Vattenfall Betrunkene im schwedischen AKW
Der Stromkonzern Vattenfall gerät stärker unter Druck, unter anderem durch Alkoholkonsum in seinem wichtigsten schwedischen Atomkraftwerk. Auch Umweltminister Gabriel droht nun mit einem Lizenzentzug
Schwedischen Medienberichten zufolge sind in Ringhals mehrere Bauarbeiter in den vergangenen Wochen betrunken erwischt und entlassen worden. Acht Arbeiter seien stark alkoholisiert aufgefallen und hätten außerhalb des Reaktorgeländes in Unterkünften weibliches Reinigungspersonal belästigt.
Der Informationschef von Ringhals, Torsten Bohl, sagte der Zeitung Göteborgs-Posten , die Bauarbeiter hätten keinen Zutritt zur Reaktorhalle gehabt, sondern seien ausschließlich am Erweiterungsbau des Reaktors 3 beschäftigt gewesen. Die Alkohol- und Drogenkontrollen auf dem Gelände seien nach den Vorfällen verschärft worden.
In Ringhals brannte im vorigen November ein Trafo, der dann explodierte. Das Kraftwerk in Varberg südlich von Göteborg wird gemeinsam von Vattenfall (70 Prozent) und dem deutschen Eon-Konzern (30 Prozent) betrieben. Der Meiler mit vier Reaktorblöcken deckt rund 20 Prozent des gesamten schwedischen Stromverbrauchs ab.
Bereits im Vorjahr hatte es Berichte über Alkoholprobleme im Vattenfall-AKW Forsmark nördlich von Stockholm gegeben. Dort war im Sommer 2006 ein Reaktor beinahe außer Kontrolle geraten. Nach einem Stromausfall sprangen Notaggregate zur Reaktorkühlung nicht an, im Kontrollraum fielen die Computer aus.
Wie die schwedische Nachrichtenagentur TT berichtete, plant Vattenfall nun, in Ringhals strikte Alkoholkontrollen an den Eingängen einzuführen. Auch im südschwedischen Atomkraftwerk Oskarshamn, an dem Eon, aber nicht Vattenfall beteiligt ist, sollen ab Herbst an den Drehkreuzen alle Mitarbeiter auf Alkohol und Drogen untersucht werden, die im Bereich von Reaktoren, Turbinen und Werkstätten beschäftigt sind. Die Werksleitung in Forsmark will noch abwarten und auf umfassende Alkohol- und Drogenstichproben bei den Arbeitern setzen.
Unterdessen haben deutsche Politiker den Ton gegenüber Vattenfall verschärft: Nach der Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel schließt auch Bundesumweltminister Gabriel nicht aus, dass dem Betreiber Vattenfall die Betriebserlaubnis entzogen wird.
Die zuständige schleswig-holsteinische Ministerin hatte Vattenfall dies bereits am Anfang der Woche angedroht
. Gabriel sagte, er wolle zwar den Ergebnissen der Prüfung durch die Landesatomaufsicht in Kiel nicht vorgreifen, aber er glaube, dass Vattenfall im eigenen Interesse gut daran täte, sich bei der Aufklärung der Vorgänge kooperativer zu zeigen.
- Datum 12.07.2007 - 11:38 Uhr
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- Quelle ZEIT online, tso, dpa
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Am besten Verlassen wir uns doch auch hier auf die Selbstverpflichtung der Industrie. Niemand ist besser geeignet für das Wohl der allgemeinheit zu Sorgen als die Industrie, denn wenn's schief ginge, würden die ja kein Geld mehr verdienen. Also wird das schon klappen. Gell?
Wer hier den Sarkasmus nicht raushört, dem noch diese Zusatzfragen:
was eigentlich, wenn diese Industrie mit kleinsten Fehlern größtmöglichen Schaden anrichten kann?
und was, wenn darüberhinaus die Kunden gar nicht weglaufen können?
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