Irak-Bericht Wenig Fortschritte im Irak
Der vom Kongress verlangte Lagebericht zur Situation im Irak zeichnet ein gemischtes Bild. Erfolge seien vor allem auf der militärischen Ebene zu verbuchen
Die größten Probleme gäbe es im Irak auf politischer Ebene. Zu diesem Ergebnis kommt ein im Auftrag des US-Kongresses erstellter Irak-Bericht, aus dem die Washington Post vorab zitierte. Der mit Spannung erwartete Bericht soll am Donnerstag veröffentlicht werden. Der Kongress hatte in 18 Bereichen vom Weißen Haus einen Wasserstandsbericht verlangt.
Bei etwa der Hälfte der Punkte habe es "befriedigende" Fortschritte gegeben, hieß es, vor allem im militärischen Bereich. Doch vor allem bei der Versöhnung der verschiedenen Gruppen im Irak gebe es nur ungenügende Fortschritte.
Der Bericht kommt einen Tag nach einer düsteren Analyse von Geheimdienstexperten. Sie hatten geschlossen, dass die irakischen Streitkräfte auf Jahre hinaus nicht in der Lage seien, die Sicherheit im Lande zu garantieren. Wie die
New York Times
berichtet, schätzen die Experten die Lage im Irak als äußerst problematisch ein. Es habe fast keine Fortschritte gegeben, seit Präsident Bush im vergangenen Jahr zusätzliche Truppen in das Kriegsgebiet geschickt hätte. Die immer weiter wachsende Kluft zwischen den Volks- und Religionsgruppen sei die größte Hürde für eine friedliche Entwicklung.
- Datum 04.09.2007 - 13:03 Uhr
- Quelle ZEIT online, dpa
- Kommentare 7
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Islam und Demokratie vertragen sich offensichtlich schlecht.
Die Idee man könne eine islamische Diktatur in eine westliche Demokratie verwandeln, war wohl naiv. Einen Versuch war es trotzdem wert.
Der gescheiterte Versuch hat weitreichendere Konsequenzen, als man im ersten Moment sieht. Beim nächsten großen Terroranschlag werden die USA sehr wahrscheinlich nicht mehr auf "Regime Change" setzen. Soweit ich das sehe, sind Kapitulation und "Abschreckung durch Vergeltung" die einzigen Alternativen zu "Regime Change". J.S.
Herr/Frau J.S., in Ihrem Kommentar geht einiges arg durcheinander. Sie bringen Dinge zusammen, die einfach nicht zusammen gehören. Ich möchte Ihnen aber zu der Einsicht gratulieren, es sei naiv (mit Waffengewalt) eine "Diktatur in eine westliche Demokratie verwandeln" zu wollen. Ich schreibe bewusst nicht "islamische Diktatur", denn Saddam Husseins Diktatur war eben nicht "islamisch" (was immer das auch heissen mag) geprägt, sondern säkulär. Es war eine stinknormale Gewaltherrschaft eines machtversessenen Tyrannen, für den extreme Mullahs eine Gefahr bedeuteten und aus diesem Grund bekämpft wurden. Deshalb ist es auch abwegig, die "großen Terroranschläge" (al Quaeda?) mit Saddams Regime in Verbindung bringen zu wollen, als ob es jemals einen nennenswerten Zusammenhang gegeben hätte.
Das ist auch der Grund, weshalb ich mit Ihrer Einschätzung, dieser Irrweg hätte "weitreichende Konsequenzen" grundsätzlich einverstanden bin. Allerdings aus dem Grund, dass der Terrorbekämpfung mit dem Irakkrieg ein wahrer Bärendienst erwiesen wurde. Man hat sozusagen seinen "Verbündeten" kaltgemacht und sich auf ein falsches Ziel eingeschossen (mal abgesehen davon, dass die USA nun ein innenpolitischs Problem haben und die Ressourcen bis auf Weiteres gebunden sind).
Aber weshalb reden wir eigentlich über "Regime change" im Zusammenhang mit dem Irakkrieg, wo es doch die (nicht vorhandenen) Massenvernichtungswaffen waren, die dieses Disaster erst möglich gemacht haben?!
entschieden die amerikanischen Waehler, dass die US den Iraq aufgeben wird. Und vielleicht auch die Interesse an dem Nahen Osten und was auf der anderen Seite des Atlantik liegt.
Es ist nur die Frage: "Wann und Wie" ueber die sich Bush und der Senat zanken.
Bush denkt, die Niederlage (wie Vietnam) wird grosse Folgen in den US "zu Hause" haben. Weder die amerikanischen Buerger, noch der Senat oder Pelosi's "house of representatives" glauben das, oder denken das diese Moeglichkeit das Leben der Soldaten wert ist. Letzten Endes, "Vietnam war nicht das Ende der Welt" und Reagan bewies, dass man mit einem Gegner direkt fertig werden kann, wenn man sich nur so entschliesst.
Die Geschichte wird wohl Bush recht geben. Haette Chamberlain weiter regiert (an Stelle von Churchill) waeren vielleicht (!!) weniger (????) Menschen im 20. Jahrhundert getoetet worden [????] sondern nur alle [!] Polen.
Aber wir (ausser den toten Polen) wuerden jetzt alle unter AH und der japanischen Planwirtschaft leben mit oder ohne Muslime.
Wem waere das lieber? Uns nicht!
Natürlich war Saddam Hussein ein islamischer Diktator. Informieren Sie sich bitte darüber wer "Allah ist Groß" auf die Fahne des Irak schreiben lies und wer im Irak eine Moschee nach der anderen bauen lies.
Ihre Idee einen islamischen Massenmörder wie Saddam als Verbündeten zu akzeptieren ist reichlich starker Tobak.
Und ganz offensichtlich war es der 11.9.2001 der den Regime Change im Irak auslöste.
Das die Kurden z.B. in Halabja mit "(nicht vorhandenen) Massenvernichtungswaffen" umgebracht worden sind, glaube ich Ihnen auch nicht. J.S.
Man hat zwar keine WMDs mehr im Irak gefunden, dafür aber jede Menge Terroristen.
Die Story das der Irak zum neuen Afghanistan geworden wäre, ist auch nicht glaubwürdig. Die Trainigslager der Al-Qaida befinden sich heute im atomar bewaffneten islamischen Pakistan. J.S.
Herr/Frau J.S., Saddam war ohne Zweifel Moslem, das ist richtig. Doch würden Sie behaupten Willi Brandt wäre in erster Linie ein "christlicher" (bitte verstehen Sie dies in gleicher Weise, wie Sie "islamisch" verstehen) Politiker gewesen, weil in den 60 und 70er Jahren in Deutschland viele Kirchen gebaut wurden?
Wenn Sie mehr über die Beziehungen zwischen extremen Mullahs und säkulären Diktaturen in Ländern mit überwiegend moslemischer Bevölkerung wissen möchten, so schauen Sie in diesen Tagen nach Pakistan. Dort liefert sich die Armee mit den Demagogen einen Kampf bis aufs Messer. Stellen Sie sich vor was im Falle eines "Regime change" in Pakistan passieren würde! Folgerichtig haben die USA sich positiv zu den Vorkommnissen geäussert, obwohl der Diktator über Massenvernichtungswaffen verfügt und mit Sicherheit nicht zu den zartbesaitetsten Persönlichkeiten gehört.
Wenn Sie also beim Gedanken an ein Zweckbündnis mit Saddam Entrüstung zeigen, so will ich Ihnen sagen, dass hier im Kampf gegen extreme Ideologien ja gerade der Fehler lag.
Und er liegt immer noch dort, denn bisher ziehen sich die Republikaner (und wenn ich richtig verstehe wohl auch Herr/Frau Juno77g) in die Schmollecke zurück und werfen mit fadenscheinigen Begründungen um sich (Massenvernichtungswaffen, Regime change, Terroristenstützpunkt und neuerdings auch schlechte neue Regierung im Irak etc.). Al Quaeda lacht sich während dessen eins ins Fäustchen.
Ihre Kommentare Zeugen nicht gerade von tiefer Einsicht in die Geschehnisse.
Natürlich gab es Massenvernichtungswaffen im Irak. Der Westen inklusive Deutschland (allerdings auf US Wunsch) hat die Waffen ja in den Irak geliefert, um den Irak im Krieg gegen den Iran zu unterstützen.
Später hat Saddam die Waffen auch gegen Kurden eingesetzt, um sich seine Macht gegen innenpolitische Feinde zu sichern.
Es gab nach 1991 aber auch eine UNO Mission, die die Waffen einsammeln und vernichten sollte. Anfangs hat sich Saddam mit allerlei Tricks dagegen gewehrt.
Trotzdem wurden die Waffen vernichtet. Saddam wollte das aber nicht deutlich machen, weil er die Illusion diese Waffen zu haben brauchte, um politische Feinde nicht zu aufrührerisch werden zu lassen.
Die UN Gruppe bescheinigt Saddam aber auch, kurz vor dem Ausbruch des Irakkrieges 2003 voll kooperiert zu haben. Vor dem Krieg hiess es ja auch, es ginge zunächst darum eine Drohkulisse aufzubauen. Diese hat, laut UNO, gewirkt. Die offizielle Begründung aus der Drohkulisse einen echten Krieg zu machen ist damit entfallen und war laut einem späteren Wolfowitz-Interview intern auch nie die Hauptmotivation.
Saddam ist eindeutig kein islamischer Diktator. Vermutlich ist er nicht nur nicht islamisch geprägt, sondern überhaupt kein Muslim. Die Fahne und viele andere Dinge hat Saddam vor allem gemacht, um sich in der Öffentlichkeit positiv dazustellen. Das wird darin deutlich, dass Saddam nach dem Schiitenaufstand im Gefolge des Golfkrieges von 1991 insbesondere auch an religiösen Symbolen Rache nahm.
Islamistische Terroristen hat Saddam auch eher aus polulistischen Gründen unterstützt. Aber mit Sicherheit keine, die den Westen angegriffen hätten (ausser Israel, wenn man das zum Westen zählen will).
Er mag nicht der glaubwürdigste aller Journalisten sein, aber wenn auch nur ein Teil der Behauptungen stimmt, die Peter Scholl-Latour in seinen Büchern vernbreitet, kann man sogar Folgern, dass der Westen sich Saddam zwischenzeitlich als Lakaien aufgebaut hat. Nach der Wende brauchte man ihn nicht mehr und hat ihn mit politischen Tricks zum Angriff auf Kuweit bewegt. Weil Bush senior nicht wusste, wie er die Probleme lösen sollte, die Bush jr. heute hat, hat er damals keinen Regimewechsel angestrebt, sondern einen militärisch bedeutungslosen Irak hinterlassen. Die UNO Mission sollte sicherstellen, dass der Irak auch schwach bleibt.
1998 hat Frankreich im UN-Sicherheitsrat beantragt, die Sanktionen gegen den Irak, die vielen Menschen das Leben und Profite französischer Ölfirmen (es gab wohl Vorverträge von fr. Ölfirmen mit Saddam, die das Gros der Ölförderung im Irak an sie hätte gehen lassen) kosten, weitgehend abzuschaffen. Das wurde damals von den USA und GB blockiert.
Bush jr. hat schliesslich einen günstigen Moment gehabt, um einen Krieg gegen den Irak anzufangen.
Da die Sanktionen immer unhaltbarer wurden, hätte sonst wohl Frankreich seinen Willen durchsetzen können.
Massenmörder als Verbündete zu akzeptiern hat übrigens auch in der Nachkriegsgeschichte eine lange Tradition. Einer der schlimmsten Pol Pot. Über ihn hat Ronald Reagan gesagt:
"Er mag ein Hurensohn sein, aber er ist unser Hurensohn".
Ähnliches gilt auch für Saddam und BinLaden vor 1990, die man gegen Iran/UDSSR in Afghanistan brauchte.
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