Fußballschuhe Die Düngergrätsche
Daniel Wilhelms hat Schraubstollen für Fußballschuhe erfunden, die den Rasen düngen. Im Interview nennt der Designer Gründe, weshalb das kein Quatsch sei
Herr Wilhelms, wie kommt man auf die Idee, Stollen für Fußballschuhe zu entwickeln, die während des Spiels Dünger absondern?
Daniel Wilhelms:
Ich wollte im Frühjahr 2006 mit ein paar Freunden auf den Fußballplatz, der aber mal wieder gesperrt war wegen der üblichen Pflegemaßnahmen. Ich habe mich dann mit dem Platzwart über die Probleme unserer Bolzplätze unterhalten.
Die gerade für Freizeitfußballer immer wieder ein Ärgernis darstellen.
Wilhelms:
Das müsste nicht sein. Der Rasen braucht Sonne, Wasser und Dünger. Und er muss aerifiziert werden, ein Vorgang, bei dem normalerweise eine kleine Walze Löcher in das Gras stößt, damit der Rasen atmen kann. Diese Funktion übernehmen die Stollen. Fehlt also nur noch der Dünger.
Erklären Sie uns, wie Ihr Düngerstollen funktioniert.
Wilhelms:
Er ist aufgebaut wie ein normaler Schraubstollen, in den eine 1,5 Zentimeter dicke Düngersubstanz eingearbeitet ist. Ein kleiner Teil des Plastiks wird durch eine Harzhülle ersetzt. Die Feuchtigkeit des Bodens tritt durch die Harzhülle ein und setzt die Düngerkapseln frei. Wo der Spieler läuft, wird gedüngt. Im Fachjargon handelt es sich um eine zonendifferenzierte Düngung.
Kann man mit diesen Stollen auch Fußball spielen und zur Grätsche ansetzen?
Wilhelms:
Natürlich, da besteht kein Unterschied zu einem herkömmlichen Stollen. Da bricht kein Stollen ab, wenn es mal zur Sache geht. Bei den Tests ist keine Materialermüdung eingetreten.
Sie haben Kommunikationsdesign studiert und den Düngerstollen zum Thema Ihrer Diplomarbeit gemacht. Ist es nur ein Designer-Gag?
Wilhelms:
Nein, die Grundvoraussetzung war, dass meine Idee alltagstauglich ist. Es geht darum, eine dichtere Grasnarbe zu schaffen, auf der Fußball mehr Spaß macht.
- Datum 22.06.2007 - 08:48 Uhr
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