Polittalk Zahme Christiansen

In ihrer letzten Sendung glänzte die Talkmasterin der Nation - mit Zurückhaltung gegenüber ihrem einzigen Gast, dem Bundespräsidenten Horst Köhler

Zur letzten Runde hatte sie sich noch einmal hohen Besuch geladen. Als einzigen Gast der 477. Ausgabe von Sabine Christiansen empfing die Talkmasterin niemand Geringeres als das deutsche Staatsoberhaupt, Bundespräsident Horst Köhler. Eine getragene Sendung war es, mit recht zahmen Fragen der sonst so energischen Moderatorin, und einem weit gefassten Themenmenü: Es ging um die Lage der Welt im Allgemeinen, und um die Lage der Nation im Besonderen. G8, Klimawandel, Mindestlohn, Zuwanderung, Ost-West-Gefälle - nichts wurde ausgelassen, zu allem hatte Horst Köhler etwas Getragenes zu sagen. Die Sendung habe Geschichte geschrieben, sagte der Bundespräsident zum Ende der Aufzeichnung.

Vor allem aber boten die vielen angesprochenen Themen eine Gelegenheit zum Rückblick. Zahlreiche Zusammenschnitte aus 477 Sendungen boten einen beeindruckenden Blick darauf, wie die Talkshow deutsche Geschichte begleitet hatte - und auf jene Gäste, die sich bei Christiansen die Klinke in die Hand gaben, von Günter Grass über Gerhard Schröder bis hin zu George W. Bush. Nach fast zehn Jahren verabschiedete sich die Journalistin Sabine Christiansen nun aus dem Berliner Sendestudio und von den deutschen Bildschirmen.

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Die Talkrunde war am 4. Januar 1998 an den Start gegangen. ARD-Angaben zufolge sahen im Durchschnitt 4,4 Millionen Menschen zu, wenn Christiansen Themen setzte, der Marktanteil lag dabei bei rund 16 Prozent.

«Danke, dass Sie uns die Treue gehalten haben und auf Wiedersehen» - mit diesen Worten verabschiedete sich die Moderatorin nach ihrem letzten Auftritt vom Publikum. Im Anschluss empfing die 49-Jährige rund 500 Gäste zu einer Abschiedsparty in einem benachbarten Hotel.

Christiansen hatte vor einem Jahr ihren Rückzug vom aktuellen Fernsehen angekündigt und erklärt, dass sie sich mehr ihrem Privatleben sowie ihrer Produktionsfirma TV21 widmen wolle. Sie wird aber weiter auf Englisch die Talkshow Global Players with Sabine Christiansen im amerikanischen Spartensender CNBC moderieren und will in Zukunft auch einzelne Sendungen in der ARD präsentieren.

Auf den Abschied folgte schließlich ein weiterer - wenngleich Anne Will es am Ende ihrer letzten Tagesthemen -Moderation leichter hatte, «Auf Wiedersehen» zu sagen: Am 16. September startet die Journalistin mit der Nachfolge-Sendung von Sabine Christiansen in der ARD.

 
Leser-Kommentare
    • NRC
    • 26.06.2007 um 8:46 Uhr

    Aber jetzt wird es noch Langweiliger mit Anne Will.

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