Mordfall Tessin "Killerspiele können die Persönlichkeit verändern"Seite 2/2

Können diese Spiele tatsächlich süchtig machen? Und wer ist besonders gefährdet?

Wir haben eine Studie mit Erwachsenen durchgeführt, die sich exzessiv in der virtuellen Welt aufgehalten haben. Sie lässt den Schluss zu, dass ein gesunder Erwachsener niemals durch Internet-Computerspiele allein abhängig gemacht wird. Es kommen immer noch andere Faktoren dazu, wie bei anderen stoffgebundenen Suchterkrankungen meist auch.

Bei Kindern und Jugendlichen, die relativ früh vor dem Computer und anderen Medien allein gelassen werden, sieht das allerdings etwas anders aus. Wenn sie keine anderen Anreize und Beziehungsangebote aus ihrem Lebensumfeld bekommen, droht bei ihnen durchaus eine Abhängigkeitsentwicklung, die dann auch nur schwer rückgängig zu machen ist. Wenn die „Kicks“ der realen Welt – z.B. Sport, Spielen in der Natur und wirkliche soziale Kontakte - durch das Internet und Computerspiele ersetzt werden, dann wird es immer schwieriger, die reale Welt attraktiver zu machen, und dies auch bis ins Erwachsenenalter hinein.

Erleben viele Kinder und Jugendliche tatsächlich ihre einzigen Erfolgserlebnisse im Internet und bei Computerspielen?

Ich denke, die Erwachsenenwelt muss sich wirklich fragen, warum die Realität für junge Menschen in unserer Gesellschaft offenbar so unattraktiv geworden ist. Warum kann sie nicht mehr so gut konkurrieren mit den Fantasiewelten von „Second Life“ oder „World of Warcraft“? Eine große Rolle spielt aber auch, dass sich die Erwachsenen immer weniger Zeit nehmen, mit ihren Kindern gemeinsam die reale Welt mit all ihren Sinnen zu erkunden.

Wie reagieren denn Menschen in der Regel, wenn sie wieder in die ungeliebte reale Welt zurückkehren müssen? Eher mit Depression oder mit Aggression?

Aggression und Depression sind zwei Seiten derselben Medaille. Wenn wir gekränkt sind, können wir uns entweder depressiv zurückziehen, wir können diese Kränkungen des Selbstbildes aber auch mit Aggressivität abreagieren. Deswegen ist es für die Gesellschaft wichtig zu erkennen, dass hinter dieser Aggression, die sich offensichtlich bei jungen Männern zunehmend breit macht, eine Depression bzw. eine tiefe Traurigkeit steht.

Ist das ein typisch männliches Phänomen?

Ja, das ist es tatsächlich. In vielen Gesellschaften werden Jungen häufig dazu erzogen, Gefühle wie Traurigkeit und Angst zu unterdrücken. Und wir wissen, dass eine nicht gelebte Traurigkeit langfristig zu psychischen Störungen führen kann, insbesondere zu Depressionen, gerade bei Jungen und Männern aber auch zu aggressiven Störungen.

Das Gespräch führte Carolin Ströbele

Bert te Wildt leitet die Poliklinik der Abteilung für Klinische Psychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Er beschäftigt sich insbesondere mit den psychischen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Medien.

Lesen Sie umfangreiche Reportage von Sabine Rückert über den Fall Felix aus dem ZEITmagazin LEBEN.

 
Leser-Kommentare
    • QUOTE
    • 21.06.2007 um 12:13 Uhr

    Wurde auch mal Zeit.

  1. .. finde ich die essenz des interviews.
    ich finde den bericht, auch wenn er etwas lang und vielleicht nicht dem thema ganz angenemessen scheint, sehr gut: http://www.zeit.de/2007/2...
    hier wird das zusammenspiel von gesellschaftlichen werten und dem motivator computerspiel gut dargestellt.
    ich glaube nicht, dass computerspiele alleine solche taten erzeugen koennen. denn es ware ja noch zu klaeren, ob solche neuronalen aenderungen aufgrund von spielen auch zwangslaeufig zu solchen taten fuehren. ich behaupte nein.

    ich denke, der extreme verlust von menschlichen werten wird zur last des einzelnen. wer noch behauptet, echte menschlichen eigenschaften wuerden in unserer gesellschaft gepflegt oder heranwachsenden menschen nahegebracht, sollte sich mal umsehen. die meisten eltern nehmen sich doch kaum noch zeit oder haben kaum noch zeit, sich wirklich mit ihren kindern UND auch sich selbst auseinanderzusetzen. mit der frage, was bedeutet mensch zu sein, welche konflikte den menschen bewegen und welche loesungen es aus diesen gibt. nein, da muss der fernseher herhalten und der computer. praktisch, ist ja weniger arbeit fuer die eltern. da lernen kinder also groesstenteils ihre konfliktloesungsstrategien. in der schule wird man nur respektiert, wenn man entsprechend konform ist. alles aeusserlichkeiten. kinder werden ja schon auf aeusserlichkeiten trainiert. dazu gehoert auch, ihnen vorzuleben und damit beizubringen, dass man in allen facetten der gesellschaft funktionieren muss und konform sein muss. dann bringt man es zu was. also englisch am besten schon im kindergarten (das finde ich prinzipiell gut, nur glaube ich, ist meine motivation eine andere, als die, die so dahinter her sind, ihren kindern schon frueh diese praktischen dinge beizubringen). aber das mensch sein auch bedeutet, fehler zu haben, nicht perfekt zu sein, wird nicht mehr vorgelebt. eltern versuchen es zu verstecken. sie leben nicht mehr vor, wie konflikte wirklich geloest werden, denn sie erinnern sich selber nicht mehr so genau, da ihnen die zeit fehlt, sich mit sich selber auseinanderzusetzen. muss man ja auch nicht, der andere ist einfach unfaehig und man laesst sich scheiden und mit der naechsten wird es schon besser. die sieht ja auch viel cooler aus, hat eine tolle figur. die eltern wollen ja selber perfekt sein. im bett, im aeusseren (cool aussehen, coole autos fahren, tolles haus haben oder einen riesen fernseher, tolle familie haben, alles perfekt), vom tollen urlaub erzaehlen koennen. alles gestylt und konstruiert. wie solch ein kind das durchschauen. aber es kennt und spuert jeden tag seine eigenen defizite. diese gleicht es ab mit den fuer den jungen mensch, ohne erfahrung, nicht durchschaubaren kuenstlichkeiten. maedchen fluechten sich wahrscheinlich in
    ein bulemisches verhalten, jungen reagieren ueber aggressivere ventile.
    die politik tut den rest. sie sucht nach begrifflichkeiten, wie man in der gesellschaft gescheiterte am besten bezeichnet. abgehaengtes praekariat. letzendlich wird aber ein bild erzeugt, so dass die mehrheit glaubt, arbeitslose seien faul. ja, wie denn auch nicht. der markt befindet sich im aufschwung, weniger arbeitslose etc.. dennoch fuehlen sich viele komisch, da sie kaum geld verdienen (1€ job) und eigentlich nicht gebraucht werden oder arbeitlos sind. durch martkwirtschaftliche konstrukte wie dem 1€ job oder der korrektur von zahlen etc. suggeriert die politik ein gutes bild. es gaebe weniger arbeitslose. das sich viele in billigjob aufhalten oder untertariflich arbeiten koennen die politiker sich nicht leisten. die betroffenen koennen sich nicht leisten, toll zu sein, am markt teilzunehmen. fuehlen sich schlecht und denken wahrscheinlich im kontrast der positiven wirtschaftsmeldungen, sie seien die letzten. und warum diese beschoeningende darstellung in der politik? damit die politiker besser dastehen, bei der naechsten wahl. die welt schoen dargestellt, aber von den betroffenen einfach nicht als schoen empfindbar. der konflickt ist vorprogrammiert. die zunehmend einschlaegigen meldungen in der presse sprechen baende.
    alles arbeitet auf den schoenen schein hin, betreibtschoenheitsreparaturen. aber das haessliche gesicht zeigt sich irgendwann.

    ich moechte nicht sagen, dass ich einzelne punkte, die ich gerade kritisiert habe, auch fuer sich genommen schlecht halte. ich laube nur, die intention ist bei mir etwas anders verteilt.
    ich bin selbstaendig, habe ein unternehmen mit mehreren mitarbeitern etc.. ich halte es fuer erstrebenswert, kindern viel beizubringen, da es in diesem alter einfach leichter von der hand geht. aber ich glaube viele eltern sind so geil da drauf, weil sie die optimale ausgangslage der kinder konstruieren wollen. da liegt der fehler. ich sehe es einfach als individuelle bereicherung des kindes. was es daraus macht, bleibt dem kind ueberlassen. denke ich anders darueber, vermittel ich das auch dem kind indirekt. und das bedeute, ich vermittel dem kind indirekt werte, die am aeusseren, am markt orientiert sind. das bedeutet immer entfremdung. und entfremdung wird aufgedeckt durch erfahrung oder durch taten, die sie oben zu lesen bekamen. und diese tollen computerspiele. man muss sich mal fragen, warum es ueberhaupt solche spiele gibt. wer hat eigentlich motivation, ein spiel mit solch grausamen inhalten zu produzieren? die leute sind nicht krank, nein sie sind geldgeil und das marketing ist wahrscheinlich top. tja, da liegt der hund begraben. solange alles nach dem geld tanzt, tritt der mensch in den hintergrund und wir verlernen mensch zu sein.

    und wenn man nicht mehr mensch ist, dann kann man auch metzeln und morden. das ist sogar einfacher, als ein wirklicher held zu sein. es liegt so nahe, wie so vieles in unserer welt.

    Antwort auf
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Kommentar zum Kommentar "einseitig".
    Mensch sein zu definieren ist ganz einfach. Das was wir tagtäglich sehen und erleben ist: Mensch sein. Das was Sie in Kleinschreibung fordern sind die Vorstellungen, die Sie vom Mensch sein haben. Das ist absolut legitim. Aber ebenso haben Andere andere Vorstellungen davon. So grausam oder schön, das im Einzelfall oder in der Masse ist, so wichtig ist es zu Erkennen, dass es sich dabei um die Freiheit handelt, für die Menschen in anderen Ländern heute immer noch hingerichtet werden.

    Kommentar zum Kommentar "einseitig".
    Mensch sein zu definieren ist ganz einfach. Das was wir tagtäglich sehen und erleben ist: Mensch sein. Das was Sie in Kleinschreibung fordern sind die Vorstellungen, die Sie vom Mensch sein haben. Das ist absolut legitim. Aber ebenso haben Andere andere Vorstellungen davon. So grausam oder schön, das im Einzelfall oder in der Masse ist, so wichtig ist es zu Erkennen, dass es sich dabei um die Freiheit handelt, für die Menschen in anderen Ländern heute immer noch hingerichtet werden.

  2. Ich empfinde das Interview als schlecht vorbereitet. Es gehört, wie die beiden vorherigen Kommentatoren schon richtig andeuten, zu den schablonenhaften Verteufelungen. Alleine die Fragen sind sehr einseitig ausgerichtet und fordern in keiner Weise auf das Thema aus mehreren Seiten zu beleuchten. Artikel die in ihrer Überschrift schon den Konjunktiv anführen, müssen meiner Meinung nach einen Zusatz enthalten "... müssen aber nicht".

    So, wie dieses Interview geführt wurde, kann man das Thema fast beliebig austauschen und würde das neue Thema ebenso vorverurteilen ... muss man aber nicht.

    Rhetorische Fragen wie "Sind Kinder/junge Menschen mehr beeinflussbar, als ältere", "Führen Trainings zu einer qualitativ höherwertigen Beherrschung der Materie", sollte sich der Interviewer von vornherein verbieten. Das ist pure Propaganda und die Hervorhebung der eigenen Meinung des Interviewers. Ein Interview hat aber genau nicht diesen Zweck.
    http://de.wikipedia.org/w...

  3. Kommentar zum Kommentar "einseitig".
    Mensch sein zu definieren ist ganz einfach. Das was wir tagtäglich sehen und erleben ist: Mensch sein. Das was Sie in Kleinschreibung fordern sind die Vorstellungen, die Sie vom Mensch sein haben. Das ist absolut legitim. Aber ebenso haben Andere andere Vorstellungen davon. So grausam oder schön, das im Einzelfall oder in der Masse ist, so wichtig ist es zu Erkennen, dass es sich dabei um die Freiheit handelt, für die Menschen in anderen Ländern heute immer noch hingerichtet werden.

    Antwort auf "einseitig.."
  4. Nicht nur Killerspiele sollten verboten werden. Auch das entsetzliche Fernsehprogramm muß durchforstet werden.

    Was treibt die Menschen zu solchem Freizeitvergnügen. Jeden Tag erhalten wir Nachrichten aus Bagdad, aus Afghanistan, aus den Bürgerkriegsregionen dieser Welt.

    Statt feige vor einer Maschine zu sitzen und perverse Machtgelüste auszuleben kann jeder in ein Bürgerkriegsland seiner Wahl reisen und die Folgen von Terror und Gewalt realitätsnah sehen. Und auch ein bischen mitkämpfen. Solange der spießige Kämpferkörper noch unversehrt ist.

    Verdun, Stalingrad, die Bombenwüste Deutschlands, Vietnam ..., die alltägliche Kriminalität. Reichen die Berichte nicht?

    Was treibt die Menschen in die Abgünde ihrer Persönlichkeit??

    Frau Rückert, deren Artikel ich sehr schätze, hat den Bericht und eine Interpretation eines Täters gewagt. Leider offenbart der Artikel nur unsere Hilf- und Ratlosigkeit angesichts der Taten.

    Der junge Mann ist kein Opfer. Der junge Mann ist ein Täter. Ein feiger Täter.

    Aber auch die Gesellschaft ist an den Taten nicht unschuldig.

    Das Verbot der Killerspiele und eine Zensur des Fernsehprogramms muß kommen. Leider funktioniert die Selbstbeschränkung der Produzenten nicht und die ethischen Werte der Produzenten bewegen sich auf dem Niveau der Täter.

    korfstroem

  5. Man muss nicht die Poliklinik der klinischen Psychiatrie der MHH leiten, um zu dem Schluss zu kommen, dass exzessives Nutzen von Spielen mit viel Gewalt einen schlechten Einfluss auf Kinder und Jugendliche hat. Das ist doch trivial.
    Niemand vernünftiges heutzutage verneint diesen Einfluss. Die Frage und die damit verbundenen Schlüsse sind jedoch ganz andere.
    Wenn man sich durch die lange Reportage von Frau Rückert quält, wird man sehen, dass Felix - wie so viele andere auch - Computerspiele spielte, die nur für Erwachsene bestimmt waren und die er also illegal besaß.
    Wer würde mir nicht zustimmen, dass ein Heranwachsender, der jeden Tag 6 Stunden lang gewalttätige Filme sieht, davon auch negativ beeinflusst wird? Sehen Sie sich alle doch mal an, wie viel Gewalt als "cool" dargestellt wird und allein in Filmen wie James Bond, The Departed etc. auftaucht. Trotzdem ruft niemand ernsthaft nach einem Verbot dieser Filme, auch wenn es bekannt ist, dass jugendlichen Amokläufer Gewalt auch über Filme und Musik konsumierten.
    Wenn ein 16jähriger ständig Schnaps säuft, fordert auch keiner den Verbot von Schnaps, sondern würde sich richtigerweise fragen, wieso die Eltern und das Umfeld dies zulassen.
    Es zeigt sich also, dass es keinen objektiven und logischen Grund gibt für ein Verbot von gewaltätigen Computerspielen.
    Woher kommt nun diese Diskrepanz der Wahrnehmung?
    Ich denke, das liegt daran, dass gewaltätige Filme und Alkohol gesellschaftlich als Erwachsenenunterhaltung anerkannt sind, und es jedem klar ist, dass sie für ein Kind/Jugendlichen untaugliche Unterhaltung sind.
    Bei Computerspielen geht immer noch eine Mehrheit der v.a. älteren Deutschen davon aus, es handele sich um eine jugendliche Subkultur und es gebe keine erwachsenen Computerspieler. Das jedoch ist ein Riesenirrtum. Die ersten graphisch und qualitativ vernünftigen Computerspiele gab es im Prinzip Anfang der 90er Jahre, einige auch schon früher. Diese erste Generation der Spieler hat heute schon längst das Erwachsenenalter erreicht. Es gibt eine große Anzahl volljähriger Computerspieler und mit jedem neuen Jahr wächst ihre Zahl.
    Ich frage also die Verbotsbefürworter: Mit welchem Recht wollen Sie mir als volljährigem Bürger der BRD verbieten, Unterhaltung zu konsumieren, die für Erwachsene bestimmt ist? Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass Kinder und Jugendliche vor schädlichen Einflüssen aus allen Quellen geschützt werden, sei es reale Gewalt, Verwahrlosung oder eben auch vor dem ungelenkten und sinnlosen Konsum von modernen Medien wie Fernsehen oder Computer. Aber lassen Sie meine Rechte unangetastet!

    Ein zweiter Punkt:
    Wie würde sich ein Verbot in der Praxis auswirken?
    Wie wir gesehen haben, sind die gewaltverherrlichenden Spiele in Deutschland (entgegen der Panikmache und der Propaganda der Medien) ausnahmslos erst ab 18 freigegeben. Wenn also ein Kind oder Jugendlicher diese besitzt, so tut er dies illegalerweise.
    Was würde ein generelles Verbot daran ändern? Setzen Sie einen computerbewanderten 14jährigen vor einen neuen Rechner mit einer DSL-Leitung, so wäre er in der Lage, innerhalb von 4 Stunden sämtliche in der BRD indizierten oder komplett verboteten Gewaltspiele aus dem Internet herunterzuladen. Diese Möglichkeit würde nicht eingeschränkt werden durch ein generelles Verbot. Und sobald ein Spiel runtergeladen ist, kann es gebrannt werden und so weitergegeben werden. Es gibt keine Möglichkeit, Millionen von Jugendlichen im Internet zu kontrollieren. Auch wenn Günther Beckstein immer von "Cybercops" faselt. Das sind Fantasien.
    Daher würde ein Verbot das Gegenteil bewirken. Es würde Eltern im Irrglauben belassen, ihr Kind könne ja nun gar nicht so etwas spielen, weil es verboten sei. Nicht ahnend, dass das Spiel längst runtergeladen und weitergegeben ist. Und weiterhin würden hunderttausende erwachsene Computerspieler gezwungen sein, entweder ihr Hobby nicht mehr ausüben zu dürfen oder sich selbst zu kriminalisieren, indem sie sich dann selbst die Spiele illegal beschaffen.
    Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme erschließt sich mir nicht.

    Fazit: Ein Verbot ist weder gerechtfertigt noch sinnvoll. Es ist der Versuch einer Politik und einer Gesellschaft, die vor der Verantwortung der Erziehung kapituliert haben, sich in der Illusion zu wiegen, man täte etwas für den Schutz unserer Kinder. Dass Ihr Euch nicht schämt!!!!

  6. ...kommen wir zum Schluss, dass die Eltern halt ein bisschen die Augen auf das richten was die lieben "Kleinen" tun. Aber das ist halt anstrengend und bedeutet viel Reibung und Kampf. Besser ist sie vor die Glotze zu setzen oder eine Station in die Hand zu drücken; dann hat man endlich Ruhe vor den Bälgern.

  7. Bisher war die Argumentation vielfach: Gewaltfilme haben kaum geschadet, also werden es Computerspiele auch nicht tun. In dem Interview wird angedeutet, dass das nicht stimmt. Ich habe selber die Spiele ausprobiert und bei mir festgestellt, dass das Spiel für mich nach kurzer Zeit die Realität war. Wenn eine reale Situation einer trainierten Spielsituation gleicht, würde ich vermutlich reflexartig handeln. Dies passiert bei Filmen nie.
    Es gibt vermutlich nicht mehr Gewalttäter als früher, aber die Gewalttäter haben bei der Tat keine Hemmungen mehr.
    Dieser entscheidende Unterschied wird von der Umgebung der Spieler zu wenig berücksichtigt. Ein Verbot alleine ohne das gesellschaftliche Bewusstsein für den Unterschied zwischen Computerspiele und Filmen nutzt nicht viel. Vielleicht hilft eine Art „Führerschein für Spiele“ mit den Gefahren der Spiele richtig umzugehen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Bisher war die Argumentation vielfach: Gewaltfilme haben kaum geschadet, also werden es Computerspiele auch nicht tun."

    Wie ich in meinem vorherigen post dargelegt habe, halte ich diese Aussage für nicht haltbar. Wieso gehen Sie davon aus, dass es einem Kind nicht oder nur kaum schaden würde, jeden Tag mehrere Stunden lang solche Filme zu sehen?

    "Ich habe selber die Spiele ausprobiert und bei mir festgestellt, dass das Spiel für mich nach kurzer Zeit die Realität war."

    Sehen Sie, das ist genau die Fähigkeit zur Reflexion, von der man annehmen kann, dass sie bei Erwachsenen vorhanden ist. Entscheiden zu können, was gut ist für einen und was nicht. Der Grund, warum Kindern und Jugendlichen der Zugang verwehrt werden sollte, weswegen die Spiele aber auch Erwachsenen nicht verboten werden dürfen.

    "Wenn eine reale Situation einer trainierten Spielsituation gleicht, würde ich vermutlich reflexartig handeln. Dies passiert bei Filmen nie."

    2mal Widerspruch.
    1. In der realen Situation könnten Sie gar nicht ohne Weiteres reflexartig handeln. Zumindest nicht, wenn wir von Killerspielen sprechen. In einem Spiel schiesst oder schlägt man mit einem Mausklick, das Laden der Waffe erfolgt durch einen Druck auf die Taste R. In einer realen Situation müssen Sie das Handling einer Waffe vorher erlernt haben und jemanden zu schlagen ist auch nicht so trivial, wie Sie vielleicht meinen! Ergo müssen Sie, um vernünftig Amok laufen zu können, auch in der realen Welt lernen, zu schießen und zu schlagen. Interessanterweise hat sich noch keiner für ein Verbot von Schützen- oder Kampfsportvereinen für Jugendliche oder ein Verbot der allgemeinen Wehrpflicht ausgeprochen...

    2.Das passiert bei Filmen durchaus. Es gab und gibt immer wieder Fälle, in denen sich die schlagenden oder mordenden Täter auf Filme bezogen. Interessanterweise auch im Tessiner Fall Felix, der sich bei seiner Tat ausdrücklich mit Figuren des FILMs "Final Fantasy" identifizierte, ja sich sogar während der Raserei so nannte wie die Hauptfigur des Films. Interessanterweise haben sich die Medien und die Öffentlichkeit auf die Spiele eingeschossen, die er sonst gespielt hat und nicht auf den Film.
    Getreu dem Motto: Wenn jemand Amok läuft, weil er einen Film gesehen hat, dann spinnt er, läuft er hingegen Amok, weil er ein Computerspiel gespielt hat, war es das Spiel. Sinn? Fehlanzeige...

    "Bisher war die Argumentation vielfach: Gewaltfilme haben kaum geschadet, also werden es Computerspiele auch nicht tun."

    Wie ich in meinem vorherigen post dargelegt habe, halte ich diese Aussage für nicht haltbar. Wieso gehen Sie davon aus, dass es einem Kind nicht oder nur kaum schaden würde, jeden Tag mehrere Stunden lang solche Filme zu sehen?

    "Ich habe selber die Spiele ausprobiert und bei mir festgestellt, dass das Spiel für mich nach kurzer Zeit die Realität war."

    Sehen Sie, das ist genau die Fähigkeit zur Reflexion, von der man annehmen kann, dass sie bei Erwachsenen vorhanden ist. Entscheiden zu können, was gut ist für einen und was nicht. Der Grund, warum Kindern und Jugendlichen der Zugang verwehrt werden sollte, weswegen die Spiele aber auch Erwachsenen nicht verboten werden dürfen.

    "Wenn eine reale Situation einer trainierten Spielsituation gleicht, würde ich vermutlich reflexartig handeln. Dies passiert bei Filmen nie."

    2mal Widerspruch.
    1. In der realen Situation könnten Sie gar nicht ohne Weiteres reflexartig handeln. Zumindest nicht, wenn wir von Killerspielen sprechen. In einem Spiel schiesst oder schlägt man mit einem Mausklick, das Laden der Waffe erfolgt durch einen Druck auf die Taste R. In einer realen Situation müssen Sie das Handling einer Waffe vorher erlernt haben und jemanden zu schlagen ist auch nicht so trivial, wie Sie vielleicht meinen! Ergo müssen Sie, um vernünftig Amok laufen zu können, auch in der realen Welt lernen, zu schießen und zu schlagen. Interessanterweise hat sich noch keiner für ein Verbot von Schützen- oder Kampfsportvereinen für Jugendliche oder ein Verbot der allgemeinen Wehrpflicht ausgeprochen...

    2.Das passiert bei Filmen durchaus. Es gab und gibt immer wieder Fälle, in denen sich die schlagenden oder mordenden Täter auf Filme bezogen. Interessanterweise auch im Tessiner Fall Felix, der sich bei seiner Tat ausdrücklich mit Figuren des FILMs "Final Fantasy" identifizierte, ja sich sogar während der Raserei so nannte wie die Hauptfigur des Films. Interessanterweise haben sich die Medien und die Öffentlichkeit auf die Spiele eingeschossen, die er sonst gespielt hat und nicht auf den Film.
    Getreu dem Motto: Wenn jemand Amok läuft, weil er einen Film gesehen hat, dann spinnt er, läuft er hingegen Amok, weil er ein Computerspiel gespielt hat, war es das Spiel. Sinn? Fehlanzeige...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service