Bayern München Kahn zieht es nach Asien

Torwart Oliver Kahn wird seine Karriere nach der kommenden Saison beenden. Seine Zukunft sieht er als "Entwicklungshelfer" in Asien. Derzeit schreibt er an einem Buch.

Mit 40 Jahren wie einst Dino Zoff will Oliver Kahn nicht mehr im Tor den Bällen hinterherfliegen. "Ich spüre große Lust, in dieser letzten Saison noch einmal alles aus mir herauszuholen und trotzdem danach zu sagen: Schön, jetzt kommt mal etwas Neues", sagte der 38 Jahre alte Torwart des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München vor seiner 21. und letzten Bundesliga-Saison.

Zwischen den harten Einheiten im Trainingslager von Donaueschingen fand Kahn Zeit, einige Seiten seines neuen Buchs zu schreiben: Im "Kahn-Prinzip" will er Erfolgsmechanismen eines Torwarts auf Wettkämpfer in allen Bereichen übertragen. Außerdem möchte Kahn seine Laufbahn Revue passieren lassen, um offen für neue Aufgaben zu sein - wie dem Abenteuer Fernost. "Bei Besuchen in China, Japan oder Korea habe ich festgestellt, dass es Interesse und unheimlichen Nachholbedarf gibt, was das Torwartspiel anbelangt", schilderte Kahn, der in Asien "ein bisschen Entwicklungshilfe" leisten will. "Ich werde sehr viel Zeit dort unten verbringen."

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Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte im Vorjahr Züge eines Griesgrams bei Kahn festgestellt, nun soll sich mit mehr Erfolg die Laune wieder heben. "Es macht immer nur dann Spaß beim FC Bayern, wenn du auf Platz eins stehst. Ich gehe davon aus, dass wir viel Spaß haben und ich gute Laune haben werde", sagte der Keeper, der "auf allen Hochzeiten tanzen und alle Titel gewinnen will". Zwar ist Kahn vom Erfolg überzeugt, doch zu einem Selbstläufer werde die Saison nicht. "Ich habe 1996 das sogenannte Dream-Team unter Otto Rehhagel erlebt. Damals waren wir eine Mannschaft mit unglaublich qualitativ hochwertigen Spielern, aber es gab viele Probleme", warnte Kahn.

An seinen Nachfolger, den jungen Michael Rensing, möchte Kahn in seiner letzten Bundesligasaison keine Einsätze abtreten: "Wenn ich meine Leistung bringe und topfit bleibe, dann werde ich die Saison komplett durchspielen", sagte der 531-malige Bundesliga-Spieler, der auf Rang drei der ewigen Rangliste Klaus Fichtel (Schalke 04) mit 552 Einsätzen verdrängen könnte. Rekord-Mann Karl-Heinz Körbel (602) und Manfred Kaltz (581) bleiben indes für ihn unerreichbar.

 
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