Afghanistan Zwei Deutsche vermisst
In Afghanistan werden nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin seit Mittwoch zwei Deutsche vermisst. Ein UN-Sprecher in New York bestätigte die Entführung von insgesamt sieben Menschen
Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin bestätigte am Mittwochabend, dass zwei Deutsche vermisst würden. Die Botschaft in Kabul und alle relevanten Stellen bemühten sich um rasche Aufklärung des Falles.
Nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums in Kabul wurde eine "umfassende Suche" nach den entführten Deutschen und ihren afghanischen Begleitern eingeleitet. Er bestätigte am Donnerstag, dass die Bundesbürger am Mittwoch in der zentralafghanischen Provinz Wardak gekidnappt worden sind, nannte aber mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine weitere Einzelheiten.
Wer für die Entführung verantwortlich ist, ist bislang ungewiss. Der Verdacht fiel zunächst auf die radikal-islamischen Taliban. Taliban-Sprecher Zabeeullah Mujahid sagte jedoch, nach seinen Informationen sei kein Ausländer von den Kämpfern seiner Organisation festgesetzt worden. "Ich habe mich mit allen unseren Truppen in der Region in Verbindung gesetzt, aber niemand weiß irgendwas darüber", sagte er in einem Telefongespräch.
Am Mittwoch hatte ein afghanischer Behördenvertreter der britischen BBC gesagt, dass sieben Personen verschleppt worden seien, darunter zwei Deutsche. Die Vereinten Nationen bestätigten die Entführung von sieben Menschen in Afghanistan. Bei einem Mann gehe man davon aus, "dass er ein Deutscher ist", sagte ein UN-Sprecher in New York.
Unklar war zunächst, in wessen Auftrag die Deutschen unterwegs waren. Nach Angaben des Gouverneurs der an Wardak grenzenden Provinz Ghazni, Mirajuddin Pathan, handelt es sich um UN-Mitarbeiter. Die UN sprachen von sechs Afghanen und einem vermutlich deutschen Vertreter einer "internationalen Beobachtermission", nähere Angaben zur Identität des Mannes oder seiner Funktion wurden nicht gemacht. Vier afghanische Polizisten seien inzwischen wieder auf freiem Fuß. Festgehalten würden auch noch ein Übersetzter und ein Fahrer, sagte der UN-Sprecher.
Anfang Juli war erstmals seit dem Sturz der Taliban Ende 2001 ein Deutscher in Afghanistan entführt worden. Die Kidnapper hatten den Geschäftsmann unter bis heute unklaren Umständen nach einer Woche wieder freigelassen.
Mehrfach sind Ausländer in Afghanistan Opfer von Gewalt geworden. Im März erschossen bewaffnete Männer im Norden des Landes einen deutschen Mitarbeiter der Welthungerhilfe. Im Oktober 2006 ermordeten Unbekannte eine Journalistin und einen Techniker der Deutschen Welle.
- Datum 19.07.2007 - 11:06 Uhr
- Quelle ZEIT online, Reuters, dpa
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