SPD Rot-Rot an der Saar?

Heiko Maas, Vorsitzender der saarländischen SPD, schließt im Gespräch mit der ZEIT eine Koalition mit der Linken nicht aus. Man müsse "nach Personen und Programm differenzieren".

Als positiv zu bewertendes Beispiel nannte Maas in dem Interview die Berliner rot-rote Koalition. Zwischen Worten und Taten der Linkspartei lägen dort "Welten". So werde in der Hauptstadt Hartz IV "vorbildlich umgesetzt", Berlin habe auch das liberalste Ladenschlussgesetz. Im Saarland dagegen vertrete die Linkspartei eine Familienpolitik als "Mischung aus Eva Hermann und Bischof Mixa" und sei gegen alles, was sich die SPD auf die Fahnen geschrieben habe. "Da frage ich mich schon, wie man vernünftig in einer Regierung zusammenarbeiten soll."

Als Alternative zu Rot-Rot oder einer Großen Koalition mit der derzeit an der Saar allein regierenden CDU nannte Maas eine Ampelkoalition. Die sei nach den Umfragen ebenfalls möglich.

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Der Bundes-SPD rät Maas ein offensiveres Auftreten gegenüber der Linken. Man dürfe ihnen die soziale Frage nicht überlassen. In der Vergangenheit seien Reaktionen seiner Partei jedoch "zu reflexartig" gewesen.

Das vollständige Interview mit Heiko Maas lesen Sie in der neuen Ausgabe der ZEIT 31/ 2007.

 
Leser-Kommentare
  1. Der recht linkslastige Heiko Maas - einst gefördert durch Oskar Lafontaine - ist in gewisser Weise wenigstens ehrlich.
    Er outet sich als Anhänger eines Regierungsbündnisses, das man mit Fug und Recht wohl als eine Art Volksfront bezeichnen kann. Man sieht wieder einmal, zu welchen Spielchen Sozialdemokraten bereit sind, nur um an die Macht
    zu kommen!

  2. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, wenn Deutschland 1945 das Saarland an Frankreich abgetreten hätte. Dann wäre Lafontaine heute Franzose, und wir wären ihn los.

  3. "Für uns... hat die ZEIT nur die Bedeutung einer wenn auch hartnäckigen Illusion."
    (frei nach Einstein)

  4. Jan Kaspersen schreibt:
    "Der recht linkslastige Heiko Maas ... outet sich als Anhänger eines Regierungsbündnisses, das man mit Fug und Recht wohl als eine Art Volksfront bezeichnen kann."

    Die Volksfront hat die spanische Republik und ihre Verfassung gegen Franco verteidigt. Wenn SPD-GRÜNE und DIE LINKE heute das Grundgesetz gegen seine Aushöhlung verteidigen, für menschenwürdige Pflege, gegen Alters- und Kinderarmut, für fair bezahlte Arbeit und gegen völkerrechtswidrige Kriege eintreten, kann uns das nur recht sein.

    Fürr uns... hat die ZEIT nur die Bedeutung einer wenn auch hartnäckigen Illusion."
    (frei nach Einstein)

  5. betrachten wir differenziert nach personen so ist das abstimmungsverhalten der saarländischen bundestagsabgeordneten gerade in den sozialen fragen
    katastrophal, ausser herrn o. schreiner hat hier keiner
    mehr den aufrechten gang
    herr maas als landesparteivorsitzender muß hier
    einfluß nehmen und die sozialen fragen in den
    mittelpunkt der politik stellen
    nur so kommt man in die staatskanzlei

    glückauf an die saar
    es wäre ein experiment 2009 wert

  6. am Ende nicht als Juniorpartner in einer Rot-Roten Koalition dazustehen.

  7. Dann gäb's aber Heulen und Zähneklappern! Dabei ist die Linke/PDS rechtlich und personell die Nachfolgeorganisation einer totalitären Staatsterrorpartei; die NPD hingegen nicht. Unsere Wahrnehmung und Einstufung, was "gefährlich" für die Demokratie und die Freiheit ist, grenzt allmählich an Demenz.

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