CSU Angriff aufs Patriarchat

Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli will im Herbst für den CSU-Vorsitz kandidieren. Ihre männlichen Kontrahenten reagieren gelassen.

Wenn zwei sich streiten, freut sich womöglich die dritte: Die Fürther CSU-Rebellin Gabriele Pauli will im Herbst bei der Wahl zum Parteivorsitzen gegen Erwin Huber und Horst Seehofer antreten. Die 50-Jährige begründete ihre Kandidatur damit, dass die CSU neue Akzente brauche.

Der bayerische Wirtschaftsminister und Bewerber um den CSU-Vorsitz Huber reagierte gelassen auf die überraschende Kandidatur der Fürther Landrätin. Huber sagte: "Es steht jedem frei zu kandidieren." An seiner eigenen Kandidatur ändere die Ankündigung von Pauli jedenfalls nichts.

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Hubers Konkurrent um den Parteivorsitz, Horst Seehofer, reagierte ebenfalls gelassen. "Das ist ein normaler Vorgang", sagte der Bundeslandwirtschaftsminister. "Jeder kann kandidieren, mir macht das keine Angst."

Zuletzt hatte Pauli für Aufregung gesorgt, als sie sich für eine Illustrierte in Domina-Pose hat ablichten lassen. Huber hatte die Fotos damals scharf verurteilt: "Frau Pauli ist nicht mehr ernst zu nehmen", sagte er damals. Sie schade "dem Ansehen der Frauen in der Politik gewaltig".

Anfang März hatte Pauli noch angekündigt, bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr nicht mehr erneut als Landrätin zu kandidieren. Stattdessen suche sie eine neue Herausforderung in der Wirtschaft oder Politik. Bis heute hatte sie jedoch offen gelassen, welche Position sie anstrebt.

Pauli hatte im Dezember mit ihren Bespitzelungsvorwürfen gegen die Staatskanzlei sowie der Forderung nach einer Mitgliederbefragung zum CSU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2008 heftige innerparteiliche Querelen ausgelöst. Diese führten schließlich zur Rückzugsankündigung von Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber.

 
Leser-Kommentare
  1. Es fehlt der vielsagende Kommentar des künftigen bayrischen Ministerpräsidenten. Oder wird Herr Beckstein letzten Endes "nur" Sitzungspräsident in Veitshöchheim?
    Dort sind ist das fränkische Duo schon gemeinsam aufgetreten. Allerdings nur als Zuschauer.

  2. ...noch dazu in latexumhüllter: das wird sehr, sehr schwer für Frau Pauli. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf.
    Die Herren Seehofer, Huber und Beckstein in Gummistiefeln, Gasmaske und Handschellen auf Wahlplakaten wären ein interessanter erster Schritt in Richtung neuer politischer Kultur. Ob sie's wagen?

    media.unddu.de

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    Pauli in Latex und Peitsche mit Huber, Seehofer sowie Beckstein als Diener preussische Sozis und Grüne am Andreas-Kreuz bearbeitend.

    Pauli in Latex und Peitsche mit Huber, Seehofer sowie Beckstein als Diener preussische Sozis und Grüne am Andreas-Kreuz bearbeitend.

  3. SPIEGEL TOT FREIHEIT TOT !
    lol..
    Inzwischen amüsier ich mich einfach nur noch darüber das die CD - nein 'tschuldigung - die Schallplatte irgendwann in den 80ern mal hängengeblieben ist. :-)

    • Devin
    • 12.07.2007 um 23:25 Uhr

    Als gebürtiger Unterfranke und als solcher schon seit mehr als 40 Jahren im hessischen Exil, kann ich dieses Spektakel natürlich nicht mehr so richtig von innen verstehen, und doch wer Oskar Maria Graf gelesen hat, der weiß auch als Nichtbayer, dass vermutlich die Pauli mit ihrer Latex-Nummer das bayrische Patriarchat eher amüsiert als provoziert. Die Bayern mögen katholisch-konservativ bis bigott-reaktionär sein – und die meisten sind es auch, und was sich sicherlich nicht nur in den CSU-Wählerstimmen niederschlägt – aber sie sind absolut nicht prüde. Und den erotischen Spaß mit der Pauli wird man sich daher dort eine gute Zeit lang gönnen, sollte sie nicht mehr zu bieten haben als nur schöne Beine. Und da die Pauli aber doch ein echtes Rasseweib ist, glaube ich daher nicht, dass sie in ihrer politischen Karriere auf die Stimmen der Frauen hoffen kann, und das nicht nur wegen der Mängel in der Emanzipation dort, sondern einfach, weil die bayrischen Frauen, und besonders die mit einem CSU-Parteibuch, davon überzeugt sein werden, dass dieses Weib eine echte Konkurrenz für sie darstellt – im privaten wie im politischen. Also kann sie nur auf die Stimmen der Männer hoffen – und denen galt auch diese Latex-Nummer. Daneben ist Bayern ein waschechtes Polit-Mafia-Land, dort wird nur wer was, der genügend Leuten – und diesen nicht mit Kleingeld - genützt hat; die Erotik ist dabei aber nicht die Währung sondern eher das zu erwerbende Mit-Gut. Daher hat die Pauli nur eine Chance, wenn sie einen wirtschaftlichen Machtfaktor darstellt oder einen solchen herzustellen versteht. Und in Bayern ist die wichtigste Macht – und das schon seit Hannelore Strauß – immer noch die Atom- und Rüstungsindustrie. Im Zeitalter der Biotechnologie ist aber anzunehmen, dass sich diese Industrie dort längst ein entsprechendes Zukunftsstandbein geschaffen hat, zumal diese Industrie sich auf eine gut entwickelte und massiv geförderte Computertechnologie stützen kann. Die Frage, die sich nun im Zusammenhang nach dem zukünftigen Ministerpräsidenten stellt, wäre dann wohl eher: Hat die Pauli da gar mächtig mitzumischen? Das alles nur als Angriff auf das Patriarchat zu verhöhnen, ist so der typisch spiegelsche quasi Bildjournalismus und trägt somit wirklich nicht dazu bei, etwas über Deutschland, Bayern, die Ökonomie und die Politik im Zeitalter des globalen Kapitals, der Umweltkatastrophe, der Genmanipulation an Umwelt und Mensch und dem Streben eines Kapitals in einem solchen Kontext nach absoluter, sprich: diktatorischer Macht zu verstehen!

  4. sie haben dabei recht das die preußen sich ganz abstruse vorstellungen von bayern machen und alles mit ihren "deutschen" maßstäben messen, wir sind halt keine "deutschen" ^^
    bei uns sind die konservativen leute bei jeder feier dabei, sind weiblichen und männlichen reizen alles andere als abgeneigt, sehr herzlich und umarmen und busseln jeden, gastfreundlich, hilfsbereit. die "modernen" leute zb in münchen die isarpreußen sind anstrengende egoisten, aber hey hauptsache "kosmopolitisch" (aber nur in der richtigen "fashion"!)

  5. Bayrisch = Konservativ + hedonistisch + anarchistisch

  6. Pauli in Latex und Peitsche mit Huber, Seehofer sowie Beckstein als Diener preussische Sozis und Grüne am Andreas-Kreuz bearbeitend.

  7. Konservatismus im besten sinne heißt das was man hat zu bewahren und es gibt für die Bayern nunmal keinen grund etwas an ihrem Land zu verändern welches "das Paradies auf Erden (bewohnt von Wilden)" ist, so sagte es schon Friedrich der Große von Preußen. Sonst will man doch auch jedem seine kulturellen Eigenheiten lassen, warum gerade den Bayern nicht.

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