf bedacht, den Islam ja nicht zu "provozieren". Man muss ja Racheakte fürchten und Anschläge. Also lieber etwas zurückhaltender sein!

    Machen wir uns nichts vor: Unser gesamter "way of life" ist im Grunde eine Provokation gegenüber dem Islam. Was folgt daraus? Schluss mit Demokratie, Meinungsfreiheit, Humanismus, Emanzipation und Bikins am Ostseestrand? Wann sagt endlich mal ein Vertreter der EU: Uns interessiert nicht, ob ihr beleidigt seid!? Bisher und künftig heißt es doch immer: Tut uns leid, dass wir so provokant sind. Wir werden uns bessern... Ich bin zwar kein Royalist ... but let me stress it this way: GOD SAVE THE QUEEN ! (Hat sie gut gemacht!)

    Wir opfern in diesen Tagen auf dem Altar der "political correctness" alles, wofür unsere erupäischen Vorfahren gekämpft und auch ihr Leben riskiert haben: Luther, Leibnitz, Voltaire, Rousseau, Kant, Heine, Napoleon (Liberté, Egalité, Fraternité). Provokante Frage: Haben nicht in den 1920er und 1930er Jahren die Nazis bis zur ´Machtergreifung´ auch so agiert: "Wenn unsere Gegner dies oder jenes nochmal sagen oder dort und dort ihre Versammlung abhalten, dann gibts Prügel!" Und wohin führte das: LEIDER hatten diese VERBRECHER seinerzeit großen Erfolg mit dieser Mischung aus DROHUNGEN, ANSCHLÄGEN und MORDEN. Und momentan ist der Islam mit dieser Taktik auch sehr erfolgreich. Und wie damals schweigen die Demokraten, die Mehrheit guckt weg! Man entschuldigt sich sogar immer wieder bei den "Beleidigten". Nannte man das nicht auch mal "Appeasement"?

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    "Political Correctness" ist nur ein modisches Wort für Borniertheit. Es handelt sich dabei um einen Ausfluss pervertierter Demokratie, nämlich der Ansicht, dass die Mehrheitsmeinung stets die einzig Richtige sei.

    Es ist die Welle auf der schamlose Populisten ihr Ziel, Macht und Geld, erreichen wollen. Schamlos, weil die Schädigung der Gemeinschaft Mittel zum Zweck ist und die Träger abweichender Meinungen damit ins gesellschaftliche Abseits gestellt werden sollen.

    "Political Correctness" ist nur ein modisches Wort für Borniertheit. Es handelt sich dabei um einen Ausfluss pervertierter Demokratie, nämlich der Ansicht, dass die Mehrheitsmeinung stets die einzig Richtige sei.

    Es ist die Welle auf der schamlose Populisten ihr Ziel, Macht und Geld, erreichen wollen. Schamlos, weil die Schädigung der Gemeinschaft Mittel zum Zweck ist und die Träger abweichender Meinungen damit ins gesellschaftliche Abseits gestellt werden sollen.

  4. "Political Correctness" ist nur ein modisches Wort für Borniertheit. Es handelt sich dabei um einen Ausfluss pervertierter Demokratie, nämlich der Ansicht, dass die Mehrheitsmeinung stets die einzig Richtige sei.

    Es ist die Welle auf der schamlose Populisten ihr Ziel, Macht und Geld, erreichen wollen. Schamlos, weil die Schädigung der Gemeinschaft Mittel zum Zweck ist und die Träger abweichender Meinungen damit ins gesellschaftliche Abseits gestellt werden sollen.

  5. Ich fühle mich ständig beleidigt, wenn ich von Äusserungen wie etwa über die Ungläubigen (=schlimmer wie Schweine, keine Menschen, die Unreinen etc., etc., etc.) höre oder lese.
    Ich bin ein überzeugter Atheist und die Religionisierung der Welt geht mir gehörig auf die Nerven, denn sie ist nur mit Ausgrenzung, Verfolgung, Mord und Terror verbunden. Das geht mir nicht nur auf die Nerven sondern bringt mich regelmässig zum Kotzen!!

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