Mit kleinen Brötchen wollte sich der gelernte Bäcker Markus Frick nie zufriedengeben. Sein Ziel war es, als Börsenmotivator, Aktientipp-Verbreiter und Spekulant Millionär zu werden. Fast schon legendär sind die Tipps, die er in seiner sündhaft teuren Telefon-Hotline verbreitet. Wenn Frick dem zahlenden Zuhörer geheimnisvoll zuraunt, man müsse "jetzt unbedingt in eine Boss gehen", dann ist es für die einen das Evangelium - und für die anderen eine einzige Lachnummer.

Bald schon muss der Börsenflüsterer einiges zu seiner Verteidigung sagen: Erboste Anleger, die mit angeblich gewinnträchtigen Frick-Aktientipps herbe Verluste erlitten, haben ihn verklagt. Frick hatte drei weitgehend unbekannte kleinere russische Rohstoff-Unternehmen angepriesen, deren Aktien nach kurzem Höhenflug ins Bodenlose stürzten.

Ganz so überraschend kam der Absturz jedoch nicht, denn Frick bevorzugte bei seinen Anlagetipps zumeist kleine und hochriskante Unternehmen. Das ging so lange gut, wie die jüngste Hausse auch Mini-Nebenwerte nach oben spülte. Frick konnte dabei sogar auf eine gewisse Hebelwirkung hoffen. Bei Aktien mit kleinem Handelsvolumen kann nämlich ein von einer Kaufempfehlung ausgelöster Nachfrageschub ausreichen, um den Kurs sprunghaft ansteigen zu lassen. Wenn dann eine Kettenreaktion in Gang kommt und weitere Anleger aufspringen, hat sich nach dem Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung die Kaufempfehlung zumindest kurzfristig bestätigt.

Mit einer seriösen Aktienstrategie haben diese hochriskanten Spekulationen mit Nebenwerten selbstverständlich nichts zu tun. Das sollten eigentlich auch die Verantwortlichen des Fernsehsenders N24 wissen, die Frick lange Zeit mit der Show Make Money eine publikumswirksame Plattform für seine Aktivitäten geboten haben. Aber der Sender spielte das riskante Spiel bis zum peinlichen Ende mit: Nach Zuschauerprotesten wurde die Sendung klammheimlich abgesetzt.

Auch wenn Frick momentan wegen seiner Flops im Rampenlicht steht - er ist längst nicht der Einzige, der mit der Gier seiner Kunden viel Geld verdient. "1000 Prozent mit Aktien" heißt die Jubelarie des E-Mail-Börsenbriefs Stockreport , der 490 Euro pro Jahr kostet. Schnelle Gewinne bei steigenden und fallenden Börsenkursen verheißt der CFD-Brief, der als Standard-Jahresabo 459 Euro kostet.