Telekom Porzellan zerschlagen
Telekom-Chef René Obermann bräuchte engagierte Mitarbeiter dringender als sinkende Kosten. Wie er seine Leute motivieren will, bleibt auch nach dem Streik sein Geheimnis.
Nicht immer wird alles gut, wenn sich Gewerkschaften und Arbeitgeber einigen. Oft ist zu viel Porzellan zerschlagen – wie womöglich bei der Telekom. Der neue Personalchef Thomas Sattelberger hatte den 50.000 Service-Mitarbeitern gleich zu Beginn des Arbeitskampfes zu verstehen gegeben, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn sie sich nicht zu den Bedingungen ihres Arbeitgebers in neue Gesellschaften auslagern lassen. Es sei denn, es käme zu einer Einigung mit ver.di – auf der Basis der Telekom-Vorschläge. Das wurde als massive Drohung empfunden.
Nach einem wochenlangen Arbeitskampf haben sich die Kontrahenten jetzt geeinigt. Die Mitarbeiter müssen in neue Gesellschaften wechseln, doch bis 2012 sind sie vor Kündigungen aus betriebsbedingten Gründen geschützt. In der Endphase der nächtlichen Verhandlungen wurde noch zäh um die Konditionen gerungen, zu denen die Betroffenen künftig arbeiten sollen. Zwar kam es für sie nicht ganz so drastisch, wie viele befürchtet hatten. Doch sie werden vier Wochenstunden länger arbeiten und Gehaltskürzungen von rund 6,5 Prozent hinnehmen müssen, welche allerdings in den ersten 18 Monaten durch Einmalzahlungen kompensiert werden. Die Telekom hatte ursprünglich deutlich höhere Einbußen verlangt.
Am Ende des Streiks steht also ein Kompromiss, den die Verhandlungspartner nun schön reden, um das Gesicht zu wahren. Viele Analysten und Anteilseigner werden hingegen weiter schlechte Stimmung verbreiten, weil die Gehälter nicht noch stärker schrumpfen. Viele Mitarbeiter sind enttäuscht, weil sie Opfer bringen – und ihr Arbeitsplatz auf Dauer trotzdem nicht viel sicherer ist. Es bleibt das Geheimnis von Telekom-Chef René Obermann, wie er nach dieser Machtdemonstration die Mitarbeiter motivieren will, um dem Konzern neuen Schwung zu geben. Dafür braucht er engagierte Menschen dringender als sinkende Kosten.
Die Zauberformel heißt nämlich: zufriedene Kunden. Um in einem Wettbewerb zu bestehen, dessen Regeln von der Netzagentur zu Lasten der Telekom festgezurrt werden, hilft es Obermann nicht, einfach nur Kosten und Preise zu reduzieren. Das zeigte die jüngste Tarifsenkung der Telekom bei den schnellen Internetanschlüssen DSL. Kaum hatte der Konzern diese Gebühren gesenkt, schon zogen die Rivalen nach. Die Schraube drehte sich nur nach unten. Das ist für alle Marktteilnehmer letztlich ruinös.
- Datum 20.06.2007 - 05:34 Uhr
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das ist schon richtig
nur hilft das im moment nichts, die telekom hat schulden in riesiger milliardenhöhe, da sehen die gewinne dann auf einmal nicht mehr so toll aus. und die bisher bessere bezahlung bzw. spitzenbezahlung im branchenvergleich hat ja auch nicht zu dem besten service der branche geführt.
und man kann ein unternehmen halt nicht so führen nach dem motto "investiere in der krise" das kann nur ein staat weil der im zweifel halt die geldpressen anschmeisen kann während ein unternehmen sich damit selbst in die insolvenz katapultiert
Wo hat der Konzern denn Schulden ??
Die wurden abgetragen; jetzt gibt´s 19 Milliarden Gewinn vor Steuern !!!!
Alles Märchen von Schulden, das dient nur zur Ausbeutung der Mitarbeiter, die den Gewinn erwirtschaftet haben !
Ihre Behauptung, dass die Telekom 19 Milliarden Gewinn macht ist irreführend. Die Telekom hatte in 2007 einen sogenannten EBITDA (bereinigt um Sondereinflüsse) von 19,4 Millarden. Allerdings werden in dieser Größe weder Vertriebskosten noch Abschreibungen, z.B. auf Lizenzgebühren berücksichtigt. Der eigentliche Gewinn vor Steuern war übrigends mit 2,7 Millarden kleiner als der Gewinn nach Steuern (bedingt durch Verlustvorträge...).
Bei der Hauptversammlung in Köln wurde sowohl von Seiten der Arbeitnehmer als auch teilweise von den Kleinaktionären hinterfragt, ob sich die Telekom eine Dividende von knapp 3 Milliarden leisten kann. Von einem großen Gewinn kann also keine Rede sein.
Es bleibt zu hoffen, dass die Telekom schnell ihre Mitarbeiter motiviert und ihre IT auf Vordermann bringt (laut Obermann übrigends gleichbedeutend damit eine sechsspurige Autobahn bei laufendem Verkehr umzubauen) und damit hilft den Kundenservice weiter zu verbessern. Bei meinem letzten Umzug vor 2 Monaten hat jedenfalls trotz Streik alles wunderbar geklappt.
Ihre Behauptung, dass die Telekom 19 Milliarden Gewinn macht ist irreführend. Die Telekom hatte in 2007 einen sogenannten EBITDA (bereinigt um Sondereinflüsse) von 19,4 Millarden. Allerdings werden in dieser Größe weder Vertriebskosten noch Abschreibungen, z.B. auf Lizenzgebühren berücksichtigt. Der eigentliche Gewinn vor Steuern war übrigends mit 2,7 Millarden kleiner als der Gewinn nach Steuern (bedingt durch Verlustvorträge...).
Bei der Hauptversammlung in Köln wurde sowohl von Seiten der Arbeitnehmer als auch teilweise von den Kleinaktionären hinterfragt, ob sich die Telekom eine Dividende von knapp 3 Milliarden leisten kann. Von einem großen Gewinn kann also keine Rede sein.
Es bleibt zu hoffen, dass die Telekom schnell ihre Mitarbeiter motiviert und ihre IT auf Vordermann bringt (laut Obermann übrigends gleichbedeutend damit eine sechsspurige Autobahn bei laufendem Verkehr umzubauen) und damit hilft den Kundenservice weiter zu verbessern. Bei meinem letzten Umzug vor 2 Monaten hat jedenfalls trotz Streik alles wunderbar geklappt.
wenn das so wäre dann wäre das telekom-management im knast weil bilanzfälschung strafbar ist, die bilanzen werden darum auch von mehreren unabhängigen prüfern und auch dem finanzamt geprüft - das finanzamt hat ja interesse an hohen unternehmensgewinnen und damit hohen steuereinnahmen.
ein unternehmen ist kein gemeinnütziger betrieb der nur eine schwarze null braucht. die gewinne werden für investitionen dringend gebraucht, wenn sie sich mit der telekom wirklich auskennen werden sie ja wissen wie extrem teuer investitionen in informationstechnologie sind. will die telekom aber auch morgen noch eine rolle spielen muß sie unablässig hohe summen investieren, was gestern ein schneller internetzugang war ist heute schon langsam.
Ihre Behauptung, dass die Telekom 19 Milliarden Gewinn macht ist irreführend. Die Telekom hatte in 2007 einen sogenannten EBITDA (bereinigt um Sondereinflüsse) von 19,4 Millarden. Allerdings werden in dieser Größe weder Vertriebskosten noch Abschreibungen, z.B. auf Lizenzgebühren berücksichtigt. Der eigentliche Gewinn vor Steuern war übrigends mit 2,7 Millarden kleiner als der Gewinn nach Steuern (bedingt durch Verlustvorträge...).
Bei der Hauptversammlung in Köln wurde sowohl von Seiten der Arbeitnehmer als auch teilweise von den Kleinaktionären hinterfragt, ob sich die Telekom eine Dividende von knapp 3 Milliarden leisten kann. Von einem großen Gewinn kann also keine Rede sein.
Es bleibt zu hoffen, dass die Telekom schnell ihre Mitarbeiter motiviert und ihre IT auf Vordermann bringt (laut Obermann übrigends gleichbedeutend damit eine sechsspurige Autobahn bei laufendem Verkehr umzubauen) und damit hilft den Kundenservice weiter zu verbessern. Bei meinem letzten Umzug vor 2 Monaten hat jedenfalls trotz Streik alles wunderbar geklappt.
Das die Telekom motivierte Mitarbeiter zur Steigerung des Service brauchen würden, dürfte keiner bestreiten. Warum aber diese Chance gerade jetzt vertan sein soll ist mir doch recht schleierhaft.
Der Service des rosaroten Riesen hat mit Abstand den schlechtesten Ruf und das schon seit langem und sehr lange vor dem Aufkommen der Idee der Auslagerung.
Dann der gefundene Kompromiss und die unglaubliche Steigerung der Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden. 38 Stunden? In welcher Branche / Unternehmen wird eigentlich weniger als 38 Stunden / Woche gearbeitet? Und dort sind dann alle gleich viel motivierter? Wie lassen sich Mitarbeiter bei einer solchen Ausgangslage noch weiter motivieren? Gehaltserhöhung? Dazu habe ich allerdings von keiner Seite vernommen das Telekom Mitarbeiter unterdurchschnittlich bezahlt würden.
Im Fazit also ein Gehalt das min. dem Branchenschnitt entspricht und eine Wochenarbeitszeit die ihres gleichen sucht. Ergibt einen Service der von den Kunden als der Schlechteste überhaupt wahrgenommen wird.
Da bin ich doch so bösartig und gebe dem (ebenso bösen) Management recht, das ein auslagern und anschließender Verkauf der Service Gesellschaft und ein Rückkauf der Serviceleistung dann von Extern, ein durchaus sinnvoller Weg ist. Damit befänden sich die jetzt mit Arbeitsplatzgarantien ausgestatteten Mitarbeiter in der Konkurrenzsituation vieler anderer Service Mitarbeiter. Dann kann die neue outgesourcte Gesellschaft zeigen wie kundenfreundlich sie ihren Auftrag erledigt und das im direkten Wettbewerb zu jedem anderen Marktteilnehmer.
Ja, das ist doch wohl der Hammer:Nach Obermann's Zielvorgaben sich breit macht der Jammer.Die Ex-T-Onliner erklären sich orientierungslos.Die Führung verwundert: woran hängt denn das bloß?Die Zahl der Frustrierten ist jedenfalls groß.Im neuen Telekom-Produkthausgehen bald die Lichter aus - ernten Kritiker längst Applaus.Jeder versteht grob, worauf Obermann achtet:nach Spitzentechnik, 1A-Produkte, Service er trachtet.Der Konzernlenker hat zuviel zu schnell erwartet,als er sein Opti-Geschäftsmodell gestartet.Er hat - nolens volens - Unruhe in der Belegschaft gestiftet,mit seinen Einschnitten das Betriebsklima vergiftet. Die Ex-T-Onliner träumen noch langevon ihrem börsenorientierten Unternehmen.Doch ist ihnen in diesen Zeiten sehr bangevor den wachsenden Geschäftsmodell-Problemen.T-Online verkaufte Internetzugänge bis Mitte 2006.Die T-Com sorgte sich um den DSL-Leitungskomplex.Die Logik hat eigentlich kein Kunde mitbekommen.Zu guter Letzt hat T-Com dann T-Online übernommen.Ein Drittel der Belegschaft äußerte sich zuletzt gezielt,dass es daher keine T-Produkte seinen Bekannten empfiehlt. Obermann will im Neuen Jahrdie Belegschaft auf Produktverbesserung trimmen.Auch wenn (ge)scheitert die Billigmarke Congstar:Hauptsache die betrieblichen Abläufe stimmen.Und Obermann bleibt hart:Der Einschnitte wegen wird weiter gespart!Dem Konzernchef ist indes zu geben der Rat:Die Telekom erst gerät auf den Wachstumspfad, wenn es gelingt, die Verständigungsprobleme abzubauen,damit einkehrt Grundvertrauen.
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