Menschenrechte Darfur im Visier
amnesty international will mit seiner Website "eyesondarfur" nicht nur den Einzelnen aufklären, sondern auch Beweise für Menschenrechtsverletzungen im Sudan sammeln.
Über die Fakten sollte man kein Wort mehr verlieren müssen: Knapp 400.000 Menschen sind dem blutigen Konflikt zwischen den von der sudanesischen Regierung gesteuerten Dschandschawid-Milizen und den schwarzafrikanischen Rebellen im sudanesischen Darfur bisher zum Opfer gefallen. Die Zahl der Flüchtlinge hat die Millionengrenze längst überschritten. Dörfer und ganze Regionen werden täglich von den unmittelbaren Folgen des Konfliktes bedroht, da sich die Regierung des Sudan weiterhin gegen eine dauerhafte Stationierung von UN-Truppen sperrt.
Mit der Internetseite eyesondarfur.org hat die Menschenrechtsorganisation a mnesty international (ai) einen virtuellen Beobachtungsposten eingerichtet, auf dem anhand hochauflösender Satellitenbilder die Auswirkungen des Konflikts verfolgt werden können. Ermöglicht wurde das einzigartige Projekt mit Zuschüssen der Save Darfur Coalition (SDC) und wissenschaftlicher Unterstützung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) .
Menschenrechtsgruppen und engagierte Einzelpersonen wie Schauspieler George Clooney versuchen der dramatischen Situation in Darfur international mehr Gehör zu verschaffen. Doch das gelingt nur schwer. Ein medienwirksames Spektakel wie die 'Live Earth'-Konzerte lassen das Problem schnell mal in den Hintergrund rücken. In Deutschland vermochten wohlgemeinte Unterschriftaktionen und eindringliche Appelle an Bundeskanzlerin Merkel zwar ein vorübergehendes Bewusstsein für Darfur zu schaffen, aber angesichts der Notwendigkeit von Energiesparlampen scheint Afrika plötzlich wieder einmal sehr weit weg.
Doch noch viel mehr erschweren die Unübersichtlichkeit der Situation in Darfur und die teilweise verfahrenen politischen Verhältnisse ein Engagement des Einzelnen. Eine detaillierte Aufklärung der Zusammenhänge ist nötig – und dafür steht eyesondarfur.org auf eindrucksvolle Weise. Die Seite überrumpelt den Betrachter nicht mit drastischer Bebilderung, eyesondarfur.org ermöglicht vielmehr eine nüchterne Perspektive auf den Konflikt. Es wurden nicht nur Bilder archiviert, die Zerstörungen der Infrastruktur ganzer Landstriche dokumentieren, sondern auch Reportagen und Videoclips bereit gestellt, die von den Grausamkeiten des Konflikts berichten.
Im Mittelpunkt von
eyesondarfur.org
stehen aber die Satellitenbilder, die a
mnesty international
als wichtigstes Beweismittel für die systematischen Menschenrechtsverletzungen anführt. So lassen sich per Mausklick Luftaufnahmen einzelner Dörfer heranzoomen, an denen die Zerstörungen der Straßen und Häuser in einem Zeitraum von nur zwei Jahren exemplarisch sichtbar gemacht werden. Sehen kann man auch, wie die Entwicklung weitergehen könnte, wo man die nächsten Zerstörungen erwartet.
- Datum 16.07.2007 - 05:42 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Um die psychological operations in diesem low intensity conflict etwas besser verstehen zu koennen, ist die folgende Analyse aus "Energy Security" zu empfehlen: http://leav-www.army.mil/...
Nach dem Luftangriff der US Air Force auf seine (einzige) pharmazeutische Fabrik hat der Sudan offenbar seine Kooperation mit allen westlichen Oelfirmen beendet und auf asiatische, vor allem chinesische umgestellt. China erhaelt jetzt 60% des sudanesischen Oels, die meisten Reserven liegen in Darfur. Dabei waren die Plattformen wohl schon immer Angriffsziele der unterdrueckten Rebellen, um die Geldquelle der sudanesischen Regierung zu treffen. 2001 verklagte die sudanesische Presbyterian Church die kanadische Oelfirma Talisman - damals noch Hauptfoerderer im Sudan - da die Firma die militaerischen Aktionen der sudanesischen Armee gegen die Rebellen unterstuetze. Diese Rolle haben jetzt offenbar die Chinesen uebernommen, die im selben Jahr eine Waffenfabrik im Sudan finanzierten.
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