Onlinedurchsuchung Der große Spähangriff

Union und SPD sind sich im Grundsatz über den heimlichen Zugriff auf die Computer von Verdächtigen einig. Sie streiten nur noch über die rechtlichen Details.

An diesem Freitag trifft sich eine Arbeitsgruppe aus Politikern und Mitarbeitern des Innen- und des Justizministeriums, um darüber zu beraten, wie Ermittler künftig verdeckt die Festplatten in den Rechnern von Verdächtigen ausspähen können. Entschieden wird in der Runde noch nichts. Doch allein, dass sie sich trifft, ist ein deutliches Zeichen, dass sich Union und SPD in dem Streit um das heiße Thema näher gekommen sind.  Was wohl letztlich bedeutet, dass ein Gesetz über die Onlinedurchsuchungen irgendwann kommen wird.

„Das Ob steht fest, jetzt geht es nur noch um das Wie“, sagt der Rechtsexperte der Unionsfraktion, Jürgen Gehb. Mitglieder des Koalitionspartners SPD widersprechen ihm in diesem Punkt nicht. „Ich bin der Auffassung, dass Onlinedurchsuchungen nötig sind“, sagte auch der innenpolitische Sprecher der SPD, Dieter Wiefelspütz. Allerdings räumt er ein, dass dies in der SPD noch kein Konsens ist.

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Für Wiefelspütz geht es vor allem darum, für das scheinbar Unvermeidliche sinnvolle und strenge Regeln festzulegen. Denn bisher gebe es keine Rechtsgrundlage für dieses Instrument der Ermittler, weshalb der Bundesgerichtshof Anfang des Jahres Online-Spähaktionen des Bundeskriminalamts gestoppt hatte.

Es geht um den dringenden Wunsch von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU), die Festplatten von Verdächtigen ohne deren Wissen zu durchsuchen. Mit Hilfe eingeschleuster Programme sollen Behörden vollständigen Zugriff auf die dort gespeicherten Daten bekommen. Der unbestreitbare Vorteil: Sämtliche Sicherungen und Verschlüsselungen werden damit umgangen. Die Polizei sieht, was der Nutzer auf seinem Schirm sieht und tut – also auch, wenn er Passwörter für geschützte Bereiche eingibt. Nur so, begründet Schäubles Ministerium diesen erheblichen Eingriff in die Grundrechte, könnten terroristische Pläne aufgedeckt werden, bevor eine Bombe hochgehe.

Unter Experten ist das allerdings umstritten. So schreibt der ehemalige Netzwerkadministrator und jetzige Richter Ulf Buermeyer in einer Studie, einen Rechner technisch zu infiltrieren, sei „ausgesprochen komplex“. Die Online-Überwachung sei zwar potenziell ein "scharfes Schwert". Aber gerade gegen "intelligente Täter – also die eigentlichen ‚Gefährder’", könne es kaum wirksam geführt werden. Denn die wüssten sich gegen solche Zugriffe zu wehren. Wirksam werden könne das Mittel nur „gegen virtuelle Eierdiebe vom Schlage eines amateurhaft agierenden eBay-Betrügers". Wer jedoch Anschläge wie die vom 11. September abwickeln könne, der kümmere sich wohl auch um die Sicherheit seiner EDV.

Daher sagt auch Wiefelspütz, es gehe lediglich darum, „dass wir den vielen Instrumenten des Rechtsstaates bei der Verbrechensbekämpfung ein weiteres hinzufügen.“ Das jedoch will er auf keinen Fall als alltägliche Praxis eingesetzt sehen. Für ihn ist daher die Mindestforderung, dass die rechtlichen Hürden für Onlinedurchsuchungen genauso hoch liegen, wie beim Großen Lauschangriff.

Leser-Kommentare
  1. Eine gesamte Festplatte zu kopieren und sie dann einem Richter zur Begutachtung vorlegen um zu prüfen, was davon privat ist und was nicht. Gute Nacht und kein Bett. Bei Festplatten von 160 GB aufwärts, das doppelte ist durchaus bereits gängig. Und dann nach Stichworten suchen und dann alles überprüfen. Wieviele werden wohl Spass daran haben all den Müll zu lesen und zu durchschauen. Wieviele Mitarbeiter werden dann wohl von welcher Behörde dafür angestellt werden? Was ist, wenn sich nichts terroristisches aber dennoch etwas gesetzwidriges darauf findet, zum Beispiel unauthorisierte Programme. Ich weiss gerade nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Naja, noch gibt es keinen Gesetzestext dazu. Aber eines weiss ich, in einem solchen Staat hat die Meinungsfreiheit ausgedient. Und wenn mir einer mit dem Satz kommt: Der unschuldige Bürger hat nichts zu befürchten., dann kennt er staatliche Willkür im Rest der der Weltgeschichte wirklich schlecht. Wenn solche Überwachungen stattfanden, ohne das es eine rechtliche Grundlage dafür gab, dann gibt es erst recht keinen Hinderungsgrund, wenn es eine "auslegbare" gesetzliche Bestimmung dazu gibt. Aber bei diesem Klima der Angst, welches da geschürt wird, wundert mich das alles nicht mehr. Es kann nur schlimmer werden. Die parlamentarische Demokratie hat versagt. Und Terroristen findet man so auch nicht. Geschweige denn das man etwas an der Gründen des Terrorismus ändert. Wenn viele Abgeordnete dieses abnicken, dann weiss man mal wieder, was man von Parlamentariern zu halten hat.
    Aber wie heisst es so schön, getroffene Hunde bellen. Und hinterher wird es wieder niemand gewesen sein, der das gewollt hat. Also Zweitrechner fürs Internet anschaffen und Sichern, so gut es eben geht. ;-)

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    Sie haben vollkomm Recht. Die Exekutive, wenn sie die Möglichkeit bekommt die Bürger zu kontrollieren, nimmt diese Möglichkeit wahr und zwar für die Zwecke, die von der Gesetzgeber nicht vorher beabsichtigt waren bzw. verheimlicht worden sind.
    Das beste Beispiel ist die Abfrage von Kontenstammdaten von den Finanzämter und Sozialbehörden.
    Anfänglich wurde das Bankgeheimnis aufgehoben um die Geldströme der Terrorverdächtigen ausspionieren zu können. Dann hat das Finanzamt für die Steuerfahndung genutzt und jetzt dürfen alle Sozialämter, Rentenanstalt, Krankenkassen, Arbeitagenturen, BaFöG Ämter und die ganze Kommunale Verwaltung die KontenStammdaten abfragen. Das heisst, dass sie bei jedem Antrag schnell überprüfen ob wieviel und wo der Antragsteller seine Bankkonten hat. Folgerichtig wird der Antragsteller verdonnert die Kontoauszüge der Konten zu zeigen um zu beweisen, dass er mittellos ist. So wurde aufgrund eines Antiterrogesetzes ein Gläserner Bürger geschaffen. Und? Was macht das Volk? Nichts! Das Volk guckt lieber Let´s Dance, GZSZ oder DSDS.

    Das schlimmste dabei ist, dass ich mir nicht so sicher bin, ob eine andere Regierung (z.B. mit der PDS Beteiligung) weniger penetrant wäre. Warum sollte sie?

    Sie haben vollkomm Recht. Die Exekutive, wenn sie die Möglichkeit bekommt die Bürger zu kontrollieren, nimmt diese Möglichkeit wahr und zwar für die Zwecke, die von der Gesetzgeber nicht vorher beabsichtigt waren bzw. verheimlicht worden sind.
    Das beste Beispiel ist die Abfrage von Kontenstammdaten von den Finanzämter und Sozialbehörden.
    Anfänglich wurde das Bankgeheimnis aufgehoben um die Geldströme der Terrorverdächtigen ausspionieren zu können. Dann hat das Finanzamt für die Steuerfahndung genutzt und jetzt dürfen alle Sozialämter, Rentenanstalt, Krankenkassen, Arbeitagenturen, BaFöG Ämter und die ganze Kommunale Verwaltung die KontenStammdaten abfragen. Das heisst, dass sie bei jedem Antrag schnell überprüfen ob wieviel und wo der Antragsteller seine Bankkonten hat. Folgerichtig wird der Antragsteller verdonnert die Kontoauszüge der Konten zu zeigen um zu beweisen, dass er mittellos ist. So wurde aufgrund eines Antiterrogesetzes ein Gläserner Bürger geschaffen. Und? Was macht das Volk? Nichts! Das Volk guckt lieber Let´s Dance, GZSZ oder DSDS.

    Das schlimmste dabei ist, dass ich mir nicht so sicher bin, ob eine andere Regierung (z.B. mit der PDS Beteiligung) weniger penetrant wäre. Warum sollte sie?

  2. Sie haben vollkomm Recht. Die Exekutive, wenn sie die Möglichkeit bekommt die Bürger zu kontrollieren, nimmt diese Möglichkeit wahr und zwar für die Zwecke, die von der Gesetzgeber nicht vorher beabsichtigt waren bzw. verheimlicht worden sind.
    Das beste Beispiel ist die Abfrage von Kontenstammdaten von den Finanzämter und Sozialbehörden.
    Anfänglich wurde das Bankgeheimnis aufgehoben um die Geldströme der Terrorverdächtigen ausspionieren zu können. Dann hat das Finanzamt für die Steuerfahndung genutzt und jetzt dürfen alle Sozialämter, Rentenanstalt, Krankenkassen, Arbeitagenturen, BaFöG Ämter und die ganze Kommunale Verwaltung die KontenStammdaten abfragen. Das heisst, dass sie bei jedem Antrag schnell überprüfen ob wieviel und wo der Antragsteller seine Bankkonten hat. Folgerichtig wird der Antragsteller verdonnert die Kontoauszüge der Konten zu zeigen um zu beweisen, dass er mittellos ist. So wurde aufgrund eines Antiterrogesetzes ein Gläserner Bürger geschaffen. Und? Was macht das Volk? Nichts! Das Volk guckt lieber Let´s Dance, GZSZ oder DSDS.

    Das schlimmste dabei ist, dass ich mir nicht so sicher bin, ob eine andere Regierung (z.B. mit der PDS Beteiligung) weniger penetrant wäre. Warum sollte sie?

  3. ....zum Generalstreik !

    Und: Kennt jemand die tatsächliche Richterpraxis beim Unterzeichnen von Durchsuchungsbeschlüssen nicht?

  4. Die jüngsten Einlassungen des Herrn Wiefelspütz zum Thema innere Sicherheit und Wünsche des Herrn Schäuble in Sachen Kontrolle von on-line-aktivitäten legen nahe, sich mit einer gewissen Trauer von der SPD als einem Garanten des Rechtsstaates in dem Sinne, wie wir ihn kannten, zu verabschieden.
    Mehr Demokratie wagen war einmal ein ein Wahlmotto der SPD unter Willy Brandt. Als in den frühen 70er-Jahren seitens der CDU versucht wurde, Willy Brandt durch Dr. Barzel als Kanzler zu ersetzen, gab es in der deutschen Bevölkerung eine Stimmung für einen Generalstreik, weil jeder spürte, dass hier ein Versuch unternommen werden sollte, einen Kanzler, der lediglich für eine stock-konservative Minderheit eine bessere Lösung darstellte, an die Macht zu bringen, um einen Mann, dessen Verdienste um Anstand und gesicherte Rechte auch für Minderheiten nicht hoch genug zu schätzen waren, durch einen Lakai des großen Geldes zu ersetzen.
    Es erleben zu müssen, dass die Partei in der Nachfolge Willy Brandts, vertreten durch einen Herrn Dingenspütz nun danach giert, den Wünschen eines Soziopathen aus dem Badischen Folge zu leisten...das stimmt mich traurig. Die Linke werde ich trotzdem nicht wählen, denn deren dümmlicher Argumentation zu folgen...vertreten durch einen ex-Spd-Vorsitzenden wäre noch schlimmer als mit schlechtem Gewissen für die SPD zu stimmen.Und...das kleinere Übel wählen zu sollen würde bedeuten, etwas Wesentliches zu ignorieren: Übel...wie klein auch immer, bleibt Übel. Adieu SPD. Adieu Wiefelspütz & Co.

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    Dann was werden Sie denn wählen Herr von Stein Kuhle?
    Die Autofahrerpartei? Die Pogopartei? Die Naturpartei?
    Das ist doch nichts ernstes.
    Was steht noch zur Wahl, dass ein normaler und anständiger Mensch noch mit reinem Gewissen wählen kann. Ich habe seit zwei Jahren ein Wahlrecht in D. Aber nach dem was ich gesehen und gelesen habe, ist mir der Wille vergangen meine Stimme dem Deutschland Clan zu geben. Darf ich mein Stimmrecht verkaufen? Dann hätte ich wenigstens was davon.

    Dann was werden Sie denn wählen Herr von Stein Kuhle?
    Die Autofahrerpartei? Die Pogopartei? Die Naturpartei?
    Das ist doch nichts ernstes.
    Was steht noch zur Wahl, dass ein normaler und anständiger Mensch noch mit reinem Gewissen wählen kann. Ich habe seit zwei Jahren ein Wahlrecht in D. Aber nach dem was ich gesehen und gelesen habe, ist mir der Wille vergangen meine Stimme dem Deutschland Clan zu geben. Darf ich mein Stimmrecht verkaufen? Dann hätte ich wenigstens was davon.

  5. Dann was werden Sie denn wählen Herr von Stein Kuhle?
    Die Autofahrerpartei? Die Pogopartei? Die Naturpartei?
    Das ist doch nichts ernstes.
    Was steht noch zur Wahl, dass ein normaler und anständiger Mensch noch mit reinem Gewissen wählen kann. Ich habe seit zwei Jahren ein Wahlrecht in D. Aber nach dem was ich gesehen und gelesen habe, ist mir der Wille vergangen meine Stimme dem Deutschland Clan zu geben. Darf ich mein Stimmrecht verkaufen? Dann hätte ich wenigstens was davon.

  6. Bevor man sich über die Moral aufregt frage ich mich wie die Online Durchsuchungen überhaubt durchgeführt werden sollen.
    1. Wie soll die Überwachungssoftware auf den Rechner kommen?
    Wenn Microsoft nicht mit dem Windows update Service hilft wird die Verteilung ein Problem. Die Alternativen bieten keine zuverlässige Verteilung an die gewünschten Rechner.
    2. Die Anti Virus Software darf nicht anschlagen. Das heisst die müssen auch mitarbeiten.
    3. Der Rechner kann hinter einer Hardware Firewall stehen und die muss die Verbindung von den Behörden zu dem Rechner erstmal zulassen.

    Selbst wenn diese Probleme gelöst sein sollten was machen die Behörden wenn der Uberwachte zum Surfen von Knoppix bootet?
    Knoppix ist sicher nicht fehlerfrei aber es müsste einen Remote Exploit für die Version geben. Wenn man die Browser Plugins raus kicked bleibt nur OSS und die können schlecht mitarbeiten.

    Am Ende wird es sehr schwer die Festplatten auszulesen die sich lohnen könnten und möglich die auszulesen die uninteressant sind.

  7. Hm, warum bekommt meine Versicherung meine Unterlagen vom Finanzamt ohne dass ich von Versicherung oder Finanzamt dazu befragt werde? Datenschutz??? Der ist in diesem Staat irrelevant geworden. Schon vor der Onlineuntersuchung. Und an User 9876: für mich stellt sich nicht in erster Linie die Frage ob es technisch möglich wäre und welchen Sinn das macht, sondern dass der Staat das überhaupt darf. Bzw. das er Gesetze schafft, die ihm sowas erlauben.
    Und was die Sache mit den Wahlen angeht, mein subjektiver Eindruck ist, daß sich zur DDR nur etwas geändert hat, nämlich daß ich entscheiden kann, ob ich wählen gehe oder nicht.

  8. Wer glaubt dass der Staat das Werkzeug nicht nutzt, wenn es denn schon vorhanden ist? Ich nicht.
    Die braven Bürger werden wieder mal genralverdächtigt.
    Wer seinen Rechner schützen will und 'sicher' surfen will, hat die Möglichtkeiten und wird sie nutzen.

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