Pakistan Erneut Kämpfe in Islamabad

Neue Kämpfe an der Roten Moschee haben offenbar Todesopfer unter den Islamisten gefordert. Die Regierung lehnte ein Kapitulationsangebot des radikalen Predigers Abdul Rashid Gazi ab.

Nach tagelanger Belagerung der Roten Moschee in Islamabad durch Sicherheitskräfte hat der mit seinen Schülern verschanzte Islamisten-Prediger angeboten, gegen freies Geleit aufzugeben. "Diejenigen, die aufgeben, sollten nicht verhaftet werden", sagte Abdul Rashid Ghazi dem Sender Aaj während einer Feuerpause am Donnerstagabend. Die Regierung lehnte das Angebot jedoch ab und forderte erneut eine bedingungslose Kapitulation.

Mehrere hundert teilweise bewaffnete Koranschülerinnen und -schüler harren noch mit dem als radikalen Prediger bekannten Ghazi in dem Gebetshaus aus. Die Sicherheitskräfte attackieren den Moschee-Komplex heftig, ohne ihn bisher zu stürmen. Mehrfach stießen gepanzerte Truppentransporter zu den abgeriegelten Gebäuden vor und schossen mit Tränengasgranaten. Um die Mauer um das Gelände weiter zu zerstören, setzten sie auch Sprengkörper ein. Vor Sonnenaufgang riefen die Lautsprecher der Moschee am Freitag nicht wie üblich zum Gebet - ein Zeichen für die Zerstörung.

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In der fast achtstündigen Feuerpause ließen die Sicherheitskräfte am Donnerstagabend Krankenwagen passieren, um Tote und Verletzte abzutransportieren. Der festgenommene Leiter der Moschee, Maulana Abdul Aziz, forderte die Koranschüler zur Kapitulation auf. Er war am Vortag verhaftet worden, als er als Frau verkleidet unter einer Burka aus den umkämpften Koranschulen fliehen wollte. Seinen Angaben zufolge harrten am dritten Tag der Kämpfe noch rund 250 Schüler und 600 Schülerinnen in den beiden Religionsschulen im Zentrum der pakistanischen Hauptstadt aus. Sie seien mit 13 oder 14 Kalaschnikow-Schnellfeuergewehren bewaffnet.

Nach Angaben des Innenministeriums ergaben sich bis Donnerstag 1146 Schüler den Behörden. Ein Sprecher der Moschee sagte dem Nachrichtenkanal Aaj, bei den jüngsten Auseinandersetzungen seien 30 Frauen und 15 Männer getötet worden. 200 weitere Menschen seien verletzt worden. Eine Bestätigung dafür gab es nicht. Zuvor hatten die Behörden bekannt gegeben, dass es bei den vorangegangenen Kämpfen seit Dienstag 16 Todesopfer gegeben habe. Augenzeugen und unabhängige Beobachter sprachen dagegen von mindestens 24 Toten und mehr als 200 Verletzten.

Die Zusammenstöße hatten begonnen, als aufgebrachte Koranschüler eine neu errichtete Kontrollstelle der Polizei in der Nähe der Moschee stürmten. Kurz darauf war es zu heftigen Schusswechseln gekommen.

 
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