Pakistan Die Rote Moschee ist geräumt
Mindestens 73 Leichen sind nach der Erstürmung der Roten Moschee gefunden worden. Al-Qaida hat unterdessen zum Aufstand gegen Präsident Pervez Musharraf aufgerufen
Die pakistanische Armee hatte mit der Erstürmung der Roten Moschee in Islamabad am Dienstag begonnen. Nach zweitägigen Gefechten gelang es ihr, den Widerstand der Islamisten zu brechen und das Gelände vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen. Nun wird der Komplex nach ungezündeten Granaten und Sprengfallen durchsucht.
Zudem müssten die Toten geborgen werden. Bei der Erstürmung starben nach offiziellen Angaben mindestens 73 Moschee-Besetzer und neun Soldaten. Staatschef Pervez Musharraf will am Donnerstag eine neue "Anti-Terror-Strategie" bekannt geben.
Bewaffnete Kommandos hätten die letzten Aufständischen getötet, die sich noch in Tunneln und Bunkern verschanzt hielten, sagte Armeesprecher Waheed Arshad. Angesichts des erbitterten Widerstands hatte die Armee zunächst eingestehen müssen, dass die islamistischen Kämpfer auch mehr als 24 Stunden nach dem Beginn der Militäraktion noch etwa ein Viertel des weitläufigen Geländes kontrollierten.
Nach dem Ende der Erstürmung war die genaue Zahl der Todesopfer zunächst unklar. Pakistanische Medien schätzten die Zahl auf 80 bis 200. Unter den Toten sei keine einzige Frau und kein Kind gewesen, sagte Regierungschef Shaukat Aziz. Nach offiziellen Angaben befanden sich bei der Erstürmung der Moschee, die am Dienstagmorgen begonnen hatte, weniger Frauen und Kinder auf dem Gelände als vermutet. Rund 60 Frauen und Kindern gelang den Angaben zufolge nach Beginn der Erstürmung die Flucht. Die Regierung hatte zuvor von rund 300 Zivilisten gesprochen, die auf dem Gelände als Geiseln festgehalten und als "menschliche Schutzschilde" missbraucht würden.
Ein Präsidentenberater sagte, Musharraf werde am Donnerstag in einer Rede an die Nation eine "neue Strategie im Kampf gegen Extremismus und Terrorismus" vorstellen. Musharraf, ein enger Verbündeter der USA in deren "Krieg gegen den Terror", war durch den tagelangen Kampf um die Rote Moschee im Zentrum der Hauptstadt unter Druck geraten. Die US-Regierung hatte die Erstürmung des Gebäudekomplexes und das "verantwortungsvolle" Vorgehen der pakistanischen Behörden begrüßt.
Politische Beobachter warnten vor einem Aufflackern islamistischer Gewalt in Pakistan nach dem "Tod der Märtyrer" in dem Moscheekomplex. Die Opposition warf der Regierung vor, Extremisten zu ermutigen.
- Datum 12.07.2007 - 12:56 Uhr
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- Quelle ZEIT online, tso, Reuters
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