Religion Adam und Eva im Biologieuntericht
Die Schöpfungsgeschichte soll neben der Evolutionstheorie in der Schule gelehrt werden. Das unterstützt der Augsburger Bischof Mixa
Der Augsburger Bischof Walter Mixa ist immer gut für eine kleine Provokation der fortschrittlichen Gesellschaft. Kürzlich attackierte er Familienministerin Ursula von der Leyen, die Krippenplätze schaffen wollte, um arbeitenden Eltern das Kinderhaben zu erleichtern. Mütter würden zu „Gebärmaschinen“ degradiert, behauptete er.
Jetzt meldet er sich wieder zu Wort, weil er dafür plädiert, die christliche Schöpfungslehre in den Biologieunterricht einzubauen. Er tat das nicht im luftleeren Raum, sondern unterstützte mit seiner Äußerung die hessische Kultusministerin Karin Wolff (CDU). "Das Anliegen von Ministerin Wolff wird der Notwendigkeit gerecht, eine Dimension des Denkens und der Vernunft wieder zurückzugewinnen, die wir in den letzten Jahrzehnten verloren haben", sagte Mixa der Leipziger Volkszeitung. Weiter sagte er, es gebe keinen Absolutheitsanspruch der Evolutionstheorie. Sich allein auf eine Erklärung festzulegen, wie dies in der bisherigen Schulpraxis geschehe, habe "etwas Totalitäres und ist auch und gerade aus Sicht der Wissenschaft unvernünftig“. Und weiter: "Es gibt Einsichten und Wahrheiten über den Menschen, die man nicht mit dem Spaten ausgraben kann." So argumentieren die US-amerikanischen Neo-Kreationisten, wenn sie die Evolutionslehre zwar nicht abschaffen, aber diskreditieren wollen.
Der Neo-Kreationismus ist eine mildere Form des Kreationismus, der wiederum dem protestantischen Fundamentalismus entstammt, wie er vor allem in den USA verbreitet ist. Er bestreitet die von Charles Darwin entwickelte wissenschaftliche Evolutionstheorie, nach der sich das Leben auf der Erde ohne höheres Eingreifen in Jahrmilliarden zu seiner heutigen Form entwickelt hat.
Kreationisten berufen sich auf die Schöpfungsgeschichte der Bibel und vertreten den Standpunkt, dass Gott das Leben vor etwa 6000 Jahren in sechs Tagen erschaffen hat. Der eher altmodische Kreationismus wird heute fast nur noch im «Bibelgürtel» (Bible Belt) der USA, einem knappen Dutzend Bundesstaaten von Texas bis Virginia, verfochten. Aus ihm entstand in den 90er Jahren die Theorie vom «Intelligenten Design». Ihre Anhänger sind als «Neo-Kreationisten» oder «Neo-Kreos» bekannt und vereinzelt in Forscherkreisen zu finden.
Die «Neo-Kreos» streiten nicht ab, dass die Erde Milliarden Jahre alt sein kann und dass evolutionäre Prozesse stattgefunden haben könnten. Doch ihrer Überzeugung nach ist das Leben auf der Erde zu komplex, um ohne einen «intelligenten Designer» entstanden zu sein. Das Wort «Gott» nehmen die neuen Kreationisten selten oder nie in den Mund.
- Datum 13.07.2007 - 14:27 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT online, dpa
- Kommentare 112
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Es wäre ein Rückschritt, wenn Aberglaube - die biblische Schöpfungsgeschichte ist nichts anderes als Aberglaube!- Teil des Schulunterrichts werden würde. Um Gottes Willen! (?) Blos nicht!!!Viel wichtiger wäre, dass man in Biologieunterricht intensiver mit der inzwischen empirisch gesiecherte Evolutionslehre auseinandersetzen würde.
Religion ist und bleibt ein Hinderniss für den Fortschritt, gleichgültig welcher Prägung.
Der Herr Bischof Mixa sollte sich beschränken auf seine in meinen Augen unheilsamen Predigen!
Naturwissenschaft und Theologie sollten nicht so vermischt werden, schon gar nicht an Schulen. Woran einer glaubt, soll jeder selbst entscheiden (können). Diese Art der Thematisierung trägt nicht dazu bei. Sie ist zielgerichtet einseitig, wie im Allgemeinen der Religionsunterricht. Abendländische Theologie ist hier vorherrschend.
Objektive, sachliche Informationen, einen Überblick über die wichtigsten Glaubensrichtungen und deren Merkmale gibt es nicht.
Wenn es das gäbe, würden sicher weniger Atheisten produziert als durch solche polarisierten Beiträge.
Mixa sieht es vielleicht als Antwort, ich eher als Grund für die vielen Kirchenaustritte.
Weder der Kreationismus, noch die Schöpfungsgeschichte, noch die Evolution können die Entstehung der Arten erklären. Ganz einfach deshalb, weil es sie gar nicht gibt. Das, was ihr alle als Realität anseht, ist nur ein Traum Gottes. Ihr seid gar nicht real, das Universum auch nicht. Es hat sich nicht entwickelt und wurde auch nicht erschaffen. Es ist nur ein Traum. Biologie sollte gar nicht gelehrt werden, denn so etwas wie Bilologie gibt es nicht. Es ist nur eine Illusion. Ein Designer, der Kreationisten erschafft, kann nicht intelligent sein. Daher gibt es auch keine Kreationisten. Ein Gott, der Mixa schöpft, kann keinen Sinn für Form und Schönheit haben, daher gibt es auch keinen Mixa.
Nur die Zahnfee, die gibt es.
hat mit Sicherheit nichts in der Naturwissenschaft zu suchen. Gott können Sie letztendlich für alles verantwortlich machen oder für nichts. Was ist denn Gott? Naturwissenschaft basiert nicht auf Glauben. Als Menschen früher sich den Blitz nicht erklären konnten, wiesen sie ihn auch einem Gott zu, der oben im Himmel sitzt und Feuerspeere wirft. Sie könnten die Kinder auch lehren, dass hinter dem Weltall ein knallpinker Raum kommt, der mit Sofas ausgestattet ist. Weil Ihnen niemand das Gegenteil beweisen kann, ist es einfach die Wahrheit. Was hat eine solche "Wissenschaft" in der Schule zu suchen. Ich befürchte, dieses Thema werden wir nicht mehr los und in 50 Jahren wird dann an den Unis gleichberechtigt zur Atomphysik darüber diskutiert, wieviele Engel auf eine Nadelspitze passen, denn es gibt sie ja, die Engel, steht ja in der Bibel. Auweia.
Wenn man genauer hinschaut, dann widersprechen sich Schöpfungsgeschichte und Evolution vom Ablauf her nicht. Kein aufgeklärter Christ - auch der Papst nicht - glaubt wörtlich an die "7 Tage". Die Bibel ist insoweit ein Meisterwerk der Straffung und Komprimierung von bildlicher Sprache in der Beschreibung von Entwicklung.
Es ist eine Methapher, welche Entwicklungsperioden beschreibt. Auch nach den Erkenntnisen der Evolutionslehre betraten zuletzt die Säugetiere und der Mensch die Bildfläche.
Erst in der Frage nach dem Warum, Woher und Wohin setzt religiöse Vorstellung ein.
Nö, nach den Erkenntnisen der Evolutionslehre betraten zuletzt die Vögel die Bildfläche.
Nö, nach den Erkenntnisen der Evolutionslehre betraten zuletzt die Vögel die Bildfläche.
sicher sein, daß die Erde nicht doch eine Scheibe und keine Kugel ist und daß sich die Sonne doch um die Erde dreht? "Weiter sagte er, es gebe keinen Absolutheitsanspruch der Evolutionstheorie", heißt es in Ihrem Artikel. Nur was die Kirche sagt, ist eben doch "unfehlbar".
"Fortschritt" ist ein Kapitel in dem Buch "Naturstudium und Christentum" von F.Bettex, erschienen 1899 (also vor gut hundert Jahren) im Verlag Velhagen & Klasing, überschrieben. Darin heißt es u.a.:
"Seitdem vor sechstausend Jahren, - denn nicht ein Denkmal, nicht ein Menschenwerk kennen wir, das nachweisbar älter sei - Adam erstaunt und entzückt im gottgepflanzten Garten die Augen zum seligen Leben aufschlug, sind auf Erden bis zu Christus nur vierundsiebzig Menschengeschlechter einander gefolgt."
Soll solch ein Unsinn heute wieder gelehrt werden? Vieleicht sind die Lernenden dann auch "erstaunt und entzückt"!
Nö, nach den Erkenntnisen der Evolutionslehre betraten zuletzt die Vögel die Bildfläche.
@Rafael,
das ist mir jetzt wirklich neu. Sollte ich seinerzeit im Bio-Unterricht nicht aufgepaßt haben? Wo ist das komprimiert nachzulesen?
Die ersten Säugetiere entstanden vor ca. 250 Mio. Jahren, die ersten Vögel vor ca. 210 Mio. Jahren. Komprimiert nachzulesen in einem Biologie-Lehrbuch Ihrer Wahl - ausgenommen natürlich kreationistische.
Die ersten Säugetiere entstanden vor ca. 250 Mio. Jahren, die ersten Vögel vor ca. 210 Mio. Jahren. Komprimiert nachzulesen in einem Biologie-Lehrbuch Ihrer Wahl - ausgenommen natürlich kreationistische.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren