HeuschreckenGroß, größer, Blackstone

Die Investmentfirma Blackstone geht an die Börse und erlöst vier Milliarden Dollar - viel Geld, um neue Übernahmen einzufädeln und alte Schulden zu begleichen von ae

Es war der größte Börsengang in den USA seit fünf Jahren. Die riesige US-Investmentfirma Blackstone verkaufte etwas mehr als zwölf Prozent ihrer Anteile und nahm im Gegenzug 4,13 Milliarden Dollar ein. Diese Summe entspricht 3,1 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Google hatte bei seinem damals mit ebenso großer Spannung verfolgten Börsengang im August 2004 nicht einmal zwei Milliarden Dollar erlöst. Eine Blackstone-Aktie kostete 31 Dollar, angepeilt hatte das Unternehmen 29 bis 31 Dollar.

Über die Millionen freuen sich vor allem die Blackstone-Gründer, der 60-jährige Stephen Schwarzman und der 81-jährige Peter G. Peterson. Sie erhalten zusammen rund 2,33 Milliarden Dollar, mehr als die Hälfte des Emissionserlöses. Daneben will Blackstone den Geldregen nutzen, um kurzfristige Verbindlichkeiten zurückzuzahlen und in bereits laufende sowie künftige Geschäfte zu investieren.

Die Gründer ziehen sich nicht völlig aus dem Unternehmen zurück: Schwarzman behält einen Anteil von 23 Prozent, der rund 7,8 Milliarden Dollar wert ist. Peterson, der alleine knapp 1,9 Milliarden Dollar in bar für seine Anteile kassiert, behält einen Blackstone-Restanteil von vier Prozent im Wert von knapp 1,4 Milliarden Dollar.

Blackstone ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Heute verwaltet das Unternehmen Vermögenswerte von rund 88 Milliarden Dollar, vor sechs Jahren waren es nur 14 Milliarden Dollar. Dank des globalen Investmentbooms, billiger Zinsen sowie eines gewaltigen Kapitalzuflusses verdiente die Firma alleine im vergangenen Jahr 2,3 Milliarden Dollar. Ihr Hauptgeschäft ist die Übernahme von und Beteiligung an Firmen, die sie in der Regel nach einigen Jahren mit hohem Gewinn weiterverkauft.

Bewertet man das Unternehmen nach dem Emissionskurs seiner Aktien, so ist es rund 33,6 Milliarden Dollar wert, kaum weniger als die beiden Autoriesen General Motors und Ford, deren Wert gemessen am Börsenkurs insgesamt rund 37 Milliarden Dollar beträgt. Die Aktien der Deutsche Bank, des größten deutschen Kreditinstituts, werden momentan mit rund 78 Milliarden Dollar bewertet - kaum mehr als doppelt so viel wie jene von Blackstone, einer Firma mit nur einigen hundert Mitarbeitern.

Der Börsengang war umstritten: Da eine Investmentfirma aus der Volksrepublik China Anteile im Wert von drei Milliarden Dollar erwarb, machte ein Senator Sicherheitsbedenken geltend. Mehrere Politiker hatten dringend eine Verzögerung der Blackstone- Erstemission verlangt. Zudem drohten Mitglieder des US-Kongresses jenen Investmentfirmen, die auch Finanzberatung anbieten, generell mit einer höheren Steuer.

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