Bundesliga Kein Platz für Lothar Matthäus

Vom Fußballhelden zum Bittsteller. Der deutsche Rekordnationalspieler gilt in der Bundesliga als „Persona non grata“. Warum eigentlich?

Ein bisschen traurig ist das schon. Ein ehemaliger Nationalspieler gibt einer Tageszeitung ein Interview. Er ist arbeitslos, aber voller Tatendrang: "Ich will Trainer sein", lautet die Schlagzeile in der Samstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung . Vor einigen Wochen wurde er von Red Bull Salzburg entlassen. Grund: Er hat den Boss kritisiert, weil dieser einen ugandischen Abwehrspieler verpflichtet hatte, von dessen Qualität keiner so recht überzeugt ist.

Lothar Matthäus fühlt sich als Trainer verkannt. Er spricht von "Tragik" und verweist auf die Erfolge, die er bislang als Coach erzielte. Zwar arbeitete er bloß im fußballerischen Niemandsland: bei Rapid Wien und Partizan Belgrad, als Nationaltrainer von Ungarn, bei Atlético Paranaense in Brasilien und zuletzt in Salzburg, nie länger als ein paar Monate. Überall aber schnitten seine Teams recht erfolgreich ab. Überall habe er, sagt Matthäus, "ein Fundament hinterlassen". Und weil der Fragesteller ihm die Meriten offenbar nicht glaubt, fügt er hinzu: "Ich erzähle keine Märchen. Es ist ja nicht so, dass ich bisher nur im Kindergarten trainiert habe!"

Während andere Länder ihre einstigen Sporthelden noch in Ehren halten, auch wenn sie koksen und mit Gewehren auf Journalisten schießen (Argentinien und Maradona), hat Deutschland für Lothar Matthäus nur Spott und Häme übrig. Medien und Vereine nehmen ihn nicht ernst – er wird nicht hofiert, sondern bestenfalls ignoriert. Als legendär gilt das Diktum von Uli Hoeneß: Solange er etwas zu sagen habe, würde Lothar nicht mal mehr als Platzwart eine Anstellung finden.

Warum kann der deutsche Fußball mit einem seiner erfolgreichsten Kinder nichts mehr anfangen? Matthäus ist weder ein Stinkstiefel noch ein Faulpelz. Die, die ihn besser kennen, etwa Franz Beckenbauer, rühmen seine Loyalität und seinen Einsatz. Er ist auch kein Schwindler oder abgefeimter Schlaumeier. Im Gegenteil, sein Herz trägt Matthäus, der gelernte Raumausstatter aus Erlangen, seit jeher auf der Zunge.

Leser-Kommentare
    • selko
    • 30.06.2007 um 22:49 Uhr

    im letzten Satz. Loddar redet von sich selbst naemlich noch immer in der dritten Person.

    Wenn Matthaeus sportlich aufsteigen und den dafuer noetigen Respekt will, muss er ihn sich mit Erfolgen erarbeiten. Da er bei all seinen Stationen nach wenigen Monaten die sprichwoertliche "End"station erreicht hat, faellt es schwer zu glauben, dass er langfristig erfolgreich arbeiten kann. Das Gegenteil kann nur er selbst beweisen. Allerdings wird das schwer, solange er die Selbstueberschaetzung betreibt, die er selbst wohl noch fuer Bescheidenheit haelt ("Dabei sei es ihm sogar gleich, sagt Matthäus, ob er das Trainer-Amt eines ambitionierten Zweitligisten übernimmt oder das von Bayern München."). Auch "ein Lothar Matthaeus" sollte sich nicht zu fein dafuer sein, als Einstieg in den deutschen Vereinsfussball etwa einen Drittligisten zu nutzen, wie das bei vielen anderen Ex-Profis der Fall ist.

  1. 2. Loddar

    Gebt ihm einfach eine Chance im Zeitalter der
    Vorverurteilungen.

  2. 3. Loddar

    [entfernt wegen Doppelposting/ Redaktion]

  3. 4. Loddar

    Weil er doof ist - so jedenfalls hat er sich bzw. wurde er als Fußballer publikumswirksam inszeniert. Als Trainer erwartet man ein bisschen Hirn, und das wurde bislang irgendwie versäumt zu kommunizieren. Loddar als Trainer ist mit dieser medialen Vergangenheit eine Lachnummer - mehr nicht.

    • Emigre
    • 01.07.2007 um 1:12 Uhr

    Ein Trainer muss mit Menschen arbeiten koenen aber L.M. hat fuer seine Mitmenschen leider selten viel uebrig gehabt. Als 19-jaehriger beendete sein boeses Foul die Karriere von Juergen Grabowski und spaeter waere es ihm fast gelungen auch Klinsmann's wohlverdientes Ansehen zu beschmutzen. Ein gutes Vorbild war er nie und warum sollte man ihm die Entwicklung junger Fussballer anvertrauen?

  4. Sicherlich hat Matthäus sportlich Einiges erreicht. Trotzdem wundere ich mich, wie der Autor des Artikels die zahlreichen peinlichen, dummen und sogar gefährlichen verbalen Entgleisungen verdrängen konnte? Andere erinnern sich bestimmt noch an die unrühmlichen "Matthäus-Klassiker". Deshalb will ihn hier keiner mehr haben. Und das ist gut so.

  5. Mit Befremden mußte ich diese negativen Kommentare bezüglich Loddars Person lesen. Jedes andere Land würde einen solchen Ausnahmespieler hofieren, aber hier nicht. Man sollte ihm vielmehr Ehre zollen: Ohne ihn wären wir ´90 nicht Weltmeister geworden. Er war und ist eine Lichtgestalt des Fußballs, in meinen Augen sogar der Messias des Fußballs. Mit Loddar wären sogar die Holländer endlich mal Weltmeister geworden:-)
    Überdies hat er zu seiner aktiven Zeit als Spieler unter den besten Trainern der Welt gearbeitet, deshalb ist davon auszugehen, daß er sich seinen Teil abgeguckt hat und jede Menge Erfahrung einbringen kann.
    Bescheidenheit ist eben nicht sein Ding. Warum auch, er ist der Beste!

  6. unbestritten sind seine sportlichen Leistungen in seiner aktiven Zeit. Unvergessen aber auch seine Entgleisungen als "Kolumnist" und sein Auftreten in der Öffentlichkeit. Immer wieder zeigt er seinen fränkischen Sturschädel und seine Fehleinschätzung der öffentlichen Meinung auf seine Eskapaden und Selbstdarstellungen. Selbstüberschätzung ist offensichtlich eine seiner Marken. Er ist damit kein Trainer der einen höherklassigen Verein sportlich weiterbringen kann. Ihm fehlt das Quentchen Intelligenz um Situationen richtig einzuschätzen und im menschlichen Bereich ein Vorbild zu sein. Warum soll ein Spieler einen Trainer wie Matthäus respektieren? Ich denke er kann den Spielern nichts geben.

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