Kunstschau Die Documenta genießt ihre PannenSeite 2/2

Doch Ai, vor allem durch seine Einladung an 1001 seiner Landsleute zur Documenta bekannt, denkt nicht an Wiederaufbau. "Das ist besser als vorher", sagt der 50-Jährige. "Jetzt wird die Kraft der Natur sichtbar. Und Kunst wird durch solche Emotionen erst schön." Ai ist auch Architekt und hat am Pekinger Olympiastadion mitgearbeitet. "Aber da war ich Architekt, hier bin ich Künstler. Keine Angst, ich mache da Unterschiede."

Documenta-Chef Buergel, barfuß in einer großen Pfütze vor Template , sah den Einsturz als "nur konsequent". "Die Trümmer lassen jetzt jede Menge Assoziationen zu. Und genau das will Kunst ja: anregen." Für Köhler habe keine Gefahr bestanden. "Für den Einsturz war ein solches Unwetter nötig, bei dem selbst der mutigste Bundespräsident das Weite gesucht hätte." Für den nächsten Tag hatte sich ein Käufer für Template angekündigt. Ai Weiwei zeigte sich direkt nach dem Einsturz dennoch optimistisch: "Der Preis hat sich soeben verdoppelt."

 
Leser-Kommentare
  1. "Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen", schrieb schon Goethe. Aber dass die Natur sich gar als Kunstkritikerin aufspielt, geht wohl doch zu weit.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service