Tour de France "Quote ist nicht entscheidend"

Sportmoderatorin Monica Lierhaus im Interview über die Vorwürfe ihrer bisherigen Tourabstinenz und die Schwierigkeiten der Berichterstattungen in diesem Jahr

ZEIT online: Frau Lierhaus, wo sind Sie gerade?

Monica Lierhaus: In Bremen, ich bin derzeit viel unterwegs.

ZEIT online: Auf Ihrer Website steht, dass Sie gerade als Moderatorin bei der Tour de France sind.

Lierhaus: Das stimmt. Das ist mein Versäumnis. Ich habe es nicht geschafft, diesen Eintrag zu ändern. Dabei baten mich die ARD-Sportchefs und der Programmdirektor schon vor ca. sechs Wochen, nur die letzte Tour-Woche zu moderieren.

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ZEIT online: Das heißt, es war nicht ihre Entscheidung, beim Tour-Start zu fehlen und Sie haben keine Angst, durch die Tour ihren Ruf zu gefährden?

Lierhaus: Hören Sie auf! Was in der F.A.Z. stand, entbehrt jeder Grundlage. Es ist immer enttäuschend, wenn sich Menschen offenbar auf Kosten anderer profilieren wollen. Mit mir hat vorher niemand gesprochen. Es war nicht meine Entscheidung, ich berichte gerne über die Tour, auch wenn es derzeit sicherlich keine leichte Aufgabe ist

ZEIT online: Aber über Fußball berichten sie lieber als über Radsport?

Lierhaus: Ich habe immer gesagt, dass Tennis meine erste Liebe ist, weil ich es selbst gespielt habe und Fußball dafür meine große Liebe. Im vergangenen Jahr habe ich auch erst von der Fußball-WM berichtet und bin später zur Tour nach Frankreich geflogen.

ZEIT online: Und haben mit Floyd Landis einen Sieger gefeiert, der gedopt war.

Lierhaus: Das war brutal für die Tour, aber letztlich gut für den Sport. Wir müssen dankbar sein für jeden, der erwischt wird. Denn ohne Beweise können wir nichts machen.

ZEIT online: Finden Sie es richtig, dass die ARD die Tour trotz Dopingskandal überträgt?

Lierhaus: Ich denke schon. Ich kann aber auch die andere Seite verstehen. Da gibt es für beide Seiten Argumente. Die Entscheidung ist jetzt gefallen, wir ziehen uns nicht zurück. Und damit kann ich auch gut leben.

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