Premiere überträgt Bundesliga Doktor Koflers großer Deal

Der Bezahlsender Premiere hat den Konkurrenten Arena quasi übernommen. Premiere-Chef Kofler plant nun den Angriff auf die Sportschau

Mit dem Hubschrauber nach Mecklenburg düsen, rein ins Partyzelt und rauf auf die Bühne: It´s Dr.-Kofler-Time. Hunderte Mitarbeiter des Premiere-Service-Centers Schwerin bewundern ihren Chef im Anzug. Er lächelt weltmännisch, schmunzelt bescheiden und grinst, wann immer er seine Rede mit einem Witz verziert.

Die Auftritte bei den Weihnachtsfeiern seiner Angestellten genoss Georg Kofler schon immer. Seit fünf Jahren ist der Südtiroler Vorstandsvorsitzender des Pay-TV-Senders Premiere. Als er anfing, steckte das zuvor zur Kirch-Gruppe zählende Unternehmen tief in den roten Zahlen. Nach zwei Jahren erwirtschaftete es einen Gewinn von 15 Millionen Euro. Anfang 2005 brachte Kofler Premiere erfolgreich an die Börse. Doch dann, Ende 2005 verlor er überraschend die Übertragungsrechte an der Fußball Bundesliga – dem begehrtesten Produkt des Senders. Die Premiere-Aktie verlor bis zu 40 Prozent. Es war der härteste Schlag, den Kofler bei Premiere einstecken musste.

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Arena, eine vollständige Tochtergesellschaft des zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers Unity Media, hatte Koflers Premiere die Live-Rechte für die kommenden drei Spielzeiten abgejagt. Etwa 250 Millionen Euro bezahlte Arena an die Deutsche Fußball Liga (DFL) pro Saison. Doch statt der angepeilten sechs bis zehn Millionen Zuschauer gewannen die Kölner nur rund eine Million zahlende Kunden für ihr Bundesliga-Angebot.

Auch das Programm von Arena konnte Fußballfans nicht begeistern: "Banalste Sachverhalte werden dramatisiert, eventisiert, personalisiert und vor allem emotionalisiert", schrieb ein Autor im Blog des Fußballmagazins Rund über die Berichterstattung von Arena. "Den Kommentatoren geht es weniger um das Spiel auf dem Rasen als vielmehr um das Überschlagen ihrer Stimme beim Torschrei. Von der Methapherisierung der Berichterstattung soll erst gar keine Rede sein."

Weil die einen (Arena) nicht so konnten, wie sie und die Fans es wollten, und weil die anderen (Premiere) immer noch wollten, gelang es Kofler bereits im Februar, eine umfangreiche Kooperation mit Arena zu schließen. Arena gestattete, dass Konkurrent Premiere seinen Kunden die Bundesliga flächendeckend per Satellit und Kabel anbietet. Im Gegenzug bezahlte Premiere mit einem Aktienpaket im Wert von 16 Millionen Euro. Doch nur drei Monate später musste der Deal auf Druck des Kartellamtes wieder rückgängig gemacht werden.

Jetzt, wenige Wochen vor dem Start der neuen Bundesligasaison, haben sie sich wieder geeinigt, und diesmal verdarb ihnen das Kartellamt nicht das Spiel: Arena gibt unter anderem die Rechte für die Bundesliga an Premiere weiter und stellt selbst den Betrieb weitgehend ein. Mit anderen Worten: Georg Kofler ist in Deutschland wieder der einzige Anbieter von Fußball im Pay-TV.

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