Klimawandel Das V-WortSeite 4/4
Das Öko-Institut meint: leider. „Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte“, sagt Helmfried Meinel, Vorstandssprecher des Instituts. Die bisherigen Schritte für eine Klimawende gingen in die richtige Richtung, seien aber längst nicht genug. Vierzig Jahre Pendlerpauschale und Eigenheimzulage hätten dazu geführt, dass Zersiedlung und Mobilität zugenommen haben und sich kein Bewusstsein für die Verschwendung entwickelte.
Die Einstellung einer ganzen Gesellschaft zu ändern, braucht Zeit. Zeit, die die Gesellschaft nach Ansicht des Öko-Instituts nicht mehr hat. „Das sind so gewaltige Ziele, die können wir nur erreichen, wenn alle gesellschaftlichen Akteure mitmachen“, sagt Geschäftsführer Lohse. Bald, so Meinels Befürchtung, könnte die Entwicklung nur noch durch Einschränkungen, durch Gesetze und Rationierungen aufgehalten werden. Da Restriktionen niemand wolle, müsse man so schnell wie möglich die Lebensform zur Diskussion stellen, auch um Lebensqualität zu erhalten. Bei aller Freiheit seien „Elemente des Dirigismus“ notwendig, sagt auch der Energie- und Klimaschutzexperte des Instituts, Martin Cames. Vorstellbar sei, dass jeder eine Art Umweltbudget habe und selbst entscheide, ob er sich damit ein größeres Haus leiste oder zwei Urlaube im Jahr.
Dabei meint Suffizienz im Wortsinn gar keinen Mangel, der damit schnell assoziiert wird, sondern ein „genug“ – also einen Verzicht auf ein Mehr oder Zuviel. Die Frage, ob wirklich in jedem Zimmer der Wohnung eine Stereoanlage stehen muss und es alle zwei Jahre einen neuen Computer braucht, hat durchaus Berechtigung. Genau wie die, ob Unternehmen unbedingt 20 Prozent Rendite bringen müssen.
Das Problem: So funktioniert unsere Gesellschaft bisher nicht. Der Ansatz kommt geradezu einer Revolution gleich. Auch wenn er nicht neu ist und die Revolution noch lange nicht auszubrechen scheint. Bereits 1992 fragte der Autor und Forscher Alan Durning im Titel seines Buches über die Konsumgesellschaft und die Zukunft der Erde: „Wie viel ist genug?“
Eine Frage, die selbst die Grünen derzeit lieber nicht beantworten wollen. „Es gibt theoretische Diskussionen“, sagt Künast, „es gibt die Haltungsfrage, aber unser Konzept soll zeigen: Man kann das rechnen und kommt damit bis 2020 auf über vierzig Prozent Einsparung.“ Schließlich müsse man irgendwo anfangen und nicht schon die „übernächste Diskussion führen“.
Dabei ist die übernächste Debatte die über Konsistenz, also über den flächendeckenden Einsatz naturverträglicher Technologien, die Ökosysteme nutzen, ohne sie zu zerstören. Erst gemeinsam schaffen die drei Konzepte das, was immer gefordert wird: Nachhaltigkeit.
- Datum 22.06.2007 - 11:12 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 21.6.2007
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*lacht* Warum über bewussten Verzicht reden? Verzichten sie doch einfach. Aber nein, das darf man der 'Wirtschaft' und all den Menschen, die von ihren Arbeitsplätzen abhänge, doch nicht antun.
energieeffizienz ist wichtig, auf basis der lüge "erderwärmung" allerdings nur eine nutzlose modeerscheinung.
mit halbwahrheiten kommt man nicht weiter.
liebe zeit redaktion, ich bitte den begriff "erderwärmung" mit anführungszeichen schreiben - es ist kein faktum. ernüchtert euch mal beim meteorologen.
immer jain..
es gibt bei dem ganzen thema keine lösung für alles. was heißt konsumverzicht? wenn es verzicht auf die wegwerfgesellschaft bedeutet ja, aber das heißt nicht gleich konsum. jeder rohstoff ist wiederverwertbar bzw. nicht wiederverwertbare lassen sich durch solche ersetzen, ausnahmslos. benutzt man zb holz wieder verstärkt als baustoff für gebäude dann bleibt in diesen gebäuden sehr lange co2 gespeichert. bei uns in bayern gibts bauernhäuser aus holz die jahrhunderte alt sind, trotz des hiesigen teils rauhen klimas ;-) der holzeinschlag lässt sich europaweit noch vervielfachen bis auch nur die grenze erreicht ist bis nur noch soviel holz nachwächst wie man abholzt - momentan wächst VIEL mehr nach als wir abholzen. gleichzeitig bleibt das geld großteils in der region, wald gibts in deutschland überall und lange transportwege lohnen sich nicht wenn lokal ausreichend holz zur verfügung steht. natürlich muss der konsument dann zb auch zu gartenstühlen aus deutscher eiche greifen und nicht mehr aus teakholz. das klingt nur niedlich wenn es liebhaberei bleibt, im großen stil aber wirds preiswert wie kunststoff und co. und trotzdem ein wichtiger baustein. ähnlich ists mit energie, allein durch einsatz des neuesten stands der technik in allen geräten und anlagen lassen sich 75% des stroms OHNE JEDEN komfortverlust einsparen. 25% unserer heutigen elekrizität nur über erneuerbare energien zu produzieren ist ein kinderspiel. im straßenverkehr ists schwieriger, hier wird tatsächlich nahverkehr (straßenbahn und zug - elektro!) und das gute alte radel eine renessaince erleben. aber das tut unseren wampen auch gut :-)
Es ist nicht die Aussicht auf Nachhaltigkeit, die die Menschheit vorangebracht hat. Sich anstrengen zu müssen, dass es überhaupt weiter geht, ist nur deprimierend. Sich für den Fortschritt, für bessere, angenehmere Lebensbedingungen anzustrengen, das kann demgegenüber als lustvoll erlebt werden.
Im Klartext: der bewusste Verzicht auf Konsum kann, wenn er als Investition in einen späteren höheren Konsum empfunden werden kann, geradezu charakterbildend sein. Als Änderung der gesamten Lebensform macht er die Menschen nur mürrisch.
Wollte man eine solche Änderung des Lebensstiles politisch bewusst durchsetzen und auf diktatorische Maßnahmen verzichten, dann bliebe nur der Preis als Korrektiv.
Und die Folge? Die wirtschaftlich Bessergestellten haben plötzlich Privilegien, die wir lange überwunden glaubten. Freie Sraßen für Wenige, keine Abfertigungsschlangen am Flughafen, idyllische Touristenattraktionen ohne störende 'Plebs' u.v.a.m.
Das wäre (normativ gesprochen) nicht meine Welt. Die Menschen haben ein Recht darauf, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern, und diejenigen Ziele zu verfolgen, die sie als erstrebenswert empfinden.
Als strategische (und zwar unverzichtbare) Ressource gehört hierzu Energie. Und wenn es sich herausstellt, dass die derzeitigen Verfahren der Energiegewinnung, etwa die Verbrennung von Kohle, mit zu vielen Nachteilen verbunden ist, dann sind andere Verfahren zu fördern.
Um ein Missverständnis auszuräumen: der Mensch als Experiment der Natur ist nicht dafür gemacht, als Nesthocker zu enden. Dass mit dem Flüggewerden das Nest nicht mehr so ordentlich aussieht wie zu Beginn, liegt in der Natur der Sache (und des Menschen). Nach den ersten Flugversuchen und nach dem (Teil-)auszug bleibt noch genügend Zeit, den Planeten in einen Naturpark oder wenn es denn sein muss, ein Museum zu verwandeln.
Herzlichst Crest
...erderwärmung ist schon ein fakt. nur nicht ob er durch den mensch hervorgerufen wird. temperaturschwankungen im klima, teils auch sehr plötzliche, sind so alt wie die erde. doch selbst wenn nicht vom mensch verursacht, es gibt tausend andere gründe das verbrennen von fossilen brennstoffen einzustellen und mehr im gleichgewicht mit unserer umwelt zu leben.
Hallo
Diese Debatte gab es schon in den 80er Jahren:
Inwieweit ist eine Art von Askese politisch durchsetzbar?
Die ernüchternde Antwort lautete:
Nur bei einer kleinen Elite aus Einsicht, bei der grossen Mehrheit nur durch Zwang oder hohe Preise.
Die gesellschaftlichen Folgen wären enorm und sind schon skizziert worden:
Was heute sozialer und kultureller Standart ist, verkäme wie in der Vergangenheit zu einer Sache einer kleinen finanzell gutgestellten Elite.
Das hat in der gesamten Weltgeschichte noch nie funktioniert und ist auch so krass gegen das normale und natürliche Empfinden des Menschen, dass das nie funktionieren wird. "Nach uns die Sintflut" war immer eines der Mottos der Menschen.
Die Menschheit wird nicht untergehen, nur weil es ein paar Grad wärmer auf Erden ist. Nur völlig in Illusionen lebende Gutmenschen können so etwas behaupten.
Rolf
Hier ist es also wieder: das Unwort Gutmensch - es taucht immer dort auf, wo über Gerechtigkeit oder Engagement gesprochen wird. Schade. Aber zum Thema:
Erstens behaupten wir "Gutmenschen" gar nicht, dass die Menschheit wegen der Erderwärmung untergehen wird; weitergehen wird es bestimmt irgendwie.
Aber genau um dieses wie geht es hier! Wenn wir uns zwischen freiwilligem Verzicht und Verschwendungskultur entscheiden, wählen wir damit nicht zwischen Untergang und Fortbestand, sondern wir beeinflussen, wie es weitergeht, wie es auf der Erde in fünfzig oder in hundert Jahren aussehen wird und wie es sich dann lebt.
Und zweitens geht es vielen "Gutmenschen", im Gegensatz zu den "Ungutmenschen", nicht nur um die Menschheit. Ja, die Frage "wie es sich dann lebt" erstreckt sich natürlich auch auf alle anderen Lebensformen auf diesem Planeten.
Auch hier wird nicht behauptet, es stehe der Untergang bevor. Vielmehr wird konstatiert, dass die globale Biodiversität aufgrund unseres Lebensstils immer schneller schrumpft, und wenn wir unseren Lebensstil nicht ändern, wird diese Entwicklung auch in Zukunft immer schneller voranschreiten.
Dieses mag zwar so manchem Egozentriker an sich ziemlich egal sein, doch auch diese "Ungutmenschen" sollten nicht vergessen, dass auch die Lebensqualität des Menschen (und zwar nicht nur des Naturromantikers) von der globalen Biodiversität abhängt!
Also: Verantwortung und Verzicht (auf etwas Luxus!) heute oder Verfall und Verlust morgen. Wenn man da gegen Verzicht argumentiert, kann das eigentlich nur an Verbohrtheit oder Verblödung liegen.
Oder natürlich an dem alten Motto, das in dieser Diskussion auch schon aufgetaucht ist: Hinter uns die Sintflut. Wer denkt wirklich so, "die Menschen"? Denken Sie so? Und Du? Als "Gutmensch", Moralist, Weltverbesserer, Utopist - und Vater fühle ich mich mitverantwortlich. Was ist mit euch?
Hier ist es also wieder: das Unwort Gutmensch - es taucht immer dort auf, wo über Gerechtigkeit oder Engagement gesprochen wird. Schade. Aber zum Thema:
Erstens behaupten wir "Gutmenschen" gar nicht, dass die Menschheit wegen der Erderwärmung untergehen wird; weitergehen wird es bestimmt irgendwie.
Aber genau um dieses wie geht es hier! Wenn wir uns zwischen freiwilligem Verzicht und Verschwendungskultur entscheiden, wählen wir damit nicht zwischen Untergang und Fortbestand, sondern wir beeinflussen, wie es weitergeht, wie es auf der Erde in fünfzig oder in hundert Jahren aussehen wird und wie es sich dann lebt.
Und zweitens geht es vielen "Gutmenschen", im Gegensatz zu den "Ungutmenschen", nicht nur um die Menschheit. Ja, die Frage "wie es sich dann lebt" erstreckt sich natürlich auch auf alle anderen Lebensformen auf diesem Planeten.
Auch hier wird nicht behauptet, es stehe der Untergang bevor. Vielmehr wird konstatiert, dass die globale Biodiversität aufgrund unseres Lebensstils immer schneller schrumpft, und wenn wir unseren Lebensstil nicht ändern, wird diese Entwicklung auch in Zukunft immer schneller voranschreiten.
Dieses mag zwar so manchem Egozentriker an sich ziemlich egal sein, doch auch diese "Ungutmenschen" sollten nicht vergessen, dass auch die Lebensqualität des Menschen (und zwar nicht nur des Naturromantikers) von der globalen Biodiversität abhängt!
Also: Verantwortung und Verzicht (auf etwas Luxus!) heute oder Verfall und Verlust morgen. Wenn man da gegen Verzicht argumentiert, kann das eigentlich nur an Verbohrtheit oder Verblödung liegen.
Oder natürlich an dem alten Motto, das in dieser Diskussion auch schon aufgetaucht ist: Hinter uns die Sintflut. Wer denkt wirklich so, "die Menschen"? Denken Sie so? Und Du? Als "Gutmensch", Moralist, Weltverbesserer, Utopist - und Vater fühle ich mich mitverantwortlich. Was ist mit euch?
askese hat nichts mit "einsicht" zu tun. wenn man das so nennt unterstellt man im umkehrschluß den andersdenkenden "uneinsichtigkeit" in das was man selbst für "die wahrheit" hält. das halte ich schlicht für arrogant und anmaßend. weiterhin ist es in einer demokratie nie aufgabe des staates einen bestimmten "lebensstil" beim bürger durchzusetzen, höchstens positiv anreize zu setzen und denkanstöße zu geben. alles andere ist "vater staat" im besten sinne der bevormundung.
Tja, der Verzicht... Es soll schon Menschen gegeben haben, die haben ein Vielfaches dessen, was ein tellergroßes Schnitzel kostet, für zwei Spargelspitzen mit Garnitur ausgegeben und sich dabei noch wahnsinnig wohlhabend gefühlt. Man kann den Menschen vermutlich alles verkaufen, wenn man es darauf anlegt. Man kann es aber auch lassen. Diejenigen, die sich von ihresgleichen nichts vorschreiben lassen wollen, wird die Natur lehren.
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