Software Kriegt Bill Gates den Schlüssel?Seite 2/2
Zwar ließ sich der Softwareriese durch eine Studie der Rechtsanwaltskanzlei Baker & McKenzie bestätigen, dass keine Lizenz benötigt werde, um Open Office XML einsetzen zu können. Das betrifft aber nicht die Patentansprüche Dritter. OOXML gäbe sich demnach nur den Anschein eines offenen Standards. Saftige Lizenzgebühren für den Software-Entwickler wären die Folge.
Auch im Detail der mehr als 6000 Seiten umfassenden OOXML-Dokumentation steckt so manche Fußangel, welche die freie Konkurrenz ins Stolpern bringen könnte. Insbesondere bestimmte Grafikformate, die Beschreibungssprache für mathematische Formeln "Math" und kryptografische Verfahren kollidieren mit bereits anerkannten Verfahren.
Die zentrale Frage, die jetzt in Blogs, Foren und eben auch in der Politik diskutiert wird, lautet: Reicht ein einziger Standard wie ODF, der mittlerweile den Segen der Internationalen Organisation für Normung (ISO) hat und der auf allen Plattformen läuft? Oder führt Konkurrenz zu besseren Ergebnissen? Und wenn die Konkurrenz Microsoft heißt, ist dann der Wettbewerb noch fair? Heftig gestritten wird um die Frage, ob der Riese aus Redmond wieder einmal durch unschöne Tricks versucht, seine ohnehin schon erdrückende Marktmacht weiter zu zementieren.
Diese Frage ist keinesfalls trivial und betrifft auch nicht nur ein paar renitente Programmierer. Denn beim Kampf um Dateiformate und Systeme geht es um mehr als einfache Textdateien und Präsentationen. Es geht um den gesicherten Zugriff von Firmen, Regierungen und Privatleuten auf all ihre gespeicherten, aktuellen und zukünftigen Daten. Es geht um die Zukunft privater, staatlicher und betrieblicher Archive und darum, ob der Schlüssel zu all diesen Daten besser bei Bill Gates liegt oder in der globalen Community der Open-Source-Szene.
- Datum 17.07.2007 - 08:06 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Diese Thema ist für die Zukunft wichtig.
Der Trend geht weg von den Desktop Apps hin zum Internet. Wenn man sich auf die OOXML "Standarts" einigt dann kann Microsoft den Trend steuern oder sogar verhindern weil es unrealistisch ist ohne Patentportfolio diesen Standart implementieren zu können. In den 6000 Seiten Definition wird es ausserdem so viele Ungenauigkeiten geben das der Test der alternativen Implementierung unmöglich wird. Dadurch kann der User nur frustriert werden und nach einer MS Implementation verlangen. So hat das mit den MS Formaten ja auch schon super funktioniert.
Wenn man sich den Weg in die Zukunft die eher bei Google und Co. als bei MS liegt nicht verbauen will sollte man ODF wählen. Wenn man sich anschaut was in den USA bei diesem Thema passiert ist besteht keine Hoffnung.
Der von Microsoft gewaehlte Name eignet sich vorzueglich fuer Verwirrspiele. Heisst das tatsaechlich offene Format von OpenOffice.org nun ODF oder vielleicht doch eher OOXML? Der Zeit-Autor ist schon mal reingefallen, wenn er eine Studie bestaetigen laesst, "dass keine Lizenz benötigt werde, um Open Office XML einsetzen zu können". OOXML steht nicht fuer "Open Office XML", sondern fuer "Office Open XML"; es ist schliesslich das Microsoft Format, nicht jenes von OpenOffice.org.
Schwer zu glauben, dass diese zu Verwechslungen einladende Namenswahl etwas anderes war als das bewusste Kalkuel eines mit allen Wassern gewaschenen Monopolisten.
guter Artikel, danke an die ZEIT
Im Artikel kommt die Frage auf "Oder führt Konkurrenz zu besseren Ergebnissen?", doch die Frage sollte vielmehr lauten: "Führt eine große gemeinschaftliche Entwicklung oder die Entwicklung im stillen Kämmerlein zu besseren Ergebnissen?". Es gibt viele OpenSource Programme, die zum Teil sogar besser sind, als ihre kommerziellen Konkurrenzprodukte, was unter anderem daran liegt, dass viele kompetente Programmierer sich an der Entwicklung beteiligen können.
Die Frage um die Standards ist in der Tat sehr wichtig, wie der Artikel auch gut beschreibt. Ein weiteres gutes Beispiel ist der "Konflikt" zwischen mp3 und ogg. Auf das mp3-Format wurden durch das Fraunhofer-Institut Lizenzgebühren erhoben, ogg hingegen ist ein freies Format. ogg hat sich zwar in diversen Bereichen als Standard etabliert, der Privatanwender greift aber dennoch auf mp3 zurück, was unter anderem daran liegt, dass MS bisher keine Unterstützung für ogg in Windows eingebaut hat.
Ein weiteres Beispiel ist das Bildformat png, welches als Ersatz für das gif-Format, wofür ebenfalls Lizenzgebühren anfallen, erdacht wurde. Darüber hinaus stellt es aber auch das weit verbreitete jpeg-Format in den Schatten, weil die Komprimierung nicht verlustbehaftet ist, im Gegensatz zum jpeg-Format.
Dennoch haben sich bei den Privatanwendern weder ogg noch png in dem Maße durchgesetzt, wie es wünschenswert wäre. Man kann also nur darauf hoffen, dass sich der Dokumentenstandard in Zukunft noch stärker Richtung "freie Formate" entwickelt.
Der Bundestag will offene Formate und offene Software fördern. Das ist eigentlich eine gute Entscheidung. Hätte, ja hätte der Bundestag nicht gleichzeitig entschieden, statt offener Groupware Exchange und Outlook einzusetzen. Die Microsoft gehören und eben am Besten mit MS-Programmen zusammenarbeiten.
Eigentlich ist der Beschluss scheinheilig. Wir wollen gratis und offen, keine Abhängigkeit von Monopolisten - und schaffen diese durch Fakten.
Das passt irgendwie nicht.
...was für ein BLÖDSINN...wenn doch sowieso irgendwann die doofen BANDROBOTER DIE SICHERUNGSBÄNDER ZERSTÖREN, gell?
Zur Erinnerung: 4 Jahre FOLTER, VERSCHLEPPUNG und MORD, begangen von Deutschen in deutschem Namen - weg, verschwunden, Pffffffttt...!
http://www.zeit.de/online...
Kräht JETZT schon kein Hahn mehr nach...warum sich da über irgendwelche "Formate" Gedanken machen?
Ich bin leidenschaftlicher Anhänger offener Standards. Allerdings funktioniert ODF noch nicht richtig. Wer Vorlagen aus OpenOffice mit KWord z. B. (Das Standardtextprogramm unter KDE, einer Benutzeroberfläche unter Linux) öffnet, wird schnell feststellen, dass - obgleich beide Programme ODF als Standardformat benutzen - die Dateien zwischen den Textverarbeitungsprogrammen keineswegs austauschbar sind. Da muss noch sehr nachhaltig dran gearbeitet werden. Die Entwickler von KWord haben mir im Übrigen versichert, dass die Fehler, die zur mangelnden Austauschbarkeit zwischen z. B. OpenOffice und KWord führen (Bei StarOffice ist es noch schlimmer), an der Programmierung von OpenOffice liegen.
Hmm, ist das Dateiformat eigentlich wirklich ein Problem? Gibt es irgendein aktuelles Textprogramm, was .doc-Dateien nicht aufmachen kann? Und .pdf funktioniert doch auch prima. Offensichtlich können, Lizenzgebühr hin oder her, moderne Anwendungen mit praktisch allen gebräuchlichen Dateiformaten umgehen, kein Thema.
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