Investmentclubs Von den Banken verlassenSeite 2/2
Wer von seiner Depotbank so schnöde rausgeworfen wird, gerät ziemlich unter Druck. Manchen der Investmentclubs bleiben nur wenige Tage, um sich nach einem anderen Geschäftspartner umzusehen, berichtet die DSW. Gelingt das nicht, werden die Wertpapiere quasi eingefroren, das heißt, die Anleger können weder Aktien verkaufen, wenn ihre Kurse fallen, noch neue Papiere kaufen, wenn sich irgendwo Chancen auftun.
Die Geldhäuser begründen ihre Kündigungen mit dem großen Aufwand, den die Clubs ihnen bereiteten. Die Kosten seien nicht mehr tragbar. Doch eine Bank wittert, gerade weil die Konkurrenz sich verweigert, ihre Chance. SBroker, der zentrale Online-Wertpapierhändler der Sparkassengruppe, will alle verlassenen Investmentclubs mit offenen Armen aufnehmen. Am Freitag verkündeten die DSW und SBroker ihre Kooperation.
Die Rechnung des Sparkasseninstituts geht so: Wer einem Investmentclub ein neues Zuhause bietet, eröffnet sich damit gute Aussichten, künftig auch die privaten Geldgeschäfte seiner Mitglieder und ihrer Angehörigen erledigen zu dürfen – und daran zu verdienen. Zwar scheint dieses Kalkül bei der Konkurrenz nicht ganz aufgegangen zu sein, dennoch rechnet man sich gute Chancen aus.
Jeder Investmentclub, der höchstens 50 Mitglieder zählt und höchstens 500.000 Euro ins Clubdepot legen will, wird nun von SBroker aufgenommen. Das sind die Vorgaben der Finanzaufsicht, alle mitgliederstärkeren und finanzkräftigeren Vereine gelten als gewerblich. Einzige zusätzliche Bedingung des Geldhauses: Sogenannte „US-Personen“ werden nicht bedient, also Bürger oder ständige Einwohner der USA. Weil für sie besondere Gesetze gelten, verursachen sie zu viel juristischen Aufwand.
Ob das Geschäft gelingt? Die DSW als Dachverband der Clubs jedenfalls freut sich über das Angebot des Sparkassen-Institut. Und als beide ihre Kooperation öffentlich machten, hatte ein Investmentclub es auch schon angenommen.
- Datum 29.06.2007 - 09:03 Uhr
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