Ausländer Integration hat ihren Preis

Ein paar Dinge hat der zweite Integrationsgipfel eindrucksvoll demonstriert: wie groß die Missverständnisse noch sind und wie gewaltig die Aufgabe ist, vor der Inländer und Immigranten stehen.

Der Integrationsgipfel der Bundesregierung ist Geschichte. Es hat beim zweiten und abschließenden Treffen heftigen Streit gegeben, einen törichten Boykott und zum Abschluss einen dicken Katalog mit Ideen. Vor allem aber haben dieser Gipfel und die Schlagzeilen im Vorfeld aufgezeigt, wie viel bei der Integration im Argen liegt, wie groß die Herausforderung ist und mit welchen Widerständen zu rechnen ist, wenn die vielen wohlklingenden Absichtserklärungen und Selbstverpflichtungen in die Praxis umgesetzt werden.

Immerhin, die Zeiten der Realitätsverweigerung sind vorbei. Die Erkenntnis, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und sich in eine multiethnische Gesellschaft transformiert, wird nur noch von hartgesottenen Ideologen geleugnet. Auch wenn die Union immer noch schamhaft von einem Integrationsland spricht.

Anzeige

Aber die Konsequenzen daraus müssen jetzt gezogen werden, von den Bürgern mit Migrationshintergrund und von jenen ohne. In ein paar Jahren werden sie gemeinsam feststellen, dass sie dieses Land nicht wieder erkennen. Auch wenn noch niemand weiß, wie es dann aussehen wird. Nicht einmal Angela Merkel. „Stück für Stück werden wir uns gegenseitig rantasten“, sagte die Kanzlerin zum Abschluss.

Viele werden umdenken müssen. Zum Beispiel die Repräsentanten jener türkischen Verbände, die dem zweiten Integrationsgipfel mit ihrem Boykott ihren Stempel aufgedrückt haben. Eindrucksvoll haben sie so demonstriert, wie wenig sie von der Funktionsweise der deutschen Konsensgesellschaft verstanden haben und wie wichtig deshalb die aktuelle Debatte ist. Sie haben ihre nationalen Partikularinteressen - ob sie berechtig sind oder nicht, sei einmal dahingestellt – viel zu wichtig genommen. Anstatt das hochrangig besetzte Forum zu nutzen, um ihre Kritik an der deutschen Zuwanderungspolitik und an dem neuen Ausländerrecht vorzutragen, haben sie versucht, die Bundeskanzlerin zu erpressen. Das konnte nur nach hinten losgehen.

Jetzt wollen DITIB & Co. das Bundesverfassungsgericht anrufen, um das neue Zuwanderungsgesetz mit seinen in ihren Augen diskriminierenden Bestimmungen zum Familiennachzug zu stoppen. Das ist ihr gutes Recht. Wenn sich die türkischen Verbände in Karlsruhe gute Chancen ausrechnen, umso besser für sie.

Die drei von der türkischen Regierung gesteuerten Verbandsvertreter werden sich allerdings die Frage gefallen lassen müssen, ob sie noch legitimiert sind, für die etwa 2,5 Millionen türkischstämmigen Einwanderer in Deutschland zu sprechen. Vielleicht sind es im Gegenteil jene zwölf Deutschtürken, die im Kanzleramt dabei waren. Möglicherweise repräsentieren sie ihre in Deutschland lebenden Landsleute längst wesentlich glaubhafter, und vielleicht fängt der jetzt begonnene Integrationsprozess für sie auch damit an, dass sie sich von jenen bornierten Patriarchen emanzipieren, denen Verbandsinteressen wichtiger sind als die Lebenssituation ihrer Landsleute.

Leser-Kommentare
    • Rafael
    • 12.07.2007 um 18:55 Uhr

    "Meint sie Integration ernst, wird sie nicht länger zwischen guten und schlechten Immigranten unterscheiden dürfen, nicht zwischen solchen, die der Wirtschaft helfen und solchen, die die Sozialkassen belasten, zwischen erwünschten und lästigen. Statt Zuwanderung weiter begrenzen zu wollen, wird die Bundesregierung damit beginnen müssen, Einwanderung zu steuern."

    Das ist ein Widerspruch in sich. Wenn die Bundesregierung die Einwanderung steuert, dann wird sie nicht darum herumkommen, zwischen erwünschten und unerwünschten Immigranten zu unterscheiden. Wie sonst sollte die Einwanderung denn gesteuert werden?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ja, der Autor des Artikels wollte ein bisserl PC reinbringen. Natürlich haben Sie Recht, man wird Deutschland nicht für die Einwanderung in die Sozialsysteme eröffnen. Sehr wohl werden die "erwünschte" - spricht geeignete- Einwanderer gesucht. Egal welcher Nationalität. Ein türkischer Milliardär, der eine Fabrik in Magdeburg baut wird immer herzlich willkommen, keine Frage. Ein Ingenieur aus Istanbul ist auch hier erwünscht. Auf importierte Putzfrauen kann Deutschland getrost verzichten. Es gibt schon genug Putzfrauen.

    Ja, der Autor des Artikels wollte ein bisserl PC reinbringen. Natürlich haben Sie Recht, man wird Deutschland nicht für die Einwanderung in die Sozialsysteme eröffnen. Sehr wohl werden die "erwünschte" - spricht geeignete- Einwanderer gesucht. Egal welcher Nationalität. Ein türkischer Milliardär, der eine Fabrik in Magdeburg baut wird immer herzlich willkommen, keine Frage. Ein Ingenieur aus Istanbul ist auch hier erwünscht. Auf importierte Putzfrauen kann Deutschland getrost verzichten. Es gibt schon genug Putzfrauen.

  1. Ja, der Autor des Artikels wollte ein bisserl PC reinbringen. Natürlich haben Sie Recht, man wird Deutschland nicht für die Einwanderung in die Sozialsysteme eröffnen. Sehr wohl werden die "erwünschte" - spricht geeignete- Einwanderer gesucht. Egal welcher Nationalität. Ein türkischer Milliardär, der eine Fabrik in Magdeburg baut wird immer herzlich willkommen, keine Frage. Ein Ingenieur aus Istanbul ist auch hier erwünscht. Auf importierte Putzfrauen kann Deutschland getrost verzichten. Es gibt schon genug Putzfrauen.

    Antwort auf "Widerspruch"
    • Anonym
    • 12.07.2007 um 19:56 Uhr

    lachen darüber.
    Es gibt nichts Leichteres, als 200 - 300 deutsche Wörter in einer Woche zu lernen...
    Die letzten 50 kann man sogar in dem 3 Stunden Flug von Moskau nach Berlin zum Schluss lernen, um die deutschen Beamten honorig und respektvoll zu begrüssen.
    Was für eine grossartige Kultur(!)
    Kein Problem vo der kyrilischen in die lateinische Schrift zu übergehen...
    Wie ist dies möglich?

  2. Interessant sind die im Zusammenhang mit angeblicher Diskriminierung gemachten Äußerungen des Dialogbeauftragten der DILIB, Herrn Bekir Albega,
    "
    Integration ist nicht Assimilation"

    Das verstehe ich so: Weder Integration
    ( Herstellung oder Aufgehen in einem Ganzen )

    noch Assimilation
    (Anpassung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen aneinander, i.d.Regel bedeutet dies überwiegend die Anpassung der Minderheit an die Mehrheit )
    ist das Ziel dieser Organisation, im Gegenteil:

    Hartnäckig wird dies seit Jahrzehnten verweigert,
    und genauso hartnäckig wird versucht, hier einen Staat im Staate aufzubauen.
    Wenn wir nicht langsam aufwachen und anfangen gegenzusteuern, haben wir in 20 Jahren Verhältnisse wie im Kosovo, dann aber unumkehrbar.

  3. Ich als Inländer stehe vor der gewaltigen Aufgabe, Integrationsunwillige zu ertragen. Allein das kostet Kraft ohne Ende.

    Ich als Ausländer habe überhaupt kein Verständnis für Anspruchsdenken in fremdem Land. Da ist es für mich nur förderlich, mich gehörig anzupassen und mit dem dortigen Volk zu fühlen. Nur so darf ich auf Achtung und Respekt hoffen (!!).

  4. Realitätsverweigerung und verblendung auf allen Seiten ist nach wie vor das problem bei dem Thema.
    Schönfärberei und herauspicken der positiven Beispiele für Integration unter "abtun" der vielen probleme ist was die "linken" gerne machen. Sich auf die probleme zu fixieren und die bereicherungen die Integrationswillige, Intelligente und gutherzige Ausländer schon gebracht haben zu ignorieren ist was "rechte" gerne tun. Eine "Neue Mitte" hätte man sich wirklich gewünscht. Sobald auch nur EINER anfängt mit alten "Feinbildern" und alten "Kampfbegriffen" ist es schon wieder zu spät, weil sich die anderen dann auch nicht mehr zurückhalten und in die alten Muster zurückfallen. Es braucht einfach einen Generationenwechsel

  5. Bei der Geschichte wo die Deutschen schon einmal Millionen einer Bevölkerungsgruppe umgebracht haben der sie sich kulturell überlegen gefühlt hat muss man nach der Wiedervereinigung aufpassen als Angehöriger einer Gruppe die Im Fokus von Hetzpropaganda und Stigmatisierung steht, wenn einerseits einseitige Gesetze verabschiedet werden, eine Fremdeneindliche Mehrheitsbevölkerung und Medienberichterstattung Maßnahmen fordern, und einer politischen Führung die in der Nähe notorischer blutiger Kulturkrieger und Mutmasslicher Kriegsverbrecher, Folterern, Entführern und Apartheidsregimen sich befindet, und sich auch zunehmend in Gewaltaktionen weltweit hineinziehen lässt, zulasten islamischer Gesellschaften..

    Wie soll man da auf Forderungen von Frau Merkel vertrauen, sollen die Deutschen doch erstmal für politische und gesellschaftliche Verhältnisse sorgen wo man ihnen und ihrer Führung trauen kann. Das ist bestimmt kein gutes Zeichen wenn bei einer Bevölkerungsgruppe gesetzliche Beschränkungen erlassen werden, und gleichzeitig Militär auch im Inneren eingesetzt werden soll und deutsches Militär in islamischen Ländern Marodiert, oder Deutschland ein Ruhesraum für Irak Marodeure ist. Man bekommt den Eindruck dass mit den derzeitigen Maßnahmen die Heimatfront kriegstauglich gemacht werden soll.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ich verzichte, auf solch ein unqualifiziertes Gerede zu antworten. Das ist vergebliche Mühe.
    Teufelsabbiss, artfranke-berlin.de

    Sie irren sich Herr Fernando. Die Deutschen fühlten sich den Juden nicht überlegen. Ganz gegenteil. Die Deutschen hatten Minderwertigkeitsgefühle dem Juden gegenüber. Genau wie Sie Herr Fritzfernando. Die Deutschen haben die 6 Mio. Juden umgebracht, weil sie nicht ertragen konnten, dass Juden intelligenter und begabter sind als die Deutschen. Sie haben zwar eine künstliche Ideologie geschaffen über Minderwertigkeit der Juden um ihre Ermordung rechtfertigen zu könen, aber für Minderwertig den Juden gegenüber haben die Deutschen sich selber gehalten. Sie Fritzfernando haben auch Minderwertigkeitgefühlen den Juden gegenüber, aber das wollen Sie nicht zugeben und Sie beschimpfen lieber die Juden als Zionisten und Lakaien von US Imperialismus.
    Damit versuchen Sie ihre Minderwertigkeitgefühle zu kompensieren
    Sie wissen doch, dass ein Volk von 14 Mio. Juden hat 170 Nobelpreisträger hervorgebracht und Ihr geliebtes Islamisches Volk von über 1 Milliarde Muslime kann gerade 10 Nobelpreisträge zu ihresgeleichen zählen, darunter den von Ihnen verhassten Jassir Arafat der den Preis unwürdig erschlichen hatte.
    Daher erzählten Sie weiter Ihre Dummheiten zur allgemeinen Belustigung des Kommentarsystems auf ZEIT Online. Es wird immer dummer, aber dadurch auch lustiger.

    Weitermachen Fernando,weiter machen.Nicht aufgeben.

    Sie schreiben

    "Bei der Geschichte wo die Deutschen schon einmal Millionen einer Bevölkerungsgruppe umgebracht haben ..."

    Mein Kommentar:

    Die Deutschen verleugnen mit großer Mehrheit ihre Untaten nicht. Es soll aber Staaten bzw. Völker geben, die ähnliche Verbrechen begangen haben und es gibt welche, die dies gerade tun (siehe z.B. Sudan). Wenn das Thema dort angesprochen wird, kommt man in solchen Ländern in den Knast oder wird gar ermordert. Das ist doch ein wesentlicher kultureller Unterschied, der selbst ihnen einleuchten könnte.

    ich verzichte, auf solch ein unqualifiziertes Gerede zu antworten. Das ist vergebliche Mühe.
    Teufelsabbiss, artfranke-berlin.de

    Sie irren sich Herr Fernando. Die Deutschen fühlten sich den Juden nicht überlegen. Ganz gegenteil. Die Deutschen hatten Minderwertigkeitsgefühle dem Juden gegenüber. Genau wie Sie Herr Fritzfernando. Die Deutschen haben die 6 Mio. Juden umgebracht, weil sie nicht ertragen konnten, dass Juden intelligenter und begabter sind als die Deutschen. Sie haben zwar eine künstliche Ideologie geschaffen über Minderwertigkeit der Juden um ihre Ermordung rechtfertigen zu könen, aber für Minderwertig den Juden gegenüber haben die Deutschen sich selber gehalten. Sie Fritzfernando haben auch Minderwertigkeitgefühlen den Juden gegenüber, aber das wollen Sie nicht zugeben und Sie beschimpfen lieber die Juden als Zionisten und Lakaien von US Imperialismus.
    Damit versuchen Sie ihre Minderwertigkeitgefühle zu kompensieren
    Sie wissen doch, dass ein Volk von 14 Mio. Juden hat 170 Nobelpreisträger hervorgebracht und Ihr geliebtes Islamisches Volk von über 1 Milliarde Muslime kann gerade 10 Nobelpreisträge zu ihresgeleichen zählen, darunter den von Ihnen verhassten Jassir Arafat der den Preis unwürdig erschlichen hatte.
    Daher erzählten Sie weiter Ihre Dummheiten zur allgemeinen Belustigung des Kommentarsystems auf ZEIT Online. Es wird immer dummer, aber dadurch auch lustiger.

    Weitermachen Fernando,weiter machen.Nicht aufgeben.

    Sie schreiben

    "Bei der Geschichte wo die Deutschen schon einmal Millionen einer Bevölkerungsgruppe umgebracht haben ..."

    Mein Kommentar:

    Die Deutschen verleugnen mit großer Mehrheit ihre Untaten nicht. Es soll aber Staaten bzw. Völker geben, die ähnliche Verbrechen begangen haben und es gibt welche, die dies gerade tun (siehe z.B. Sudan). Wenn das Thema dort angesprochen wird, kommt man in solchen Ländern in den Knast oder wird gar ermordert. Das ist doch ein wesentlicher kultureller Unterschied, der selbst ihnen einleuchten könnte.

  6. ich verzichte, auf solch ein unqualifiziertes Gerede zu antworten. Das ist vergebliche Mühe.
    Teufelsabbiss, artfranke-berlin.de

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service