Aktienfonds Über Gebühr abkassiert
Anleger freuen sich über steigende Kurse ihrer Aktienfonds. Der Jubel ist aber nicht ungetrübt. Denn die Anbieter kassieren kräftig mit, wenn die Fonds gut laufen.
Von den 378 Aktienfonds Welt, die im FINANZtest -Dauertest stehen, verlangt zwar nur ein kleiner Teil die erfolgsabhängige Vergütung. Sie schmälert aber die Rendite der Investoren erheblich. So mussten Anleger im vergangenen Jahr je nach Fondserfolg zwischen 1,5 und 2 Prozent der Kursgewinne vom Fondsvermögen an die Fondsmanager abgeben. Den Erfolgsgebühren steht aber oft keine außergewöhnlich gute Wertentwicklung des Fonds gegenüber, die eigentlich von den Managern zu erwarten wäre.
Fondsmanager kassieren
Wer im vergangenen Geschäftsjahr Anteile des Fonds DWS Internationale Aktien Typ O im Depot hatte, hat 10,5 Prozent an Wert dazugewonnen. Hätte die Fondsgesellschaft DWS keine erfolgsabhängige Gebühr eingezogen, wäre sogar ein Plus von 12,8 Prozent herausgekommen. Einen Profit von etwa eineinhalb Millionen Euro brachte den Portfoliomanagern im Geschäftsjahr 2006 allein dieser Fonds. Das waren rund 4 Prozent des Fondsvermögens. Mehr als die Hälfte davon stammt aus der Erfolgsgebühr. Akzeptabel wäre, wenn nach Einführung der Erfolgsprämie die normale Managementvergütung abgesenkt würde. Doch keine der 36 von
FINANZtest
befragten Gesellschaften hat das gemacht.
Gebühr für Spitzenfonds
Nur selten steht der Erfolgsvergütung, im Englischen Performance Fee, eine außergewöhnlich gute Wertentwicklung des Aktienfonds gegenüber, wie die Tabelle zeigt. Eine glorreiche Ausnahme ist hier der UniValueFonds: Global A. Dieser Fonds hat dem Anleger trotz der abgezogenen Erfolgsgebühr in den vergangenen fünf Jahren eine durchschnittliche Rendite von 11,9 Prozent pro Jahr eingebracht.
Erfolg ist sehr relativ
Wann der Anlageerfolg eintritt, kann jede Fondsgesellschaft selbst bestimmen. Vielen Anbietern dient der weltweite Aktienindex MSCI World als Messlatte. Liegt die Wertentwicklung des Aktienfonds darüber, müssen die Anleger einen Anteil davon abgeben. Beim Fonds DWS Internationale Aktien Typ O erhält der Fondsmanager ein Viertel der Wertentwicklung über dem Vergleichsmaßstab. Allerdings haben sich auch manche Gesellschaften eine Richtschnur gewählt, die keine große Hürde ist. So lässt sich der Fonds C-Quadrat ARTS Total Return Global-AMI (AGI) am 3-Monats-Euribor messen. Das ist der Zinssatz, zu dem sich Banken in Europa untereinander Geld leihen können. Er liegt zurzeit um die 4 Prozent. Die DWS hat für den Fonds Internationale Aktien Typ O den DJ Global Titans 50 als Maßstab gewählt. Dieser Index hat in den letzten fünf Jahren alles andere als hervorragend abgeschnitten.
Nicht in den Gesamtkosten enthalten
Wenn Anleger in einen Fonds investieren, dann ist die Qualität erstes Auswahlkriterium. Eine ausführliche Bewertung der Fonds ist
hier
zu finden. Erst in zweiter Linie entscheiden die Kosten. Allerdings sind Erfolgsprämien, die mitunter alle anderen Gebühren übersteigen, nicht in der offiziellen Gesamtkostenquote TER im Fondsprospekt enthalten. Auch die Transaktionskosten für Kauf und Verkauf von Fondsanteilen ist extra. Dabei soll die TER Aufschluss über sämtliche laufenden Kosten geben.
- Datum 10.07.2007 - 05:45 Uhr
- Quelle ZEIT online, FINANZtest, 10.07.2007
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Ein interessanter Artikel, der wieder einmal zeigt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Da spielt sich die DWS als die Nr. 1 auf und verweist auf die tollen Typ 0 Fonds, bei denen man nicht einmal einen Ausgabeaufschlag zahlen muss - dann endet die Beratung zumeist.
Wer interessiert sich schon für versteckte Kosten - und viel schlimmer - welcher DB Mitarbeiter kennt diese denn eigentlich. Zumeist ist man ja schon froh, wenn sie überhaupt bis zum Ausgabeaufschlag kommen.
Wer aber "nebenbei" 25 % extra kassiert und dabei noch nicht mal ein positives Ergebnis erreichen muss, wird in anderen Bereichen stärker bestraft. Denn wenn man als Fondsmanager 30 % Verlust erreicht, während der Markt um 50 % fällt, der verdient einen Bonus, oder nicht.
Schützen kann man sich davor nur mit unabhängiger Beratung. Es gibt derzeit mehr als 7000 freie Makler, die konzernunabhängig beraten und zumeist eine bessere Ausbildung haben. Dann kann man Ergebnisse wie hier auch gelassen hinnehmen.
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