Auf Anordnung des Industrieministers Akira Amari bleibt das Atomkraftwerk im Nordwesten Japans weiter abgeschaltet. Das teilte der Betreiber Tepco am Dienstag mit. Erst wenn die Sicherheit des Werks Kashiwazaki-Kariwa bestätigt werde, dürfe dieses wieder angefahren werden. Tepco meldete am Vortag nach dem Erdbeben einen Brand in der Anlage sowie den Austritt von Radioaktivität. Etwa 1,2 Kubikmeter radioaktiv-verseuchtes Wasser sei in den Ozean gespült worden. Umweltschäden drohen laut Tepco aber wohl nicht.

Trotz der Abschaltung der Anlage, die über sieben Nuklear-Reaktoren verfügt, sei zumindest in dieser Woche mit keinen Engpässen bei der Stromversorgung zu rechnen. "Für die kommende Woche müssen wir die Lage noch prüfen." Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete am Dienstag, etwa 100 Fässer mit schwachradiokativem Abfall seien bei dem Erdstoß umgefallen, bei einigen sei der Deckel abgegangen. Mögliche Auswirkungen auf die Umwelt würden untersucht. Tepco-Sprecher konnten zunächst für eine Stellungnahme nicht erreicht werden. Die Aktien des Unternehmens lagen etwas mehr als ein Prozent im Minus.

Mindestens neun Menschen kamen bei dem Beben der Stärke 6,8 in der japanischen Provinz Niigata ums Leben, zahlreiche Häuser wurden zerstört. Rund 900 Menschen wurden verletzt. Mehr als zehntausend Menschen verbrachten die Nacht in Notunterkünften. 450 Soldaten und sieben Marineschiffe wurden in die Region entsandt, um bei der Versorgung der Obdachlosen zu helfen. Die Region wurde von dutzenden Nachbeben erschüttert.

Auf dem Meer vor der Japan benachbarten Insel Taiwan gab es nach Angaben des dortigen Wetterbüros am Morgen ein Seebeben der Stärke 5,2 auf der Richterskala. Über Schäden war zunächst nichts bekannt. Die Behörden rechneten nicht mit einem Tsunami.