Waldschlösschenbrücke Elbtal bleibt vorerst Welterbe
Trotz eines umstrittenen Brückenbauplans hat die Unesco Dresden nicht von der Liste der Welterbe-Stätten gestrichen. Das Problem ist allerdings nur aufgeschoben.
Das Welterbe-Komitee setzte bei seiner Tagung im neuseeländischen Christchurch am Wochenende eine neue Frist: Bis Oktober solle Dresden Alternativen zu der umstrittenen Waldschlösschenbrücke vorlegen.
Der Dresdner FDP-Bundestagsabgeordnete Jan Mücke zeigte sich äußerst skeptisch. "Wir sollen bis Oktober etwas vorstellen, was man nicht vorstellen kann", sagte er in Christchurch. Der Bürgerentscheid für die Brücke sei eindeutig gewesen - die Brücke solle gebaut werden, Unesco hin oder her. "Im Grunde genommen haben wir jetzt nur einen neuen Termin", sagte Mücke.
Die UN-Organisation für Erziehung und Kultur (Unesco) hatte der 20 Kilometer langen Flusslandschaft den Titel "Welterbe" 2004 zuerkannt.
Im vergangenen Jahr setzte sie die Region aber wegen des Brückenbauplans auf die Liste der "gefährdeten Stätten". Die Sorge ist, dass das Bauwerk die Landschaft verschandelt.
Eine Streichung wäre ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Unesco.
Die meisten Dresdner sprechen sich nach Angaben des Dresdner Architektur-Professors Ralf Weber nun für einen Tunnel statt der Brücke aus. Ein Tunnel sei eine Lösung sowohl im Sinne des Bürgerentscheids als auch der Vorgaben der Unesco.
- Datum 25.06.2007 - 07:00 Uhr
- Quelle ZEIT online, tso
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Das eigentliche Problem liegt nicht in der Boniertheit der CDU/FDP-Politiker, die sich hinter dem erfolgreichen Referendum verschanzen, á là "Ich bins ja gar nicht, das VOLK hats ja so gewollt" - und auch nicht in der uneinsichtigen Starrköpfigkeit der Brückengegner. Nicht in der Stadtverwaltung, die die Vorgabe macht, daß eine vierspurige Brücke bitteschön unsichtbar sein möge, und damit Vorschläge verhindert, die man wenigstens anschauen kann. Das Problem liegt in der Frage, wie man mit einem Volksentscheid umgehen soll, wenn sich grundlegende Aspekte nach dem Entscheid ändern. Schließlich hieß es ja vor dem Entscheid, die Brücke werde dem Weltkulturerbestatus NICHT schaden, da bereits bei Antragstellung berücksichtigt. Nun kommt es anders, aber der Entscheid ist Fakt. Jegliche verantwortliche Politik wäre in der Lage, darauf flexibel zu reagieren, und es besteht kein Zweifel, daß selbst CDU/FDP sich die Schuld einer Aberkennung eines Weltkulturerbetitels nicht anlasten lassen würden, hätten sie die Verantwortung zu übernehmen. So aber sind schön die Bürger schuld. Praktisch. Aber auch wenn für mich der eigentlich Schuldige feststeht, bleibt das prinzipielle Problem: Wie soll, wie kann überhaupt mit einem unliebsamen ("falschen?") Bürgerentscheid umgegangen werden? Schließlich wäre ein solcher Entscheid nichts Wert, wenn man ihn einfach aushebeln könnte.
kann nur partiell genutzt werden, so würde ich dies (als hier Außenstehender) sehen. Wenn sich Weltkulturerbestatus eben jetzt ändert, und dies zuvor anders geheißen hat, dann hat man hier ja schon eine partiell(!) andere Situation. Wenn nun zudem nicht auch über einen Tunnel abgestimmt worden ist, dieser aber doch gut möglich und ebenso bezahlbar ist, dann wäre dieser ja in der Tat ein sich hier aufdrängender Kompromiss.
Wenn nun (wider erwarten, scheint mir) doch viele Bürger (stärker) gegen einen Tunnel, und für eine Brücke, wären, so sollte man ihnen die Zeit und Gelegenheit für einen nochmaligen und dann eben voll stimmigen Bürgerentscheid geben. Auf diese evtl. Warte-Zeit mehr kommt es dann bzw. nun wohl auch nicht mehr an.
kann nur partiell genutzt werden, so würde ich dies (als hier Außenstehender) sehen. Wenn sich Weltkulturerbestatus eben jetzt ändert, und dies zuvor anders geheißen hat, dann hat man hier ja schon eine partiell(!) andere Situation. Wenn nun zudem nicht auch über einen Tunnel abgestimmt worden ist, dieser aber doch gut möglich und ebenso bezahlbar ist, dann wäre dieser ja in der Tat ein sich hier aufdrängender Kompromiss.
Wenn nun (wider erwarten, scheint mir) doch viele Bürger (stärker) gegen einen Tunnel, und für eine Brücke, wären, so sollte man ihnen die Zeit und Gelegenheit für einen nochmaligen und dann eben voll stimmigen Bürgerentscheid geben. Auf diese evtl. Warte-Zeit mehr kommt es dann bzw. nun wohl auch nicht mehr an.
Wieso sollen sich grundlegende Aspekte geändert haben? Die Brücke war im Antrag drin, die UNESCO hatte drei Vertreter zur Besichtigung der örtlichen Gegebenheiten nach Dresden geschickt und danach (!) den Weltkulturerbestatus zuerkannt. Und jetzt gilt das plötzlich alles nicht mehr. Das ist das eigentliche Problem.
es stand doch für die bürger nur zur wahl "brücke" oder "keine brücke" ... stau oder verkehrsverbesserung (die ja noch dazu in frage steht)
wieso gab es keine alternative (tunnel) zur abstimmung?
dieser ganze volksentscheid ist doch sowieso nichtig, weil die voraussetzungen doch jetzt ganz anders sind, ich denke die abstimmung würde jetzt ganz anders ausfallen.
das ganze dauert nun schon über 10 jahre!!! wenn man keine lösung findet, die einen kompromiss (schwarz oder weiss geht nun mal nicht!) darstellt, wird es noch weitere 10 jahre dauern. das ist doch schon echt peinlich! wofür bezahlen wir eigentlich unsere politiker??
... sollte doch jetzt, da feststeht, daß eine Tunnellösung, die bestehende Zufahrtsplanungen aufnmimmt, weniger kostet, als das vom Heiligen Bürokratius durchgeboxte Brückenmonster, überhaupt keine Frage, sondern eine Selbstverständlichkeit sein. Leider hat die Diskussion nichts Sachliches mehr, sondern ist nurmehr allein vom Bestreben geprägt, ein wie auch immer geartetes Gesicht, das man wahrscheinlich am liebsten nicht mal selbst im Spiegel betrachten möchte, zu "wahren" - deutsche Verwaltung, nein danke!
"Das Dresdner Elbtal (auch in der Schreibweise Dresdener Elbtal) ist eine großstädtische Kulturlandschaft, die vom Menschen verschiedenartig genutzt und überformt wurde", weiß Wikipedia zu berichten. Nun gibt es aber Menschen, die meinen, sie wüssten besser als andere, wie denn eine vom Menschen überformte, großstädtische Kulturlandschaft auszusehen hat. Straßen- und brückenlos nämlich hat sie auszusehen, basta! Hier und jetzt, muss man annehmen, geht es nicht um Architektur oder Verkehrsplanung. Hier und jetzt geht es ums Prinzip. Und wenn es ums Prinzip geht, nützt einem der schönste Kompromiss nichts. Dann nämlich weiß man grundsätzlich alles besser. Jeder, der (wenn überhaupt) andere Prinzipien hat als man selbst, ist einem dann bestenfalls ein Schildbürger. So einfach ist das. Oder etwa nicht?
Was den "Wert" eines Bürgerentscheids angeht, müßte Ihr Nickname eigentlich "blauäugig" heißen. Denn, um einen ausspruch des großen Leo Slezak abzuwandeln: Die Anzahl der von skrupellosen und zielbewußten Kommunalpolitik-Funktionären gekippten "Bürger"-Entscheiden ist Legion. Es bedürfte nur des politischen Willens, sie in Dresden um eins zu erhöhen.
Ein Bürgerentscheid, der nicht bindend ist, ist per se sinnlos - das hat mit Blauäugigkeit nichts zu tun. Ich wollte nur auf gewisse Konstruktionsmängel von Bürgerentscheiden aufmerksam machen. Schließlich ist ERST entscheiden worden, DANN haben sich die Grundlagen geändert (mittlerweile kostet die Brücke die Stadt nicht nur die eingeplanten Finanzmittel, sondern zusätzlich einen Weltkulturerbetitel und evtl. weitere 90 Mio Förderzusagen aus Bundesgeldern).
In der Sache gebe ich Ihnen allerdings Recht: Wenn es einen Bürgerentscheid gegeben hätte, den sächsischen Korruptionsskandal lückenlos aufzuklären, dann würde die Hohe Kunst des Aussitzens zu neuer Blüte kommen. Im vorliegenden Fall der Brücke wäre das allerdings "glatter Rechtsbruch" (Milbradt).
Ein Bürgerentscheid, der nicht bindend ist, ist per se sinnlos - das hat mit Blauäugigkeit nichts zu tun. Ich wollte nur auf gewisse Konstruktionsmängel von Bürgerentscheiden aufmerksam machen. Schließlich ist ERST entscheiden worden, DANN haben sich die Grundlagen geändert (mittlerweile kostet die Brücke die Stadt nicht nur die eingeplanten Finanzmittel, sondern zusätzlich einen Weltkulturerbetitel und evtl. weitere 90 Mio Förderzusagen aus Bundesgeldern).
In der Sache gebe ich Ihnen allerdings Recht: Wenn es einen Bürgerentscheid gegeben hätte, den sächsischen Korruptionsskandal lückenlos aufzuklären, dann würde die Hohe Kunst des Aussitzens zu neuer Blüte kommen. Im vorliegenden Fall der Brücke wäre das allerdings "glatter Rechtsbruch" (Milbradt).
Ein Bürgerentscheid, der nicht bindend ist, ist per se sinnlos - das hat mit Blauäugigkeit nichts zu tun. Ich wollte nur auf gewisse Konstruktionsmängel von Bürgerentscheiden aufmerksam machen. Schließlich ist ERST entscheiden worden, DANN haben sich die Grundlagen geändert (mittlerweile kostet die Brücke die Stadt nicht nur die eingeplanten Finanzmittel, sondern zusätzlich einen Weltkulturerbetitel und evtl. weitere 90 Mio Förderzusagen aus Bundesgeldern).
In der Sache gebe ich Ihnen allerdings Recht: Wenn es einen Bürgerentscheid gegeben hätte, den sächsischen Korruptionsskandal lückenlos aufzuklären, dann würde die Hohe Kunst des Aussitzens zu neuer Blüte kommen. Im vorliegenden Fall der Brücke wäre das allerdings "glatter Rechtsbruch" (Milbradt).
kann nur partiell genutzt werden, so würde ich dies (als hier Außenstehender) sehen. Wenn sich Weltkulturerbestatus eben jetzt ändert, und dies zuvor anders geheißen hat, dann hat man hier ja schon eine partiell(!) andere Situation. Wenn nun zudem nicht auch über einen Tunnel abgestimmt worden ist, dieser aber doch gut möglich und ebenso bezahlbar ist, dann wäre dieser ja in der Tat ein sich hier aufdrängender Kompromiss.
Wenn nun (wider erwarten, scheint mir) doch viele Bürger (stärker) gegen einen Tunnel, und für eine Brücke, wären, so sollte man ihnen die Zeit und Gelegenheit für einen nochmaligen und dann eben voll stimmigen Bürgerentscheid geben. Auf diese evtl. Warte-Zeit mehr kommt es dann bzw. nun wohl auch nicht mehr an.
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