Wirtschaft Langsamer Aufstieg

Die deutsche Wirtschaft wird weiter wachsen, aber weniger kräftig als bisher. Darauf deutet der aktuelle ZEW-Konjunkturindex hin, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Trotz des Booms an den Aktienmärkten beurteilen professionelle Anleger und Analysten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft deutlich pessimistischer. Das ZEW-Barometer, das ihre Konjunkturerwartungen misst, sank im Juli unerwartet kräftig auf 10,4 Punkte. Im Juni lag es noch fast doppelt so hoch, bei 20,3 Punkten. Damit bleibt der Indikator unter seinem langjährigen Durchschnitt von 32,8 Punkten. 

Das Ergebnis deutet darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr zwar weiter wachsen wird, aber nicht ganz so kräftig wie bisher. Sie werde "mit einer etwas nachlassenden Dynamik in das Jahr 2008 starten", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der monatlichen Umfrage unter rund 300 Finanzmarktprofis. Sie wird also weiter wachsen, aber in einem schwächeren Tempo. Die Fachleute erwarten für die kommenden sechs Monate vor allem eine Abschwächung des inländischen Konsums und der Bauwirtschaft. Als Gründe dafür nennen sie den hohen Ölpreis und steigende Zinsen . Zudem mache der teure Euro den Exporteuren das Leben schwerer. Auch die Aussichten für die US-Konjunktur wurden kritischer gesehen.

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Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten zuvor im Schnitt mit einem Rückgang auf 19 Zähler gerechnet. Die aktuelle Lage schätzten die Befragten etwas schlechter ein als im Vormonat. Der Teilindex sank auf 88,2 Punkte und hielt sich damit nahe dem erst im Vormonat erreichten Rekordwert von 88,7 Punkten. Hier war ein Rückgang auf 88 Punkte erwartet worden.

 
Leser-Kommentare
  1. Neben dem hohen Ölpreis, steigenden Zinsen und dem starken Euro dürfte wohl auch die Politik der schwarz-roten Koalition ihr Quäntchen dazu beigetragen haben, dass sich die Konjunkturaussichten wieder eintrüben.

    In der schönen Welt von Schwarz-Rot glaubt man offenbar, man könne den Wählern keine harten Reformen (insbesondere auf dem Arbeitsmarkt) mehr zumuten. Stattdessen diskutiert man lieber über neue soziale Wohltaten und über die Einführung von Mindestlöhnen. Das mag zwar die deutschen Gemüter beruhigen, zur Stärkung des Wachstumspotentials trägt eine solche Politik jedoch nichts bei.

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