Copa América Brasilien gewinnt überraschend
Argentinien ging als Favorit ins Finale der Amerika-Meisterschaft. Doch die Mannschaft verlor - und die Fans müssen weiter auf einen internationalen Titel warten
Vierzehn Jahre können eine elend lange Zeit sein, fast eine Ewigkeit. Argentinischen Fußballfans aber müssen die 14 vergangenen Jahre unendlich lang erscheinen. Seit 1993 - damals gewann Argentinien die Copa América - warten sie nur auf das Eine: Ihre Mannschaft, eine der besten der Welt, soll endlich wieder einen Titel gewinnen.
Am vergangenen Sonntagabend sollte es endlich, endlich so weit sein. Vieles sprach dafür, dass die Argentinier in diesem Jahr die Copa América gewinnen würden. Im gesamten Turnier hatten sie kein Spiel verloren, im Gegensatz zum brasilianischen Team, ihrem Finalgegner. Ihre Torbilanz war beeindruckend: 16 Treffer, nur drei Gegentore. Die Brasilianer hingegen wurden in der Vorrunde von Mexiko besiegt und gewannen das Halbfinale gegen Uruguay nur knapp im Elfmeterschießen. Selbst in den Wettbüros galten die Argentinier als Favorit.
Dann wurde das Spiel um 23:05 deutscher Zeit angepfiffen, und vor 45.000 Zuschauern im Stadion José Pachencho Romero im venezolanischen Maracaibo begann der Tanz der Brasilianer. Am Ende mussten die Argentinier wieder zuschauen, wie andere den Pokal in Händen hielten. Durch ein ebenso überraschendes wie überzeugendes 3:0 erspielte sich die "Selecao" den Copa-América-Titel zum fünften Mal in Folge. Der Triumph qualifizierte das Team des früheren Stuttgarters Carlos Dunga außerdem für den Confederations Cup 2009 in Südafrika.
Der Sieg war verdient, auch in dieser Höhe. Selbst ohne die Stars Kaká und Ronaldinho, die beide vor dem Turnier um "Sonderurlaub" gebeten hatten, spielten die Männer im gelben Trikot abgeklärter als die Argentinier. Ihnen half auch, dass sie früh in Führung gingen: Julio Baptista kam in der dritten Minute nach langem Pass von Elano am linken Strafraumeck an den Ball und erzielte mit einem fulminanten Schuss in den rechten Torwinkel das 1:0.
Die Argentinier hatten zudem beim 2:0 Pech. Abwehrroutinier Roberto Ayala grätschte in der 39. Minute in eine Flanke von Daniel Alves und lenkte den Ball ins eigene Tor. Alves sorgte dann mit seinem Tor in der 69. Minute für die Entscheidung. Die Brasilianer beherrschten das Spiel vor allem, weil sie die Argentinier früh störten, eng deckten und schnelle Konter spielten.
Es war ein Finale der eher unbekannten Spieler. Die Stars konnten sich kaum in Szene setzen, etwa Sturmstar Robinho auf brasilianischer Seite wie Spielmacher Juan Riquelme und Jungstar Lionel Messi bei den Argentiniern. Bei Brasilien glänzten dafür Mittelfeldarbeiter Julio Baptista, der jüngst von Bayer Leverkusen zum AS Rom gewechselte Abwehrmann Juan sowie Außenläufer Daniel Alves. Die Hertha-Profis Mineiro und Gilberto zeigten erneut solide Leistungen. Der Bremer Spielmacher Diego hingegen, der eine schwache Copa spielte, wurde erst zweieinhalb Minuten vor Abpfiff eingewechselt.
"Man hat uns unterschätzt, aber wir haben auf dem Rasen die Antwort gegeben", sagte Brasiliens Baptista nach dem Abpfiff. Dann lief der Torschütze zu seinen Mitspielern und feierte den Pokal. Argentiniens Spieler um ihren Spielmacher Juan Riquelme, der ein überragendes Turnier spielte, aber im Finale enttäuschte, begannen mit der Trauerarbeit. Auch viele Fans auf den Rängen ließen die Tränen fließen. Sie müssen nun noch länger warten.
- Datum 19.07.2007 - 14:20 Uhr
- Quelle ZEIT online, tso
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Als das Spiel angepfiffen wurde , saß ich gerade in einer Kneipe ; ausgestattet mit Zeit , kühlem Fosters und einem Flachbildschirm .
Perfekte Bedingungen also , ein Spitzenspiel wie Brasilien - Argentinien zu sehen .
Das Problem dürfte jedem Dreibein hier bekannt vorkommen : Wenn Madame gegenüber sitzt , kann Monsieur schlecht seine Aufmerksamkeit dem Rasen zuwenden .
Und so verpasste ich dieses wunderbare Spiel , verpasste die Torszenen , die Torschützen , und sogar das Endergebnis .
Aber hey - man hat ja noch ZEIT .
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